Aachen, Deutschland


Aachen ist eine kreisfreie Großstadt im nordrhein-westfälischen Regierungsbezirk Köln.

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie in Kürze Informationen zu Personen, die hier gelebt haben.

Chronik


Kelten und Römer

Spätestens in der Jungsteinzeit zwischen 3000 und 2500 v. Chr. wurde das Gebiet um Aachen von Bauern bewohnt. In der Bronze- und Früheisenzeit war Aachen von Kelten bewohnt, was durch Grabhügel im Aachener Wald und Ausgrabungen im Aachener Elisengarten belegt wird.

Nach den Kelten ließen sich die Römer in Aachen nieder. Ein römisches Bad ist im 1. Jahrhundert unserer Zeit belegt. In der Spätantike wurde der Betrieb der römischen Bäder in Aachen fortgesetzt.

Nach dem Abzug der Römer Ende des 4., Anfang des 5. Jh. war Aachen bis 700 durchgängig besiedelt war (belegt durch Ausgrabungen am Elisengarten 2008/2009).


Die Zeit der Franken und des heiligen römischen Reiches

Der fränkische König Pippin der Jüngere baute einen Hof in Aachen und so wurde Aachen 765 erstmals schriftlich als Aquis-Villa erwähnt.

Sein Sohn Karl der Große, erbte das Fränkische Reich und den Aachener Hof. 768/69 verbrachte er dort zum ersten Mal den Winter.

813 wurde Karls Sohn Ludwig in Anwesenheit seines Vaters in der Pfalzkapelle zum Mitkaiser gekrönt. Karl der Große wurde am 28. Januar 814 auf dem Vorplatz der Kapelle begraben.

Mitte des 9. Jahrhunderts krönte sich Lothar I., der älteste Enkel Karls des Großen, in der Pfalzkapelle zum Kaiser.

936 wurde Otto I. in Aachen zum ostfränkischen König gekrönt. In den folgenden 600 Jahren blieb die Stadt Krönungsort der deutschen Könige ("sedes regia"). Bis 1531 wurden im heutigen Dom 30 deutsche Könige gekrönt, der letzte war Ferdinand I.

Nachdem der Gegenpapst Paschalis III. 1165 Karl den Großen heiliggesprochen hatte, erhielt Aachen am 8. Januar 1166 Stadtrechte sowie die Markt- und Münzrechte von Kaiser Friedrich Barbarossa und wurde Reichsstadt. Aachens Bewohner wurden vom Lehen befreit. Aus dieser Zeit stammt der Kaiseradler im Stadtwappen. Am 29. Juli 1215 bestätigte Kaiser Friedrich II. gegenüber der Stadt Aachen alle Rechte, die sie seit Karl dem Großen erhalten hatte.

Tuchwalker wurden 1258 erstmals erwähnt. Die Aachener Tuchherstellung blieb über Jahrhunderte hinweg der wichtigste Wirtschaftsfaktor in Aachen.

1336 bestätigte Kaiser Ludwig IV. die Stadtrechte der Kaiserstadt Aachen und erweiterte sie auf das Gebiet des Aachener Reiches.

Durch die reichen Erzvorkommen in der näheren und weiteren Umgebung wurde Aachen im 16. Jahrhundert zu einem europäischen Zentrum der Messingindustrie und Kupferverarbeitung. Mit den religiösen Unruhen in Aachen während der Reformation und der Vertreibung der Protestanten verließen viele Kupferschläger die Stadt und ließen sich in der liberaleren Umgebung Vaals und Stolberg nieder.

Seit dem 13. Jahrhundert wurde die Aachener Heiligtumsfahrt durchgeführt, die ab 1349 mit der Ausstellung des Aachener Heiligtümer alle sieben Jahre ihren Höhepunkt erreichte.

Das heutige Aachener Rathaus wurde 1349 auf Initiative der Aachener Bürger unter der Leitung ihres amtierenden Bürgermeisters Gerhard Chorus auf den Überresten des verfallenen Königshalle der Kaiserpfalz errichtet.

1500 wurde Aachen politisch in das System der Reichskreise integriert, als es Teil des niederrhein-westfälischen Reichskreises wurde.


16. bis 19. Jahrhundert

Der Niedergang der Stadt begann im 16. Jahrhundert. Mit der Trennung der Niederlande vom Deutschen Reich verlor Aachen seine zentrale geografische Lage und wurde fortan durch Frankfurt als Krönungsort ersetzt. Während der Reformation gab es massive Unruhen zwischen Katholiken und Protestanten.

1601 hatte Aachen 14.171 Einwohner, von denen nur 2.829 Bürger waren.

Durch einen Brand in einer Bäckerei an der Jakobskirche am 2. Mai 1656 wurde fast das gesamte gotische Aachen zerstört. 4664 Häuser wurden durch den Brand zerstört und sieben Menschen starben.

In den folgenden Jahren baute der Badearzt François Blondel aus Lüttich Aachen zu einem der modernsten Badeorte Europas aus. Das Bad Aachen erlangte einen gewissen Ruf und wurde von Herrschern wie Zar Peter I. von Russland oder dem preußischen König Friedrich dem Großen besucht, aber auch Männer wie der Komponist Georg Friedrich Händel.

1668 wurde mit dem Ersten Aachener Frieden der Devolutionskrieg zwischen Spanien und Frankreich beendet.

1748 fand in Aachen ein Friedenskongress statt, der den Österreichischen Erbfolgekrieg mit dem zweiten Aachener Frieden beendete.

Nach der Französischen Revolution besetzten 1794 Armeen Aachen und vereinten es mit Frankreich. 1798 wurde Aachen zum Verwaltungszentrum des Département de la Roer, das den Niederrhein umgab.

Von 1802 bis 1825 war Aachen der Sitz des Bischofs.


Ab dem 19. Jahrhundert bis heute

1815 wurde die Stadt nach dem Wiener Kongress in das Königreich Preußen eingegliedert.

1816 wurde Aachen in der Provinz Niederrhein Sitz der preußischen Bezirksregierung.

Die Einführung der Dampfkraft, insbesondere in der Tuchindustrie, die fortschreitende Mechanisierung und die damit verbundene Arbeitslosigkeit sowie Frauen- und Kinderarbeit zu sehr niedrigen Löhnen führten zu Unruhen, die 1830 von bewaffneten Bürgern und Soldaten blutig unterdrückt wurden. Die Rheinische Eisenbahn, 1837 von Köln nach Belgien gebaut, erreichte 1841 Aachen und 1843 Herbesthal.

1918 nach dem Ersten Weltkrieg fiel ein Teil des Aachener Hinterlandes mit dem Kreis Eupen und Teilen der ehemaligen Kreise Monschau und Schleiden an Belgien und blieb elf Jahre lang von belgischen Truppen besetzt. Während dieser Zeit fanden die Aktivitäten einer separatistischen Bewegung statt, die eine Abspaltung des Rheinlandes vom preußisch dominierten Deutschen Reich forderte. Am 21. Oktober 1923 besetzten Aachener Separatisten das Rathaus während eines Putsches. Es gab blutige Auseinandersetzungen zwischen den Separatisten und der Aachener Bevölkerung, die am 2. November von den belgischen Besatzern beendet wurden.

Die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg bedeutete für Aachen einen tiefen Einschnitt in das Wirtschaftsleben. Insbesondere der so genannte Ruhrkampf, die Verlagerung der Zollgrenze an den Rhein, der zunehmende Schmuggel entlang der belgischen und niederländischen Grenzen und der separatistische Aufstand von 1923 trafen Aachen hart. Darüber hinaus wurden Reparationen gezahlt und als negativer Höhepunkt kam die Weltwirtschaftskrise ab 1929 hinzu.

Im Jahr 1933 wurde der Stadtrat aufgelöst. Die führenden kommunalen und staatlichen Amtsträger wurden durch Mitglieder der NSDAP ersetzt. 1937 fand eine Wallfahrtsreise mit 800.000 Teilnehmern statt, die als stiller Protest gegen das NS-Regime galt.

Während der Novemberpogrome von 1938 wurden jüdische Geschäfte und Wohnungen verwüstet und geplündert. Die einzige Synagoge in Aachen wurde in dieser Nacht durch einen Brand zerstört. In den folgenden Jahren wurden 552 Aachener Juden deportiert.

 

Zweiter Weltkrieg

Im Juli 1941 erfolgte der erste von fünf Luftangriffen. 65 Prozent des Wohnraums wurden dabei zerstört.

Zehntausende von Deportationsopfern, die in Belgien interniert worden waren, kamen durch die Grenzstadt Aachen und wurden dann von der Reichsbahn durch Deutschland in die Konzentrationslager gebracht.

1944 musste Aachen evakuiert werden, und am 21. Oktober 1944 war Aachen nach einer sechswöchigen Schlacht (Schlacht bei Aachen) die erste deutsche Stadt, die von den Alliierten erobert wurde. Damals hatte die Stadt nur noch 11.139 Einwohner. Aachen wurde zunächst von amerikanischen Truppen, dann von britischen und später von belgischen Truppen besetzt.

Zwischen 1945 und 1953 starben 40 Menschen beim Kaffeeschmuggel zwischen Belgien und Deutschland.

1946 lebten wieder 100.000 Menschen in Aachen.

Am 23. August 1946 wurde der nördliche Teil der ehemaligen Rheinprovinz, zu der auch Aachen gehörte, Teil des neu gegründeten Landes Nordrhein-Westfalen.

Vom 1. April 1949 bis 28. August 1958 war der westliche Stadtteil Bildchen Belgisches Annexionsgebiet.

 

1950 bis heute

1950 wurde erstmals der Internationale Karlspreis der Stadt Aachen für besondere Verdienste um Einheit und Frieden in Europa verliehen.

Mit der Gebietsreform von 1972 wurde das Stadtgebiet von Aachen durch Eingemeindungen fast verdreifacht. Der Landkreis Aachen wurde aufgelöst und in den Landkreis Köln eingegliedert. Im gleichen Jahr feierte das neue Klinikum Aachen sein Richtfest, das 1985 vom damaligen Ministerpräsidenten Johannes Rau offiziell an die RWTH Aachen übergeben wurde.

Unter Beteiligung internationaler Ehrengäste wurde 1995 eine neue Synagoge in Aachen eingeweiht.

Am 25. Mai 2009 wurde der Stadt von der Bundesregierung der Titel "Ort der Vielfalt" verliehen.