Abentheuer, Deutschland


Abentheuer ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Birkenfeld, Rheinland-Pfalz.

Zu Abentheuer gehören auch die Wohnplätze Arthenberg und Hujetsägemühle.

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie Informationen zu Personen, die aus diesem Ort stammten.

Chronik


Abentheuer entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus den Dörfern Leyen und Abentheuer (beziehungsweise Abentheuerhütte). Leyen wurde erstmals 1367 erwähnt. Abentheuer kann frühestens 1580 nachgewiesen werden. Bis ins 18. Jahrhundert hatten beide Orte unterschiedliche Namen.

Das Gebiet der heutigen Gemeinde gehörte zur Grafschaft Sponheim. Der Traunbach war die Grenze zwischen dem hunolsteinischen, ab 1598 dem Zweibrücker Amt Achtelsbach im Westen und dem sponheimischen Amt Birkenfeld im Osten. Im Laufe seiner Geschichte gehörte das Dorf entweder zur Pfarrei Achtelsbach oder zur Pfarrei Birkenfeld, heute gehört Abentheuer zur Pfarrei Brücken.

Ab Mitte des 16. Jahrhunderts begann in Abentheuer die Verarbeitung von Eisen, zunächst aus den Bergwerken in Buhlenberg und Elchweiler, später aus Thalfang und Schwarzenbach.

1763 ging die Abentheuerer Hütte nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten in den Besitz der Familie Stumm über, die bereits andere Hütten und Hammerwerke in der Region besaß. Nach Übernahme durch Familie Stumm stieg die Produktion in Abentheuer deutlich an, ab 1770 wurden Gusseisenprodukte hauptsächlich aus importiertem Roheisen hergestellt.

1835 wurde die Abentheuerer Hütte den Brüdern Böcking vererbt.

Nach 1870 wurde das Geschäft durch den Übergang vom Holzkohle- zum Kokshochofenbetrieb und vom Frischfeuer- zum Puddelofenbetrieb zunehmend eingeschränkt und die Produktion wurde 1875 eingestellt. Die Besitzer zogen in die Halbergerhütte an der Saar.


Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Hujetssägemühle zu Beginn des 19. Jahrhunderts

Ende des 17. Jahrhunderts ließ sich die Hujetssägemühle östlich des Dorfes im bewaldeten Trauntal nieder. Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sie sich unter der Leitung der Familie Hammerstein zu einer Fabrik mit mehreren Produktionsgebäuden. Es wurden Eisenbahnschwellen und Fußbodenparkett hergestellt. Nach dem 1. Weltkrieg übernahm die Familie Böcking die Leitung der Hujetssägemühle. 1965 wurde das Werk stillgelegt. Danach wurde das Gebäude zunächst als Therapieeinrichtung für verhaltensauffällige Jugendliche genutzt, danach von einer nicht näher bekannten religiösen Lebensgemeinschaft. Seit dem 1.11.1994 ist auf dem Gelände eine Hare Krishna Gemeinde beheimatet.

1797 beging der Räuber Johannes Bückler, bekannt als Schinderhannes, in Abentheuer einen Pferdediebstahl.


Um 1860 fanden Arbeiter der Abentheuerer Hütte, in einem zur Verhüttung gespaltenen Stein, den Abdruck eines Insektes.

Der damalige Hüttenbesitzer Gustav Adolph Böcking übersandte den Fund zur Untersuchung an den Biologen und Paläntologen A. Dohrn. Bei dem Fund handelt sich um das größte Fluginsekt aus der Permzeit, 7,5 cm lang und 19 cm Spannweite. 

Der Fund aus Abentheuer kann heute im Museum für Naturkunde in Berlin besichtigt werden.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Die älteste Ansichtskarte, die es von Abentheuer gibt, abgestempelt 1900 im Nachbarort Brücken.