Achenbach Andreas, 1815, Kassel


Geboren am:

29.09.1815 in Kassel

Gestorben am:

01.04.1910 in Düsseldorf

Verheiratet mit:

Marie L(o)uise Hubertine Catharine Achenbach geb. Lichtschlag, genannt Luise (*01.05.1827 Wevelinghoven in Grevenbroich - †31.12.1889 in Düsseldorf)

Kinder:

Emma Christina (*1849)

  Maximilian Franz (*1851)
  Lucia Karoline Hubertina (*1852)
  Helena Franziska (*1854)
  Gregor (*20.06.1855 - †22.09.1897)
Geschwister: Oswald und Hermann
Eltern: Hermann Achenbach (*1783 in Kettwig; †1849 in Düsseldorf) und
  Christine geb. Zilch (*1797– †1868)

Ein begnadeter Landschaftsmaler

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Andreas Achenbach, Zeichnung von Bernhard Höfling (1817–1871), Quelle: Uni Düsseldorf

Andreas Achenbach wurde am 29.09.1815 als Sohn des Kaufmanns Hermann Achenbach und dessen Ehefrau Christine geb. Zilch in Kassel geboren. Seine Mutter stammte aus einer wohlhabenden Familie, sie war die Tochter des Kasseler Tabakfabrikanten Andreas Zilch. Mit dem Geld seiner Mutter versuchte sich sein Vater in verschiedenen Berufen, was viele Umzüge für Andreas und auch seinen in Mannheim geborenen Bruder Hermann bedeutete.

1816 zog Andreas mit seinen Eltern nach Mannheim, wo sein Vater eine Bleizuckerfabrik übernommen hatte. 1818 ging es von Mannheim nach Sankt Petersburg, wo sein Vater mit dem Geld seiner Mutter eine eigene große Fabrik aufbauen wollte. In Petersburg erhielt Andreas Aachenbach seinen ersten Zeichenunterricht an einer Mädchenschule und entpuppte sich als außerordentlich talentiertes Kind.

Nachdem sein Vater mit seinem Fabrikvorhaben in Sankt Petersburg gescheitert war, zog die Familie nach Elberfeld, wo Familienangehörige seines Vaters lebten. Nach dem Motto „wer nichts wird, wird Wirt“ eröffnete sein Vater bald in der Jägerhofstraße 34 in Düsseldorf einen Gasthof und versuchte sich als Bier- und Essigbrauer. Der Gasthof „schwarze Wallfisch“ wurde bald ein Treffpunkt für Künstler aus Düsseldorf und Umgebung.

Im Gegensatz zu seinem Vater war Andreas Achenbach schon in jungen Jahren erfolgreich. Auf einer Kunstausstellung des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen, erzielte er mit 14 Jahren seinen ersten großen Erfolg, als sein Bild „Die alte Akademie in Düsseldorf“ verkauft wurde.


Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). "Die alte Akademie in Düsseldorf", gemalt von Andreas Achenbach im Alter von 13 Jahren, ausgestellt im Kunstmuseum Düsseldorf

Seit dem Wintersemester 1830/1831 studierte er Kunst an der Düsseldorfer Akademie, wo sein Talent schnell als sehr bedeutend, besonders in der Landschaftsmalerei, eingestuft wurde.

1832 und 1833 unternahm er zusammen mit seinem Vater eine ausgedehnte Studienreise nach Rotterdam, Scheveningen, Amsterdam und Riga, auf der er sich intensiv mit der holländischen und flämischen Landschaftsmalerei auseinandersetzte. Seitdem dominierten Szenen von Meeren und Küsten seine Bilder. Sein jüngerer Bruder Hermann wanderte 1833 in die Vereinigten Staaten aus. 1835 reiste Andreas Aachenberg nach Dänemark, Norwegen und Schweden und 1836 nach Bayern und Tirol. Von München ging es weiter nach Frankfurt wo er ein Atelier am Städelsche Kunstinstitut, einem der bedeutendsten Kunstmuseen, erhielt.

1836 kaufte der Statthalter Friedrich von Preußen sein Bild „Große Marine mit Leuchtturm“ auf einer Kunstausstellung in Köln.

Die Familie Achenbach lebte um 1842 am Lambertus-Kirchplatz, dem heutigen Stiftsplatz. 1846 überließ sein Vater Hermann ihm diese Wohnung und zog in die Kaiserstraße, wo er als Buchhalter tätig war. Meist war Andreas Achenbach jedoch auf Reisen, von 1843 bis 1845 hielt er sich in Italien auf und erst 1846 kehrte er nach Düsseldorf zurück. Seit 1847 war er Mitglied zahlreicher Vereine wie dem Düsseldorfer Künstlerverein Malkasten.

Am 12.08.1848 heiratete er in Elberfeld Marie Luise Hubertine Catharine Lichtschlag, genannt Luise. Aus der Ehe stammen die 5 Kinder Emma Christina, Maximilian Franz, Lucia Karoline Hubertina, Helena Franziska und Gregor. Seiner Gattin war er ein liebevoller Gatte und seinen Kindern ein liebevoller Vater.

1849 starb sein Vater. Seit 1850 wurden seine Bilder auch in Amerika verkauft. Sein jüngerer Bruder Hermann, der 1833 dorthin ausgewandert war, handelte nämlich seit 1850 in St. Louis mit seinen Bildern und auch den Bildern seines Bruders Oswald, der ebenfalls Maler war. Oswald konzentrierte sich auf die Darstellung der Landschaft Italiens. Die beiden Achenbach Brüder wurden scherzhaft auch als das „A und O der Landschaftsmalerei“ bezeichnet.

Andreas Achenbach war ein gläubiger Anhänger der katholischen Kirche und ein treuer Diener des Herrn. Der Glaube war der Leitstern seines langen Lebens, Gebet und Sakrament die nie versiegende Quelle seiner Kraft und Stärke. Selbst in seinen trübsten Stunden, am 31.12.1889, als seine geliebte Gattin seinem Sohn Maximilian, der als Opernsänger unter dem Namen Max Alvary bekannt wurde, seinem Sohn Gregor und seinem Schwiegersohn Graf von der Groeben im Tod vorausging, verlor er seinen Glauben nicht. Bis in seine letzten Tage verstummte nie sein Gebet. Und wie er der Liebe Christi nicht entraten konnte, konnte er auch der Brüder Christi, der Armen, der Witwen und Waisen nicht vergessen. Er war ein eifriges Mitglied aller wohltätigen Vereine und wurde mit hohen in- und ausländischen Orden ausgezeichnet und zum Ritter des königlich-preußischen Ordens pour le mérite und Königlichen Professor Dr. h. c Andreas Achenbach. ernannt.

Andreas Achenbach starb am 01.04.1910 im Alter von 94 Jahren um 0:30 Uhr in Düsseldorf infolge Altersschwäche.


Gedenkseite 314