Adenauer August Dr., 1872, Köln


Geboren am:

10.05.1872 in Köln

Gestorben am: 10.10.1952 in Augsburg
Verheiratet mit:

Maria Adenauer geb. Greven

Kinder:

4 Söhne und 3 Töchter, darunter Hanna

Geschwister: Johannes (1873–1937), Konrad (1876-1967), Lilli (1879–1950) und Elisabeth (1882, starb im Alter von 42 Monaten)
Eltern: Conrad Adenauer und Helena Adenauer geb. Scharfenberg

Aus seinem Leben

Franz Johann Ludwig August Adenauer wurde am 10.05.1872 als erster Sohn der Eheleute Konrad Adenauer und Helena Adenauer geb. Scharfenberg in Köln geboren. Der Besuch des humanistischen Gymnasiums St. Aposteln weckte in ihm schon früh den Sinn für Geschichte, antike und christliche Kultur, der später so charakteristisch für ihn war.

In einer Zeit, in der eine Generation fähigster Juristen an der Vollendung des Bürgerlichen Gesetzbuches und an der Weiterentwicklung des Strafrechts arbeitete, studierte August Adenauer Rechtswissenschaften an den Universitäten Heidelberg, Bonn und Berlin. Von bedeuteten Lehrern geschult, entwickelte er sich dank seiner Begabung zu einem hervorragenden Juristen, der nach ausgezeichnetem Examen im Jahr 1898 den Anwaltsberuf wählte. Gemeinsam mit dem Rechtsanwalt Schniewind in Köln war August Adenauer bis ins hohe Alter zahlreichen Mandanten ein zuverlässiger und kluger Berater und Freund.

Am 14.02.1900 heiratete er in Köln Maria Greven, die aus einer alteingesessenen Kölner Kaufmannsfamilie stammte. Aus dieser Ehe stammen vier Söhne und drei Töchter.

Während des Ersten Weltkriegs diente er als Hauptmann und erhielt mehrere Auszeichnungen.

Seinen Erfolgen als Rechtsanwalt und seinem Ruf als Spezialist des bürgerlichen Rechts und des Handelsrechts verdankte er im Jahr 1915 einen Lehrauftrag an der damaligen Handelshochschule als Nachfolger von Julius Flechtheim. Es folgte ein Lehrauftrag an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der wiedererrichteten Universität Köln. 1916 wurde er mit dem Titel Justizrat ausgezeichnet. 1917 wurde er Mitglied des Prüfungsausschusses für Diplom-Kaufleute und Handelslehrer. 1924 wurde er zum Honorarprofessor ernannt.

Seit 1932 war er auch in der Prüfungskommission für Wirtschaftsprüfer tätig. Aus seinen Ämtern wurde er jedoch 1933 nach Machtergreifung durch die Nationalsozialisten verdrängt. Zwei seiner Söhne fielen im Zweiten Weltkrieg. Das Haus in Köln wurde bei Luftangriffen durch Bomben komplett zerstört. Die Familie fand ein neues Zuhause in Gielsdorfs bei Bonn.

Erst nach Ende des Zweiten Weltkrieges konnte Konrad Adenauer wieder als Jurist arbeiten und wurde in die bei den Oberlandesgerichten Köln und Düsseldorf eingerichteten Prüfungsämter berufen. Als Hochschullehrer und Prüfender verband er klares wissenschaftliches Denken mit einem reichen, aus einer bedeutenden Anwaltspraxis gewonnenen Schatz Erfahrungen. Sein Wirken fand auch in der Öffentlichkeit bald Anerkennung. Ihm wurde das Komturkreuz des Gregorius-Ordens verliehen. An seinem 80. Geburtstag wurde er mit dem großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet, welches ihm vom nordrheinwestfälischen Justizminister Dr. Rudolf Amelunxen überreicht wurde.

Am 16.07.1949 starb seine Frau Maria mit der mehr als 49 Jahre verheiratet war. Ihren Tod war für August Adenauer ein Schicksalsschlag, den er nicht mehr überwunden hat. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in Gielsdorf.

August Adenauer starb am 10.10.1952 im Alter 80 von Jahren auf einer Reise in Augsburg.


Gedenkseite 2007