Arnsberg, Deutschland


Arnsberg ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen.

Die Struktur der heutigen Stadt geht auf die kommunale Neugliederung im Jahre 1975 zurück. Damals wurden Neheim-Hüsten, Arnsberg und weitere Gemeinden zu einer neuen Stadt zusammengeschlossen. Arnsberg besteht aus folgenden Stadtteilen:

  • Arnsberg
  • Bachum
  • Breitenbruch
  • Bruchhausen
  • Herdringen
  • Holzen
  • Hüsten
  • Neheim
  • Niedereimer
  • Müschede
  • Oeventrop
  • Rumbeck
  • Uentrop
  • Voßwinkel
  • Wennigloh

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie Informationen zu Personen, die aus diesem Ort stammten.

Chronik


Im 11. Jahrhundert errichtete Graf Bernhard II. von Werl die Alte Burg auf dem Rüdenberg. Eine zweite Burg wurde gegen Ende des Jahrhunderts von Graf Friedrich dem Streitbaren auf dem gegenüberliegenden Adlerberg (Aarberg) errichtet. Das Gebäude wurde erstmals 1102 erwähnt, als es von Erzbischof Friedrich I. von Köln zerstört wurde.

Eine Burg, erbaut um 1100 wurde Grundlage der späteren Stadt. Im Schutz dieser Burg entwickelte sich eine Siedlung. Im Jahr 1114 stellten sich die ersten 14 freien Familien unter den Schutz des Burgherrn. In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts wurde die Altstadt befestigt.

Die Bevölkerung Arnsbergs wuchs vergleichsweise rasch an, so dass unterhalb des Glockenturms seit Beginn des 13. Jahrhunderts eine weitere Siedlung entstand.

1238 umschloss ein neuer Mauerring beide Siedlungsbereiche und auch das Kloster.

1366 wurde Arnsberg erobert und eingeäschert.

1368 verkaufte der letzte Graf von Arnsberg, Gottfried IV. die Grafschaft an den Kurfürsten von Köln.

1600 brannte die Stadt bis auf 11 Häuser komplett nieder.

Seit 1621 fanden Hexenprozesse in Arnsberg statt. Betroffen hiervon war sogar der Arnsberger Bürgermeister Henneke von Essen, der trotz Folter kein Geständnis ablegen wollte und am 14.08.1631 im Gefängnis starb.

1643 wurde das Gymnasiums Laurentianum gegründet. Die Stadt selbst dehnte sich nur langsam aus.

Ende des 16. Jahrhundert wurde die Burg in ein repräsentatives Schloss umgebaut.

1762 während des Siebenjährigen Krieges wurden große Teile der Stadt und das Schloss zerstört (heute nur noch eine Ruine).

1784 wurde ein Zuchthaus aus den Steinen des zerstörten Schlosses gebaut.

1799 wurden erneut Teile der Stadt durch einen Brand zerstört. Für den Wiederaufbau wurden statt enger Gassen, wo Feuer schneller auf andere Häuser übergreifen kann, breitere Straßen geplant.


1802 fiel Arnsberg im Zuge der Auflösung des Alten Reiches an die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt. In dieser Zeit war Arnsberg Garnisons- und Regierungsstadt.

1816 fiel Arnsberg an Preußen. Seither gehörte sie zur Provinz Westfalen. Sie wurde Kreisstadt und Sitz des Regierungspräsidenten von Arnsberg. Seit 1802 wuchs die Bevölkerung in der Stadt.

1847 wurde die Altstadt von einem Großbrand stark zerstört und anschließend wieder aufgebaut.

Ohne eine nennenswerte Industrieentwicklung blieb das weitere Bevölkerungswachstum allerdings begrenzt. Die Stadt war eine Verwaltungs- und Beamtenstadt. Ein gewisser Wandel vollzog sich mit dem Anschluss an das Eisenbahnnetz, als in Arnsberg eine Werkstatt für die Reparatur von Lokomotiven und Waggons eingerichtet wurde. Mit mehreren hundert Beschäftigten war sie lange Zeit das größte Unternehmen der Stadt und beschäftigte auch Facharbeiter. Die damit verbundene Zuwanderung führte zu weiteren Stadterweiterungen.

Das politische Verhalten in der Stadt Arnsberg wurde vor der kommunalen Neugliederung im 19. Jahrhundert stark von sozialen und konfessionellen Gegensätzen von katholischen Einheimischen auf der einen Seite und der zugewanderten, vielfach protestantischen Elite der höheren preußischen Beamten auf der anderen Seite beeinflusst.


1918/1919 etablierte sich im Zuge der Novemberrevolution sich auch ein sozialistisches Lager in Arnsberg, das sich während der Weimarer Republik in Anhänger der SPD und der KPD spaltete.

Im Vergleich zu anderen Gemeinden des Sauerlandes zeigten sich in Arnsberg früh Ansätze und bald auch kommunalpolitische Erfolge der extremen Rechten, die sich seit Mitte der 1920er-Jahre in der NSDAP sammelten.

Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung wurden zahlreiche Beamte durch willfährige Mitglieder der NSDAP ersetzt. Regimegegner und vor allem die jüdische Bevölkerung waren den Repressalien der neuen Machthaber ausgesetzt. In den 1930er-Jahren wurde Arnsberg Garnisonsstadt.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde Arnsberg vom September 1940 bis zum April 1945 wiederholt durch Jagdbomber angegriffen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Stadt weiter. Teilweise entstanden aus ehemaligen Flüchtlingslagern neue Stadtviertel mit einem eigenständigen Charakter. Arnsberg und Neheim waren während des Kalten Krieges Standorte der Belgischen Streitkräfte.