Berghe von Trips Wolfgang Alexander, 1928, Köln


Geboren am:

04.05.1928 in Köln

Gestorben am: 10.09.1961 in Monza, Italien
Verheiratet: nein
Kinder: keine
Geschwister: keine
Eltern:

Eduard Berghe von Trips (+1893 - † 12.03.1971) und Johanna Adelheid (genannt Thessa) Berghe von Trips geb. Melzer (*1895 - † 1978)

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Reichsgraf Wolfgang Alexander Albert Eduard Maximilian Berghe von Trips

IN MORTE VITA - LEBEN IM TOD

Reichsgraf Wolfgang Alexander Albert Eduard Maximilian Berghe von Trips wurde am 04.05.1928 in Köln als letzter Nachkomme eines im früheren Herzogtum Jülich auf Burg Hemmersbach bei Kerpen lebenden alten niederrheinischen Adelsgeschlechts, den Berghe von Trips, geboren. Er war der einzige Sohn des Reichsgrafen Eduard Berghe von Trips, der 1925 die bürgerliche Johanna Adelheid Melzer geheiratet hatte.

1932 zog seine Familie mit den Eltern seiner Mutter auf die Burg Hemmersbach. Sein Vater übernahm dort die Leitung des landwirtschaftlichen Betriebes. Wolfgang besuchte die Volksschule in Horrem und später das Gymnasium in Bergheim. 1935 begleitete er erstmals seine rennsportbegeisterten Eltern zu einem Rennen am Nürburgring. Dadurch wurde auch seine Liebe zum Rennsport geweckt.

Sein schulischer Werdegang wurde durch längere Krankheiten und den Zweiten Weltkrieg unterbrochen. Mehrfach quartierte sich die Wehrmacht auf der Burg Hemmersbach ein. Als 1944 die Front näher rückte, flohen er und seine Familie nach Rederscheid bei Bonn. Erst nach Kriegsende kehrte die Familie auf die schwer verwüstete und von US-Soldaten besetzte Burg zurück. Während seine Eltern sich um den Wiederaufbau kümmerten, besuchte er das Pädagogium in Godesberg und anschließend die Waldorfschule im niedersächsischen Benefeld. Dem Besuch der höheren Schule schloss sich ein Studium der Landwirtschaft an, welches er als Diplomlandwirt abschloss. Seine Ausbildung führte ihn schließlich für einige Zeit als Volontär an eine Münchener Bank, bevor er in den Rennsport einstieg und dort mit zahlreichen Siegen große Erfolge feiern konnte.

1954 wurde Wolfgang Trips Deutscher Sportwagenmeister. 1957 belegte er in der Formel 1 den sechsten Platz beim Grand Prix von Argentinien. Als Formel 1 Fahrer fuhr er für Mercedes, Porsche und als erster deutscher Fahrer überhaupt für Ferrari. 1958 gewann er die Europa-Bergmeisterschaft.

Wolfgang Graf Berghe von Trips wurde weit über den Kreis seiner Heimat und seines Vaterlandes nicht nur durch größte sportliche Erfolge bekannt, sondern mehr noch durch die Freude, Güte und Hochherzigkeit, die er ausstrahlte, in aller Welt geschätzt und bewundert. Er war ein tapferer Mensch, dessen ganzes Wesen von unbesiegbarem Optimismus und von einem strahlenden Idealismus geprägt war.

Beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans rettete er 1958 dem Franzosen Jean Hebert das Leben, weil er anhielt und den verunglückten Jean Hebert aus dem brennenden Fahrzeug barg. Wolfgang Trips hat über diese Tat nie ein Wort verloren. Erst nach seinem Tod fand man in seinem Nachlass ein entsprechendes Dankesschreiben des französischen Rennfahrers Jean Herbert. Am 31.03.1959 wurde ihm das Silberne Lorbeerblatt durch Bundespräsident Theodor Heuss verliehen.

Nach einem steilen Aufstieg im Grand-Prix-Sport sah Wolfgang Berghe von Trips das Ziel seiner sportlichen Wünsche vor sich liegen. 1961 war für ihn die Weltmeisterschaft war in greifbarer Nähe. Am 10.09.1961 startete er als Führender in der Gesamtwertung beim Großen Preis von Italien in Monza. Schon in der zweiten Runde kollidierte er mit dem Lotus von Jim Clark. Sein Ferrari überschlug sich, er wurde aus dem Wagen geschleudert und tödlich verletzt.  Wolfgang Berghe von Trips starb am 10.09.1961 in Monza im Alter von 33 Jahren. Bei dem tragischen Unfall starben 14 Zuschauer.

Er wurde in der Familiengruft auf dem Friedhof in Kerpen-Horrem beigesetzt. 1961 wurde er nach seinem Tod zum Sportler des Jahres gewählt. Wolfgang Berghe von Trips war ein bescheidener, hilfsbereiter und überaus liebenswerter Mensch. Viele, die ihm nahestanden, vermissen einen herzlichen Freund und ein großes sportliches Vorbild.


Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Grabtafel an der Familiengruft auf dem Friedhof in Horrem

Seine Eltern, die mit seinem Tod ihr einziges Kind verloren, gründeten aus dem Familienvermögen zu seinem Andenken die Gräflich Berghe von Trips’sche Sportstiftung zu Burg Hemmersbach, wo seit Mai 2000 das Rennsportmuseum seinen Sitz hat.

Sein Vater starb am 12.03.1971, seine Mutter im Jahr 1978. Mit ihrem Tod endet auch die Geschichte der Familie Berghe von Trips.

Postume Auszeichnungen

  • Seit 1982 wird jedes Jahr der ADAC Graf Berghe von Trips Pokal ausgeschrieben.
  • 1993 wurde ihm zu Ehren eine Statue am Nürburgring aufgestellt, von der auch ein Zweitguss an der Burg Hemmersbach aufgestellt wurde.
  • 2008 wurde Wolfgang Berghe von Trips in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen.

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