Berlin, Deutschland


Berlin ist die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland. Die Stadt Berlin ist mit rund 3,65 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt in Deutschland.

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie Informationen zu Personen, die aus diesem Ort stammten.

Chronik


Archäologische Funde belegen, dass es bereits in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts vorstädtische Siedlungen auf beiden Seiten der Spree gab. 1237 wurde die auf der Spreeinsel gelegene Stadt Kölln erstmals urkundlich erwähnt, 1244 dann Berlin.

Seit 1280 gab es Handelsbeziehungen zur Hanse, besonders zur Stadt Hamburg.

1307 bekamen die beiden Städte Kölln und Berlin ein gemeinsames Rathaus.

Ab dem 14. Jahrhundert war Berlin Mitglied der Hanse.

1448 demonstrierten Einwohner von Berlin im gegen den Schlossneubau des Kurfürsten Friedrich II. Dieser Protest war jedoch nicht von Erfolg gekrönt, und Berlin büßte daraufhin viele der politischen und ökonomischen Freiheiten ein.

1486 erklärte Kurfürst Johann Cicero Berlin zur Hauptresidenzstadt des brandenburgischen Kurfürstentums.

1518 wurde Berlin von der Hanse ausgeschlossen.

1539 wurde unter Kurfürst Joachim II. die Reformation eingeführt. Im Gegensatz zu anderen deutschen Städten erfolgte dies ohne große Auseinandersetzungen.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurden ein Drittel der Häuser in Berlin zerstört und die Bevölkerungszahl halbierte sich.

Als Friedrich Wilhelm 1640 die Regierungsgeschäfte übernahm begann eine Politik der Immigration und der religiösen Toleranz.

1641 wurden die Berlin Vorstädte Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt gegründet.

1671 fanden 50 jüdische Familien, die aus Österreich vertrieben wurden, eine neue Heimat in Berlin.

1685 lud Friedrich Wilhelm die französischen Hugenotten nach Brandenburg ein. Über 6.000 Franzosen ließen sich in Berlin nieder. Um 1700 waren 20 Prozent der Berliner Einwohner Franzosen, ihr kultureller Einfluss war entsprechend groß. Auch aus Böhmen, Polen und Salzburg kamen viele neue Bewohner nach Berlin.

 

Preußen und das Deutsche Kaiserreich


1701 wurde Berlin durch die Krönung Friedrichs I. zum König in Preußen preußische Hauptstadt. Amtlich wurde dies am 17.01.1907 als die Städte Berlin, Kölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt am 17. zu einer Stadt zusammengelegt wurden. Schon bald entstanden neue Vorstädte um Berlin.

1806 unterlagen die preußischen Truppen den Truppen Napoleons und der preußische König zog sich nach Königsberg zurück. Viele Behörden und wohlhabende Familien verließen Berlin ebenfalls.

Von 1806 bis 1808 war Berlin von französischen Truppen besetzt. 1808 wurde unter dem Reformer Freiherr vom und zum Stein eine neue Berliner Städteordnung beschlossen, was zur ersten frei gewählten Stadtverordnetenversammlung führte. An die Spitze der neuen Verwaltung wurde ein Oberbürgermeister gewählt. Die Vereidigung der neuen Stadtverwaltung, Magistrat genannt, erfolgte im Berliner Rathaus.

Bei den Reformen der Schulen und wissenschaftlichen Einrichtungen spielte die von Wilhelm von Humboldt vorgeschlagene Bildung einer Berliner Universität eine bedeutende Rolle. Die neue Universität, gegründet 1810, entwickelte sich schnell zum geistigen Mittelpunkt und wurde bald über die Grenzen Berlins hinaus berühmt.

Die unter Staatskanzler Karl August von Hardenberg eigeführten Reformen wie das Gewerbe-Polizeigesetz mit gleichzeitiger Abschaffung der Zunftordnung, die Einführung einer Gewerbesteuer, die bürgerliche Gleichstellung der jüdischen Bewohner und die Erneuerung des Heerwesen verliehen Berlin einen neuen Wachstumsschub und legten die Grundlage für die Industrieentwicklung.

Am 28.05.1813 wurden wurde das letzte Todesurteil durch Verbrennen auf dem Scheiterhaufen vollstreckt.

In den folgenden Jahrzehnten siedelten sich um Berlin neue Fabriken an, in denen die Zuwanderer als Arbeiter oder Tagelöhner Beschäftigung fanden. Dadurch verdoppelte sich die Zahl der Einwohner durch Zuzug. Unternehmen wie Borsig, Siemens oder die AEG entstanden und führten dazu, dass Berlin bald als Industriestadt galt. Damit einher ging auch der politische Aufstieg der Berliner Arbeiterbewegung, die sich zu einer der stärksten der Welt entwickelte.

 

1850 wurden eine neue Stadtverfassung und Gemeindeordnung beschlossen, wonach die Presse- und Versammlungsfreiheit wieder aufgehoben, ein neues Dreiklassen-Wahlrecht eingeführt und die Befugnisse der Stadtverordneten eingeschränkt wurden. Nur die Rechte des Polizeipräsidenten wurden gestärkt. In seiner Amtszeit bis 1856 sorgte er für den Aufbau der Stadtreinigung, Wasserwerke, Wasserleitungen, Errichtung von Bade- und Waschanlagen.

1861 wurden weitere Vorstädte wie Moabit und der Wedding eingemeindet.

Durch den rasanten Bevölkerungsanstieg, Bauspekulation und Armut kam es zu zugespitzten Wohnverhältnissen in den Mietskasernen.

Am 18.01.1871 wurde mit der Einigung zum kleindeutschen Nationalstaat durch den preußischen Ministerpräsidenten Otto von Bismarck Berlin Hauptstadt des Deutschen Reichs. Nach der Entstehung des Kaiserreichs folgte die Gründerzeit, in der Deutschland zur Weltmacht und Berlin zur Weltstadt aufstieg.

1877 war Berlin bereits eine Millionenstadt und 1905 sogar eine Zweimillionenstadt.

Der vier Jahrzehnte währende Frieden endete mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs 1914. Nach Kriegsende 1918 kehrte Kaiser Wilhelm II. nicht mehr nach Berlin zurück.

 

Weimarer Republik

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Die 1864–1873 von Heinrich Strack zur Erinnerung an die Einigungskriege auf dem Königsplatz erbaute Siegessäule wurde 1938–1939 an den heutigen Standort versetzt.

Am 09.11.1918 wurde in Berlin die Weimarer Republik ausgerufen, die im Zuge der Novemberrevolutionen entstanden war. In den Monaten danach gab es mehrere, zum Teil blutige Konflikte zwischen der Regierung und ihrem Freikorps und den revolutionären Arbeitern. Anfang 1919 erschütterte der Januaraufstand die Stadt, zwei Monate später kam es zu einem Generalstreik. Während der Berliner Märzkämpfe wurden auf Befehl des sozialdemokratischen Reichswehrministers Gustav Noske Feldgeschütze, Mörser und Flugzeuge mit Bomben gegen die Bevölkerung eingesetzt. Dadurch starben in Lichtenberg vom 03.03 bis 16.03.1919 etwa 1200 Menschen.

1920 kam es zu einem Blutbad vor dem Reichstag und später zum Kapp-Putsch. Ende 1920 wurden umliegende Städte und ländlicher Gemeinden in Berlin eingemeindet. Berlin hatte damit rund vier Millionen Einwohner und war nach London die zweitgrößte Stadt Europas und die drittgrößte Stadt der Welt (Platz 1 belegte New York). Berlin erlebte in den 1920er Jahren eine Blütezeit von Kunst, Kultur, Wissenschaft und Technik, was zu dem Begriff „Goldene Zwanziger" führte. Berlin war damals die größte Industriestadt Europas.

 

Nationalsozialismus


1933 ergriffen die Nationalsozialisten die Macht in Berlin, Berlin wurde Hauptstadt des Dritten Reiches. Zusammen mit Albert Speer (Generalbauinspektor) entwickelte Adolf Hitler Pläne für den Umbau Berlins zur "Welthauptstadt Germania", die jedoch nie realisiert wurden.

Die Nazis zerstörten die etwa 160.000 Mitglieder umfassende jüdische Gemeinde Berlins. Tausende Berliner Juden wurden nach den Novemberpogromen von 1938 ins nahe gelegene KZ Sachsenhausen deportiert. Rund 50.000 der noch in Berlin wohnhaften 66.000 Juden wurden von 1941 an in Ghettos und Arbeitslager nach Litzmannstadt, Minsk, Kaunas, Riga, Piaski oder Theresienstadt deportiert. Viele starben dort unter den widrigen Lebensbedingungen, andere wurden später während des Holocausts in Vernichtungslager wie KZ-Auschwitz verschleppt und ermordet.

Am 25.08.1940 wurde Berlin erstmals von britischen Bombern angegriffen. Seit 1943 verstärkten sich die Luftangriffe und weite Teile der Stadt wurden zerstört.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Berlin erstmals am 25. August 1940 von britischen Bombern angegriffen. Die Luftangriffe steigerten sich massiv ab 1943, wobei große Teile Berlins zerstört wurden. Die Schlacht um Berlin 1945 führte zu weiteren Zerstörungen. Nach Ende des Krieges waren 50 Prozent der Gebäude, 75 Prozent der Wohnungen und 128 von 226 Brücken zerstört.

 

Nachkriegsjahre und Wiedervereinigung


Nach der Einnahme der Stadt durch die Rote Armee und der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945 wurde Berlin gemäß den Londoner Protokollen – der Gliederung ganz Deutschlands in Besatzungszonen entsprechend – in vier Sektoren aufgeteilt. Es entstanden die Sektoren der Vereinigten Staaten von Amerika, des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland, Frankreichs und der Sowjetunion. Weder in der Konferenz von Jalta noch im Potsdamer Abkommen war eine förmliche Teilung in Westsektoren und Ostsektor (West-Berlin und Ost-Berlin) vorgesehen. Diese Gruppierung ergab sich 1945/46 u. a. durch das gemeinsame Interesse der West-Alliierten.

Nach der Einnahme der Stadt durch die Rote Armee und der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 08.05.1945 wurde Berlin in vier Besatzungszonen (Sektoren) aufgeteilt. Ursprünglich war keine Aufteilung der Stadt in West-Berlin und Ost-Berlin vorgesehen. Die Aufteilung ergab sich erst durch politische Differenzen der West-Alliierten (USA, Großbritannien, Nordirland und Frankreich) mit der Sowjetunion. Die zunehmenden politischen Differenzen führten nach der Währungsreform in den West-Sektoren 1948/1949 zu einer wirtschaftlichen Blockade West-Berlins, die die West-Alliierten mit der „Berliner Luftbrücke“ überwanden.

Mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland (BRD) und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) 1949 verstärkte sich der Kalte Krieg auch in Berlin. Die BRD wählte Bonn als neue Hauptstadt, die DDR Berlin. West-Berlin gehörte zur BRD, lag aber auf dem Gebiet der DDR. Der Ost-West-Konflikt führte am 13.08.1961 zum Bau der Berliner Mauer durch die DDR und damit zu einer geteilten Stadt.

Der Osten und Westen der Stadt waren seitdem voneinander getrennt. Der Übergang war nur an bestimmten Kontrollpunkten möglich, allerdings nicht mehr für die Bewohner der DDR und Ost-Berlins und bis 1972 nur in Ausnahmefällen für Bewohner West-Berlins, jene die nicht nur im Besitz des Berliner Personalausweises waren.

Erst 1989 kam es mit dem Fall der Berliner Mauer zur politischen Wende. Deutschland wurde wiedervereinigt und Berlin am 03.10.1990 Hauptstadt des vereinten Deutschlands.