Billstein Heinrich Dr. jur., 1883, Köln


Geboren am:

23.01.1883 in Köln

Gestorben am: 28.06.1956 in Köln
Verheiratet mit: Therese Frieda Billstein geb. Eigel
Kinder: 1 Tochter
Geschwister: nicht bekannt
Eltern: nicht bekannt

Er widmete sein Leben seiner Heimatstadt Köln

Heinrich Billstein wurde am 23.01.1883 in Köln als Kind einer alteingesessenen, treukatholischen Familie geboren. In Köln verlebte er seine Jugend, in der er das geistige Fundament zu seinem so reich erfüllten Leben legte. Seine juristischen Studien an den Universitäten Freiburg im Breisgau, Münster und Bonn schloss er ab mit seiner Promotion in Leipzig am 21. 09.1908 und seinem großen Staatsexamen in Berlin am 10.02.1910.

Am 07.03.1909 heiratete er Therese Frieda EigeI. Aus der Ehe ging seine heiß geliebte Tochter hervor.

Von 1912 an widmete er seine ganze Arbeitskraft und Liebe seiner Heimatstadt Köln; von 1914 an als Beigeordneter Bürgermeister. Während fast des ganzen Ersten Weltkrieges stand er an den verschiedensten Fronten im Dienste des Vaterlandes, zuletzt als Hauptmann und stellvertretender Bataillonskommandeur, ausgezeichnet mit den Eisernen Kreuzen I. und II. Klasse und dem Verwundetenabzeichen. Im Oktober 1918 zurückgerufen, stellte er wiederum sein ganzes Können, Wollen und Wissen in rastloser Arbeitsfreudigkeit und großer Sachkenntnis in den Dienst seiner, ihm wie schon seinen Vorfahren ans Herz gewachsenen Stadt Köln, in engster Verbindung mit dem damaligen Oberbürgermeister, Herrn Dr. Konrad Adenauer, der später Bundeskanzler wurde.

Es gibt kaum ein Gebiet der Kommunalverwaltung, in dem er in diesen Jahren nicht verantwortlich tätig war.

Ein jähes Ende fand die ihm so zur Herzensangelegenheit gewordene Tätigkeit am 17.03.1933 durch die zwangsweise Versetzung in den Ruhestand, weil die nationalsozialistische Diktatur in seinem aufrechten, rückhaltlos ehrlichen und kompromisslosen Charakter einen unversöhnlichen Gegner sah, dessen sie sich durch Verfolgungen mannigfacher Art, die später bis zu seiner Verhaftung führten, zu entledigen suchte. Mit Würde und Gottvertrauen, unter dem nie versagenden Beistand seiner Ehefrau, ertrug er alle die Bitterkeit, die damit verknüpft war. Um so mehr widmete er sich seit 1933 seiner Familie und den vielen Menschen, die Rat und Hilfe suchend, ihre Anliegen zu ihm brachten und denen er sich in väterlicher Hilfsbereitschaft nie versagte, sowie den vielen ehrenvollen Aufträgen im kirchlich-religiösen Raum.

War er doch schon von 1919 an Mitglied des Kirchenvorstandes von St. Agnes in Köln, dessen stellvertretender Vorsitz er im Jahre 1931 übernahm, bis ihn im Jahre 1950 Alter und Gesundheitsrücksichten zur Niederlegung zwangen. Er nahm die ihm in diesem Bereich gestellten Aufgaben nie leicht. Von 1934 bis 1936 war er Berater der Bischöflichen Finanzkammer, von 1935 bis 1950 im Vorstande der Borromäus Zentrale in Bonn. 1946 wurde er in den Katholikenausschuss der Stadt Köln berufen und von 1535 an war er Mitglied des Bürgerkomitees für die Greisenspeisung,

Welche Unsumme von Arbeit und Last, aber auch von Selbstlosigkeit und Idealismus hinter dieser nüchternen Aufzählung steht, lässt sich kaum ermessen. Mit blutendem Herzen erlebte er die Zerstörung seiner geliebten Stadt, mit der er lieber untergehen, als sie verlassen wollte. Ein großer Schmerz war es ihm, dass er dem an ihn im Jahre 1945 ergehenden Rufe in die Leitung der Stadt zurückzukehren und an deren Wiederaufbau mitzuwirken aus Gesundheitsrücksichten nicht mehr folgen konnte.

Bei der Feier seines 70. Geburtstages fand er die äußere, von ihm selbst nie erstrebte Anerkennung. Seine Heiligkeit Papst Pius XII. ehrte ihn durch seine Ernennung zum Komtur des Ordens vom heiligen Sylvester und der Bundespräsident Theodor Heuss zeichnete ihn mit dem Verdienstkreuz der Bundesrepublik aus.

Seine letzten Lebensjahre waren belastet vom Kreuz einer langen und schmerzhaften, zehrenden Krankheit, die er mit männlicher Geduld und großem Gottvertrauen ertrug, so wie er sein ganzes Leben unter das Walten seines Gottes und Herrn gestellt hatte. Heinrich Billstein starb in den ersten Morgenstunden am 28.06.1956 in Köln im Alter von 73 Jahren.


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