Bocholt, Deutschland


Bocholt ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen. 1975 wurden folgende Gemeinden zu Bocholt eingegliedert: 

  • Barlo
  • Biemenhorst
  • Hemden
  • Holtwick
  • Liedern
  • Lowick
  • Mussum
  • Spork
  • Stenern
  • Suderwick

Auch ein Teil des Ortsteils Lankern der aufgelösten Gemeinde Dingden kam zu Bocholt.

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie Informationen zu Personen, die aus diesen Orten stammten.

Chronik


Erstmals erwähnt wurde Bocholt im 8. und 9. Jahrhundert.

1222 erhielt Bocholt Stadtrechte.

Im 14. Jahrhundert wurde eine zweite Kirche in Bocholt erbaut.

Im 15. Jahrhundert wurde die Stadtpfarrkirche St. Georg erbaut und es entstanden 3 Klöster.

1598/1599 war Bocholt monatelang von spanischen Truppen besetzt.

1618 - 24 wurde das Rathaus gebaut.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Bocholt zerstört. Die Stadt wurde mehrmals geplündert und eine teure Besetzung von 1635 bis 1650 durch hessische Truppen führte zur Verarmung der Stadt. Hinzu kamen einige Jahre Pest. Bocholt ging sowohl wirtschaftlich als auch politisch unter.

Da Bocholt seit Mitte des 16. Jahrhunderts zum Protestantismus tendierte und sich Rekatholisierungsversuchen widersetzte, verlor Bocholt 1627 seine städtische Selbständigkeit und erhielt sie nach erfolgter Gegenreformation nur eingeschränkt zurück.

Mitte des 16. Jahrhunderts entwickelte sich die manuelle Textilherstellung aus Baumwolle wurde in den folgenden Jahren der wirtschaftliche Schwerpunkt Bocholts.

1801 wurde Bocholt durch den Frieden von Lunéville zur Landeshauptstadt.

1815 wurde Bocholt dem Königreich Preußen zugeordnet und damit in den Kreis Borken, Regierungsbezirk Münster, Provinz Westfalen.

1852 begann mit der Aufstellung der ersten Dampfmaschine für eine Spinnerei die Industrialisierung, die Bocholt ab 1871 einen kräftigen Wirtschaftsaufschwung brachte. Bis 1914 wurden mindestens 114 Textilfirmen gegründet. Mit dem Aufschwung der Textilindustrie war ein starker Bevölkerungsanstieg und ein Ausbau der Infrastruktur verbunden.

  • 1875 wurde mit dem Bau eines Krankenhauses begonnen, welches 1878 fertiggestellt wurde.
  • 1878 wurde Bocholt an das Eisenbahnnetz angebunden.
  • 1899 bis 1900 entstand der erste Schlachthof.
  • 1904 wurde der Bahnhof erbaut.
  • 1907 wurde die Feuerwehr Bocholts gegründet.
  • 1909/1910 entstand das erste Alten- und Waisenhaus.
  • Von 1911 bis 1913 entstand die Kanalisation.

Nach dem ersten Weltkrieg stagnierte die Wirtschaft in Bocholt.

 

Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit


Während des Zweiten Weltkrieges wurden alle Juden in Bocholt, die nicht rechtzeitig ausgewanderten, in Konzentrationslager deportiert und dort ermordet. Die jüdische Synagoge wurde im November 1938 geschändet.

Das zwischen 1935 bis 1938 erbaute Stadtwaldlager wurde im Zweiten Weltkrieg als Kriegsgefangenenlager genutzt. Zwischen 1942 und 1944 von wurde das Lager von Oberst Hans Jauch (Großvater von Günther Jauch - bekannter deutscher Fernsehmoderator, Entertainer, Journalist und Produzent) befehligt. Auf dem Friedhof des Lagers liegen über 1.700 Sowjetsoldaten.

Am 22.05.1945 wurde Bocholt durch einen Bombenangriff zu ca. 85 Prozent zerstört und Ende März von britischen Truppen besetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte die Stadt zur britischen Besatzungszone.

In dem ehemaligen Kriegsgefangenenlager wurde ein Displaced Persons Lager (Lager für Personen, die nicht an diesem Ort beheimatet sind) errichtet. Die Mehrheit der sogenannten „Displaced Persons“ waren ehemalige Zwangsarbeiter aus Estland, Jugoslawien, Litauen und Polen. Viele weigerten sich wieder in die mittlerweile kommunistische Heimat zurückzukehren und wollten lieber nach Übersee auswandern. Daher bestand das Lager noch bis Anfang der 1950er Jahre.

Der Wiederaufbau in der Mitte des 20. Jahrhunderts gelang sehr rasch. Zwar ging die Textilindustrie zurück, dafür wuchsen die Metall- und die Elektroindustrie, die heute die lokale Wirtschaft bestimmen.