Bojert Georg, 1913, Delmenhorst


Geboren am:

02.09.1913 in Delmenhorst

Gestorben am: 12.01.1946 in Morschansk in Russland
Verheiratet: nein
Kinder: nicht bekannt
Geschwister: nicht bekannt
Eltern: nicht bekannt

Gestorben auf dem Weg aus der Kriegsgefangenschaft zurück in die Heimat

Georg Bojert wurde am 02.09.1913 in Delmenhorst geboren. Seine Jugendjahre verlebte er in Vechta und besuchte dort das Gymnasium Antonianum. Nach Abschluss der Reifeprüfung an Ostern 1933, entschloss er sich, trotz der schweren, britischen Zeit, zum Studium der Theologie. Die Jahre seines Studiums in Münster und Tübingen, im Kreis junger, gleichgesinnter Theologen, die sich in der wissenschaftlichen und praktischen Vorbereitung für die Arbeit im Weinberg des Herrn zu fördern suchte, waren für ihn überaus schöne und glückliche Jahre.

Am 18.12.1938 empfing er durch Bischof Clemens August die Heilige Priesterweihe und am 25.01.1939 begann seine Tätigkeit als Kaplan in Wilhelmshaven an der St. Willehad Kirche. Seine priesterliche Tätigkeit entfaltete er besonders in der jungen Gemeinde Voslapp. Große Liebe und Fürsorge zeigte er für die Jugend und versuchte sie für Christus zu gewinnen.

Im Januar 1940 berief ihn der Bischof als Kaplan und Religionslehrer nach Moers am Rhein. Nur wenige Wochen wirkte er dort, denn schon im Februar 1940 wurde er zum Heerdienst einberufen und hat als Sanitäter seinen Kameraden in leiblicher und seelischer Not beigestanden.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges kam er mit vielen Kameraden in ein Gefangenenlager in Sibirien. Dort war er auch als Sanitäter tätig, bis er selbst schwer erkrankte. Als nun ein Transport Schwacher und Kranker aus dem Gefangenenlager entlassen wurde, trieb ihn die große Sehnsucht nach der Heimat nach Hause und er versuchte, trotz seiner schweren Erkrankung, unter allen Umständen mit entlassen zu werden. Aufgrund der starken Kälte und der schlechten Behandlung und Verpflegung während des Transports nach Hause verschlimmerte sich sein Zustand so sehr, dass er Morschansk in Russland in einem Kriegsgefangenenlazarett am 12.01.1946 im Alter vom 32 Jahren starb.

Eine große Liebe hatte er zur Heimat und seiner Familie. In einem seiner letzten Briefe schrieb er: „Ob wir unseren Weg durch diese Welt fortsetzen sollen, oder ob wir in das ewige Reich gerufen werden, das wollen wir Gottes vorsehender Hand überlassen.“



Gedenkseite 1779