Brecher Reiner Jakob, 1897, Buir


Geboren am:

02.09.1897 in Buir

Gestorben am: 31.08.1976 in Kerpen
Verheiratet mit: Maria Gertrud Brecher geb. Nesseler 
Kinder: 1 Tochter und 3 Söhne, darunter Franz Arnold Maria und Thomas Nikolaus Maria
Geschwister: 2 Schwestern 
Eltern: Friedrich Josef Brecher und Clara Brecher geb. Pingen

Aus seinem Leben

Geboren am 02.09.1897 in Buir als einziger Sohn von Friedrich Josef Brecher und Clara Pingen, verlebte er mit seinen beiden Schwestern eine glückliche Kindheit. Nach Vollendung seiner Gymnasialstudien in Münstereifel und an der alten Ritterakademie in Bedburg musste er sofort an die Fronten des Ersten Weltkrieges in Flandern und Rumänien.

Sein Einsatz als einfacher Soldat wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Die unerbittliche Härte dieser Schreckensjahre hinterließ nicht nur körperliche Schäden, sondern prägte ich dem jungen Kriegsheimkehrer eine seiner Zeit vorauseilende kritische soziale Wertung seiner Mitmenschen und seiner Umwelt. Seinen christlichen Glauben und seine friedliebende Güte hatten die Kriegsgräuel nicht erschüttert. Bis zu seinem Tod kannte er in tiefer Frömmigkeit die Kraft und den Trost des Gebets.

1924 übernahm er den Hof seines Vaters und bewirtschaftete wenig später auch den Hof seiner frühverwitweten Schwestern.

Durch die Lehren des Krieges fühlte er sich verpflichtet, in Bescheidenheit und Uneigennützigkeit Aufgaben des öffentlichen Lebens zu übernehmen. Als langjähriges Mitglied des Kirchenvorstandes stand er mit Rat und Tat beim Wiederaufbau der Pfarrkirche zur Verfügung. Dem Sportverein war er ein eifriger Förderer und verhalf dem Fußballklub zu seinem ersten Spielplatz.

Am 21.06.1938 vermählte er sich in der Pfarrkirche zu Rommerskirchen mit Maria Gertrud Nesseler von den Gillerhöfen zu einer überaus glücklichen und harmonischen Ehe. Liebe und Verständnis füreinander bewährten sich vor allem in schweren Zeiten.

Auch im Zweiten Weltkrieg wurde er bereits im August 1939 zum Kriegsdienst eingezogen. Bei der totalen Zerstörung der Buirer Burg entging er nur knapp dem Bombentod. Um so glücklicher und zufriedener waren die Jahre nach dem Wiederaufbau seines Hofes, die er mit seiner Frau und seinen 5 Kindern erlebte.

Neben Familie und Beruf galt seine ganze Passion dem Waidwerk, welches er stets vorbildlich als Jäger und Heger ausübte. Bis in die letzten Tage fand er in der Stille seines Waldes Kraft und Entspannung. Die alten Jagdkameraden waren seine besten Freunde, denen er bis zu seinem Tod treu verbunden blieb.

Begabt mit den Vorzügen eines unbestechlich sicheren Urteils, mit der Biederkeit des Charakters, mit Geradheit und Ehrlichkeit der Gesinnung und der Güte des Herzens, so stand er vor seinen Kindern als das Vorbild eines guten und liebevollen Vaters.

Tief bedrückt hat ihn die Sorge um die Krankheit und den frühen Tod seiner lieben Schwiegertochter, die ihm vor wenigen Wochen mit einem Enkelkind in den Tod voranging.

Der Rittergutsbesitzer der Buirer Burg Reiner Jakob Brecher starb am 31.08.1976 im Alter von 79 Jahren in Kerpen. Durch seinen Tod sind alle, die ihn liebten und schätzten, ärmer geworden.


Gedenkseite 1917