Celle, Deutschland


Celle ist eine Stadt und Kreisstadt des Landkreises Celle in Niedersachsen. Celle gilt als Tor zur Lüneburger Heide und ist ein Ort mit einer sehr schönen Altstadt.

Seit 1869 wurden folgende Orte in Celle eingemeindet:

  • 1869 Altenhäusen, Blumlage, Heese, Hehlentor, Neuenhäusen, Neustadt und Teile von Wietzenbruch
  • 1939 Klein Hehlen
  • 1961 Vorwerk
  • 1968 Boye
  • 1973 Altencelle, Altenhagen, Bostel, Garßen, Groß Hehlen, Hustedt, Lachtehausen, Scheuen und Teile von Westercelle

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie Informationen zu Personen, die aus diesen Orten stammten.

Chronik

985 bis 1800


985 wurde Celle erstmals urkundlich erwähnt.

Im 11. Jahrhundert hatte die Stadt bereits Münzrecht.

1292 gründete Herzog Otto II. der Strenge eine Siedlung an der bereits bestehenden Burg.

1301 erhielt Zelle das Stadtrecht und der Bau der Stadtkirche wurde begonnen.

1378 wurde Celle Residenz der Herzöge von Sachsen-Wittenberg.

Ab 1433 residierten die Fürsten von Lüneburg im Celler Schloss.

1453 wurde vor den Stadttoren von Herzog Friedrich dem Frommen ein Franziskanerkloster gegründet.

1464 erhielt Celle das Monopol zur Kornschifffahrt, was für die Stadt einen wirtschaftlichen Aufschwung bedeutete.

1524 wurde der Protestantismus eingeführt.

1570 begann der Bau der Schlosskapelle.

1585 wurde die Schlosskapelle eingeweiht.

Zwischen 1665 bis 1705 erlebte Celle eine kulturelle Blüte, als die französische Gattin des Herzog Georg Wilhelms italienische Baumeister nach Celle holte und den französischen und italienischen Garten anlegen und das barocke Schlosstheater errichten ließ.

1705 ging Celle an das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg über und verlor damit den Status der Residenzstadt. Als Ausgleich erhielt Celle ein Gericht, ein Zuchthaus und ein Landgestüt und damit begann die Entwicklung zur Beamten- und Juristenstadt.

1786 wurde die erste deutsche Landwirtschaftliche Versuchsanstalt durch Albrecht Thaer gegründet.

 

1800 bis Ende Zweiter Weltkrieg


1842 wurde die Cambridge-Dragoner-Kaserne errichtet.

1869 bis 1872 Bau einer Infanteriekaserne für das Infanterieregiment Nr. 77.

1892 wurde mit Geldspenden der Bürger das heutige Bomann-Museum gegründet.

1913 wurde die Cambridge-Dragoner-Kaserne weiter ausgebaut und der Glockenturm der Stadtkirche errichtet.

Während des Ersten Weltkrieges gab zwei Kriegsgefangenenlager bei Celle. Im Cellelager in Scheunen waren etwa 10.000 Kriegsgefangene untergebracht. Im Celler Schloss waren bis zu 300 Zivilgefangene (vor allem ausländische Studenten, Kaufleute, Industrielle und Künstler, die in Deutschland lebten) inhaftiert. Nach Kriegsende entstand in Celle ein Soldatenfriedhof.

1929 eröffnete ein Karstadt-Warenhaus in Celle.

1932 wurde die private Aktiengesellschaft Seidenwerk Spinnhütte AG durch Fusion der Seidenspinnereien aus Celle und Peine gegründet.

1936 wurde die Cambridge-Dragoner-Kaserne nach einem Brand wiederaufgebaut.

Die Aktionäre der 1932 gegründeten Seidenwerk Spinnhütte AG wurden 1936 von den Nazis enteignet und das Vermögen der Aktiengesellschaft auf die Mitteldeutsche Spinnhütte GmbH übertragen, weil Bilanzen einer GmbH im Gegensatz zu denen einer Aktiengesellschaft nicht veröffentlicht werden mussten und so Produktionszahlen geheim gehalten werden konnten. Denn hauptsächlich wurde bei Spinnhütte Fallschirmseide produziert, die für die 1936 aufgestellte Fallschirmjägertruppe benötigt wurde.

1938 wurde die Infanteriekaserne aus dem Jahr 1869 in Heidekaserne umbenannt.

Während der Reichspogromnacht am 09.11.1938 wurde die Synagoge nicht abgebrannt, weil dann auch Brandgefahr für die angrenzende Lederfabrik und Teile der Altstadt bestanden hätte. Zwischen 26 bis 39 jüdische Einwohner Celles wurden Holocaustopfer.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges fanden in der Spinnhütte im Rahmen Versuche zur Urananreicherung statt.

Am 08.04.1945 kam es zum einzigen alliierten Luftangriff auf Bahnhofsanlagen in Celle. Die Bomben trafen wartende Züge mit mehreren tausend KZ-Häftlingen, hunderte Menschen starben bei dem Angriff. Vielen Zuginsassen gelang zunächst die Flucht, etwa 170 Flüchtlinge wurden jedoch von der SS und Bürgern aus Celle gefunden und erschossen.

Am 12.04.1945 wurde Celle von alliierten Truppen ohne Widerstand eingenommen.

 

Nachkriegszeit bis heute


1945 wurde die Cambridge-Dragoner-Kaserne aus dem Jahr 1842 in Goodwood Baracks umbenannt. Britische Truppen zogen in die Heidekaserne (ehemalige Infanteriekaserne aus dem Jahr 1868) ein.

1964 baute Telefunken in Celle ein neues Werk für die Herstellung von Farbfernsehern. Die Produktion begann 1966 und Telefunken wurde zum größten Arbeitgeber von Celle.

1976 waren die Goodwood Baracks (ehemals Cambridge-Dragoner-Kaserne) Sitz der Panzerbrigade 33 der Bundeswehr.

1980 wurden die Goodwook Baracks wieder in Cambridge-Dragoner-Kaserne umbenannt.

Seit 1996 wird das Gelände der Cambridge-Dragoner-Kaserne als Jugendzentrum genutzt.

1997 wurde das Telefunkenwerk in Celle geschlossen.

2001 erhielt Celle die Goldmedaille beim Bundeswettbewerb „Unsere Stadt blüht auf“.

2017 wurde Celle der Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“ von der Evangelischen Kirche verliehen.