Chmurzynski Theodor (Pater Remigius), 1917, Berlin


Geboren am:

08.10.1917 in Berlin

Gestorben am:

06.05.2006 in Brühl

Verheiratet:

nein

Kinder:

nicht bekannt

Geschwister: nicht bekannt
Eltern: nicht bekannt

"Ich könnte die ganze Welt umarmen vor innerem Glück, mein Gott wurde ich beschenkt in meinem Leben"

Theodor Chmurzynski wurde am 08.10.1917 in Berlin geboren. Nach seinem Abitur in Vechta auf der Schule der Dominikaner trat er im September 1937 in den Orden der Dominikaner ein und machte in Warburg/Westfalen sein Noviziat und nahm den Namen Remigius an.

Am 27.09.1938 machte er in Warburg seine einfache Profess. 1938 begann er mit dem Studium an der Hochschule der Dominikaner in Walberberg. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach wurde er von der Wehrmacht eingezogen und verbrachte seine Militärzeit in Polen und Kurland.


1945 setzte er seine Studien in Walberberg und an der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität in Bonn fort. Seine feierliche Profess legte er am 15.10.1946 im Kloster Walberberg ab und wurde am 26.07.1947 zum Priester geweiht. 1949 wurde er Syndikus des Dominikanerklosters St. Albert in Walberberg, eine Tätigkeit, die er mit einer Unterbrechung von 1952/1955 bis 1969 ausübte. Hier fand er seine Lebensaufgabe und Berufung, hier konnte er seine Fähigkeiten entfalten.

Pater Remigius war ein Mensch mit einem außergewöhnlichen Charisma, auf andere Menschen zugehen und sie für sich bzw. das Kloster zu gewinnen. Aufgrund seines Charmes gelang es ihm, für das Kloster, die Hochschule und für andere Menschen, Arme, Kranke und Verzweifelte, oft kaum noch nachvollziehbar, große Geldsummen bereitzustellen. Man nannte ihn auch den „König der Bettler“. Aber dieses Attribut trifft nicht zu; er bettelte nicht, er verstand es immer, kleine und große Leute, arme und reiche Leute zur Hilfe für andere zu begeistern. Sie waren und fühlten sich nicht genötigt und gaben in dem Bewusstsein, etwas Gutes getan zu haben.

Seine Hilfe für das Kloster St. Albert war gerade nach Ende des Zweiten Weltkrieges besonders wichtig und unschätzbar. Das Kloster befand sich vor seiner Amtsübernahme in einem schlechten Zustand. Pater Remigius gelang es nach wenigen Jahren jedoch, die Klosteranlage gründlich zu renovieren, zu erweitern und zu modernisieren. Er hatte das, was man Verbindungen nennt, zu Größen in der Wirtschaft und der Politik. Dabei blieb er immer der tieffromme und begeisterte Priester und verkündete so auf seine Art das Evangelium.

Herbert Wehner gehörte zu den Menschen, denen er als Seelsorger begegnet ist. Pater Remigius war nicht nur für das eigene Kloster tätig, sondern half auch anderen, die Hilfe nötig hatten. So unterstützte er die polnischen Dominikaner mit großen Summen, u.a. beteiligte er sich an einer Familienzusammenführung von Deutschen aus Rumänien, wobei ihm sein Freund Herbert Wehner zur Seite stand.

1969 gab er sein Amt als Syndikus im Kloster Walberberg ab und war bereit, eine völlig neue Aufgabe zu übernehmen; er wurde Krankenseelsorger am Marienhospital in Brühl. Auch diese Aufgabe ging er mit der ihm eigenen Begeisterung und Gabe zu helfen und zu organisieren an. Der damalige Pfarrer Lehnen von der Kirchengemeinde St. Margareta, der Eigentümerin des Krankenhauses, bat ihn, sich auch um die wirtschaftlichen Belange zu kümmern. Mit seiner Hilfe gelang es, die Bilanzen von roten 3 Millionen Deutsche Mark Schulden innerhalb von 2 Jahren in solide schwarze Zahlen zu führen. Daneben erfüllte er seine eigentliche Aufgabe als Krankenhausseelsorger durch Krankenbesuche, Versehgänge und Gottesdienste. Die Krankenhauskapelle renovierte er liebevoll und zog durch seine Art die Messe zu feiern und zu predigen viele Menschen an.

Pater Remigius beendete mit 75 Jahren im Jahr 1992 seine Tätigkeit als Krankenhausseelsorger im Marienhospital Brühl und lebte bis zu seinem Tod dort in einer kleinen Wohnung, die Souvenirs seines bewegten Lebens enthielt. Kurz vor seinem Tod besuchte ihn ein Journalist vom Deutschlandfunk, der eine Sendung zur Schließung des Klosters Walberberg machen wollte, für das er so viel getan hatte. Diesem sagte er „Ich könnte die ganze Welt umarmen vor innerem Glück, mein Gott wurde ich beschenkt in meinem Leben“.

Am Morgen des 06.05.2006 rief Gott Pater Remigius im Alter von 88 Jahren zu sich.


Gedenkseite 2117