Chorzów (Königshütte), Polen


Chorzów (deutsch: Königshütte), ist eine bedeutende Industriestadt in der polnischen Woiwodschaft Schlesien und gliedert sich in die Stadtbezirke:

  • Chorzów Batory (Bismarckhütte)
  • Chorzów Miasto (Königshütte)
  • Chorzów Stary (Chorzow)
  • Chorzów II (Königshütte)
  • Klimzowiec (Klimsawiese)
  • Maciejkowice (Maczeikowitz)

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie Informationen zu Personen, die aus diesen Orten stammten.

Chronik


Die Ursprünge der heute mehr als 100.000 Einwohner großen Stadt Chorzów gehen auf das Jahr 1797 zurück. Damals wurde in der Region die Königshütte, ein mit Dampfkraft betriebenes Hüttenwerk als preußisches Staatsunternehmen gegründet. Der in dem Hüttenwerk 1802 angestochene Hochofen galt damals als der größte in Europa.

Am 17.07.1868 entstand dann die Gemeinde Königshütte aus dem Gutsbezirk Königshütte, Hüttenwerk, Kolonie Erdmannswille, Charlottenhof und aus Teilen der Landgemeinde Chorzów und der Gutsbezirke Ober Heiduk, Mittel Lagiewnik, Ober Lagiewnik und Schwientochlowitz.

1871 wurde die Hütte „Königshütte“ Teil der preußischen Vereinigten Königs- und Laurahütte.

Seit dem 20.06.1884 wurde das heutige Chorzów offiziell als Königshütte Ober-Schlesien oder abgekürzt Königshütte O.S. Am 01.04.1898 erhielt Königshütte O.S. den Status eines Stadtkreises.

Nach Ende des Ersten Weltkrieges stimmten die Wähler in Königshütte am 20.03.1921 mehrheitlich mit 74,5 Prozent für einen Verbleib bei Deutschland, während die Wähler im Landkreis Kattowitz mehrheitlich für einen Anschluss an Polen stimmten. Aus diesem Grund wurde am 19.06.1922 die Stadt Königshütte O.S. zusammen mit dem Landkreis Kattowitz an Polen abgetreten. Königshütte wurde umbenannt in Królewska Huta. Trotz Zugehörigkeit zu Polen, bestand der Stadtrat in Królewska Huta bis 1939 mehrheitlich aus Deutschen.  

Am 01.04.1934 wurde die Landgemeinde Chorzów und 1937 Neu Heiduk (Nowe Hajduki) eingemeindet und gleichzeitig Królewska Huta in Chorzów umbenannt. Am 01.04.1939 wurden die Gemeinden Wielkie Hajduki, Kochłowice (zum Teil) und Świętochłowice (zum Teil) nach Chorzów eingemeindet.

Während des Zweiten Weltkrieges hieß die Stadt seit dem 26.10.1939 wieder Königshütte (ohne Zusatz O.S) und gehörte zur preußischen Provinz Schlesien und ab 1941 zu Oberschlesien.


Auch aus Chorzów wurden ab 1939 Juden von den Nationalsozialisten im Rahmen des Nisko-Plans deportiert, darunter gemäß Gedenkbuch - Das Bundesarchiv:

Angres Josef, Angreß Max, Aschner Max, Badrian Emma, Bauer Martin, Baum Margot, Behle Flora, Behnsch Clara, Beiner Herta, Beiner Max Carl Jonas, Beiner Paul, Benger Emanuel, Benger Henriette, Berger Alfred, Berger Rosa Emma, Beutner Bruno, Bieber Florentine, Blandowsky Martha, Blandowsky Moritz, Blankenstein Irma, Blumenthal Max, Blumenthal Rose, Boas Clara, Bobrowsky Aron, Boehm Arthur, Böhm Ellen, Böhm Rosa, Borensztajn Ruchla, Borinski Oskar, Borinski Paul, Brauer Selma, Brauer Werner, Breslauer Martha, Brill Alfred, Brock Leopold, Brock Manfred, Brock Minna, Brock Walter, Brummer Rosa, Cohn Alfred, Cohn Else, Cohn Moritz, Conradi Margot, Czamowiecki Leopold, Destelier Heinrich, Dienemann Martha, Dombrowski Cäcilie, Dzialoszynski Else, Edel Friederike, Ehrlich Richard, Feige Moritz, Fiedler Irma, Fink Johanna, Finkelstein Ernestine, Fischel Erwin, Fonfé Emil, Fonfé Wilhelm, Fraenkel Margarete, Fränkel Eugenie, Freund Ida, Frey Hugo, Frey Kurt, Frey Sofie *1870, Frey Sofie *1871, Friedberg Walter, Friedenstein Selma, Friedman Ida, Froehlich Max, Fröhlich Gerda, Fröhlich Ludwig, Fröhlich Martin, Fröhlich Max, Fuchs Laura, Gerstel Isidor, Glogauer Friederike, Glück Gertrud, Goerke Bernhard, Goerke Friedrich, Goerke Helene, Goerke Paul, Globig Hulda, Goldberger Jakob, Goldberger Moritz, Goldschmidt Grethe, Goldschmidt Rosa H., Goldschmidt Waldemar, Goldstein Adele, Goldstein Anna, Goldstein Cäcilie, Goldstein Harry, Goldstein Jakub, Goldstein Johanna, Goldstein Olga, Gotthardt Walter, Grabowski Fanny, Graetzer Marie, Growald Julius, Growald Paul, Grünberg Erich, Grünberger Nelly, Grünberger Paula, Grünpeter Erna, Gruschka Adolf, Guttmann Elsa, Haase Ernst, Hamburger Erwin, Hamburger Martin, Hamburger Rosalie, Hamburger Sally, Händler Siegismund, Hecht Erna, Hecht Henny, Hecht Margot Minna, Heilborn Erich, Heltai Elsbeth, Hermanns Flora, Heymann Max, Hirschel Günther, Hoffmann Frieda, Israel Martha *1869, Israel Martha *1870, Jachmann Felica, Jacob Klara, Jacobowitz Selma, Juliusburger Rosa, Kaiser Ernestine, Kaiser Ruth, Kamm Max, Kamm Mila, Kamm Thea, Kapelner Bianka, Kassel Rosalie, Katz Margarete, Keins Fedor, Keins Maximilian, Keins Siegfried, Kempner Ruth, Kirschner Josephine, Kirstein Olga, Klappholz Alfred, Klytta Henriette, Kochmann Fedor, Kolodzinsky Julius, Koplowitz Johanna, Kopp Elfriede, Kosterlitz Margarete, Kraft Elfriede, Kramberg Chaim, Krebs Georg Friedrich, Kriwaczek Eliese, Kusselewski Laura, Lachmann Cäcilie, Lentschütz Martin, Leschziner Eufemie, Leschziner Max, Leschziner Wilhelm, Lewin Lucie, Lewin Paul, Linzer Amalie, Loew Maria, Loewy Art(h)ur, Loewy Erna, Loewy Johanna, Lopatka Art(h)ur, Lopatka Georg, Löwenstein Rita, Lustig Max, Markowitz Elly, Mattio Nanny, Meth Fedor, Meth Johanna, Mischkowsky Herta, Moses Ida, Münzer Ilse, Neben Edith, Nebel Ernst, Nebel Paula, Nebel Wilhelm, Ostrowsky Frieda, Ostrowsky Josef, Ostrowsky Leo, Perl Max, Pick Walter, Pinkus Kurt Erwin, Popper Ernestine, Popper Oskar, Prager Ruth, Preiss Jakob, Preiss Lisbeth, Priester Emil, Przyrembel Bianka, Riesenfeld Herta, Ring Fritz, Ritter Ernst, Rosenbaum Grete, Rosenbaum Max, Rosenberger Ida, Rosenthal Johanna, Ruf Frieda, Rund Günther, Russ Jettel, Sachs Felix, Sachs Regina, Sager Charlotte, Salomon Paula, Schall Natalie, Schein Kurt Paul, Schiller Clara, Schindler Bianka, Schindler Elise, Schindler Isidor, Schindler Karl, Schindler Minka, Schlesinger Fanny, Schlesinger Helene, Schlesinger Rosa, Schmeidler Gustav Kurt, Schmerl Hedwig, Schönfeld Dorothea, Schwarz Jenny, Seelig Clara, Seidler Erich, Siedner Eugen, Siedner Johanna, Siedner Olga, Silberstein Rosa, Silbiger Edmund, Singer Erich, Singer Felix, Singer Flora, Singer Ruth, Steinitz Anna, Steinitz Eugen, Stern Leo, Sternberg Wilhelm, Süssmann Kurt David, Süssmann Paula, Syska Albert, Szlesinger Lina, Szylit Szmul, Tau Käthe, Tichauer Alexander, Tichauer Anna, Tichauer Art(h)ur, Tichauer Erwin, Tichauer Jenny, Tichauer  Jonas, Tichauer Moritz, Tichauer Oskar, Tietz Helene, Totschek Paul, Troplowitz Martha, Wachsmann Else, Wachsmann Fanny, Wachsmann Hans, Walter Albert Gustav, Walter Else, Walter Helene, Wartenberger Günther, Wachtenburg Berta, Wegner Elise, Weichmann Irma, Weissenberg Isaak, Weissenberg Walter, Weissler  Friedrich, Wellner Irma, Wiener Ernestine, Wolff Edith, Wolff Klara, Wolff Martha, Wolff Max, Wolff Olga, Wronkow Regina, Zerkowsky Fanny, Zemik Henriette, Zemik Julie, Ziegler Rosa.


Am 27.10.1945 wurde die Königshütte von der Roten Armee eingenommen und fiel nach Kriegsende wieder an Polen. Die deutsche Bevölkerung wurde von den Polen zwangsenteignet und vertrieben. Es kam zu Ausschreitungen, Exzessen, Zwangsarbeit und Deportationen der Deutschen.

1955 wurde das Schlesische Planetarium in der Stadt errichtet.

Seit 1989 kämpft die Stadt mit einer hohen Arbeitslosigkeit und hoher Umweltverschmutzung, resultierend aus dem Niedergang des Steinkohlebergbaus und der Schwerindustrie).

Am 29.01.2006 stürzte bei einer Taubenzüchterausstellung das Dach einer Messehalle ein. 65 Menschen starben bei dem Unglück und 160 Menschen wurden verletzt aus den Trümmern geborgen.

Noch heute lebt eine deutsche Minderheit in Chorzów.


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