Coesfeld, Deutschland


Coesfeld ist eine kleine Mittelstadt und Kreisstadt im Bundesland Nordrhein-Westfalen im westlichen Münsterland.

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie Informationen zu Personen, die aus diesem Ort stammten.

Chronik

809 - 1799


Coesfelds wurde erstmals 809 in einer Biografie des heiligen Ludgerus erwähnt.

1032 gründete die edle Frau Richmodis die Pfarrei Varlar, zu der auch Coesfeld gehörte.

Heinrich (von Coesfeld) vererbte Coesfeld dem Kloster Varlar.

1197 erhielt Coesfeld das Stadtrecht und wurde aus der Abhängigkeit des Klosters Varlar entlassen.

1244 wurde das Zisterzienserinnenkloster Marienborn nach Coesfeld verlegt.

1424/27 hielt die Frömmigkeitsbewegung der Devotio moderna mit dem Schwesternhaus Marienbrink Einzug in Coesfeld.

1534 gelang es theokratischen Täufer für kurze Zeit im überwiegend protestantischen Coesfeld starken Einfluss zu gewinnen. Die Täufer wurden aber bald mit Truppengewalt verdrängt.

Als der seit 1553 tätige Stadtrichter Kort Kamphues sich außerhalb Coesfelds niederließ und damit seine Residenzpflicht verletzte, kam es zu einem Streit mit der Stadt. 1572 warb Kamphues Soldaten für die Spanische Krone im Krieg gegen die Niederlande an. Die abmarschbereiten Truppen versammelte er am 02.06.1572 innerhalb der Stadtmauern Coesfelds. Die Stadtoberen fühlten sich provoziert und ließen die Stadttore schließen. Es gelang Kamphues und seinen Soldaten jedoch über die Mauern der Stadt zu entkommen. Ihm wurden daraufhin die Bürgerrechte entzogen und er durfte Coesfeld nicht mehr betreten. Als 1578 ein Brandanschlag auf Coesfeld, vermutlich von Kamphues Sohn Wilhelm, verübt wurde, wurde die Familie Kamphues verfolgt. Der ehemalige Richter wurde in Bocholt gefangen genommen und am 09.12.1578 in Bevergen wegen Landfriedensbruch hingerichtet. Sein Sohn Wilhelm wurde jedoch freigelassen.

Im Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) wurde Coesfeld mehrfach über mehrere Jahre von fremden Truppen besetzt.

1627 wurde in Coesfeld eine Jesuiten-Lateinschule gegründet.

Nach Ende des Siebenjährigen Krieges 1763 erlebte Coesfeld einen Tiefpunkt. Viele Bürger hatten die Stadt verlassen, die meisten Häuser standen leer, die Stadtbefestigung war zerstört.

 

1800 - heute


1813 kam Coesfeld unter das preußische Generalgouvernement zwischen Weser und Rhein.

1815 wurde Coesfeld aufgrund der Beschlüsse des Wiener Kongresses Teil Preußens und seiner Provinz Westfalen. Coesfeld wurde Kreisstadt.

Während der Industrialisierung gab es in Coesfeld vor allen Neugründungen in der Textil- und Papierindustrie. Später kamen eine Lederfabrik, Maschinenbaubetriebe sowie eine Gießerei hinzu. Mit dem Bau der Eisenbahn wurde Coesfeld zum Kreuzungspunkt zweier Strecken. Der industrielle Aufschwung wurde durch den Ersten Weltkrieg gestoppt.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde Coesfeld gegen Kriegsende stark zerstört. Am 21.03.1945 wurden etwa 10.000 Sprengbomben und 49.000 Brandbomben über der Stadt abgeworfen. Am 30.03.1945 wurde Coesfeld von britischen und US-Truppen eingenommen.

In der Nachkriegszeit erlebte Coesfeld einen jahrzehntelangen wirtschaftlichen Aufschwung.

1997 feierte Coesfeld das 800-jährige Bestehen der Stadt.