Dackscheid, Deutschland


Dackscheid ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm. Dackscheid gehört zur Verbandsgemeinde Arzfeld. 

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie Informationen zu Personen, die hier gelebt haben.

Chronik


Römerzeit

Das heutige Gebiet von Dackscheid war schon zu Römerzeiten besiedelt. Grabhügel aus keltisch römischer Zeit sowie der Fund mehrerer tausend Kupfermünzen im Jahr 1897 durch den Landwirt Peter Bretz (verwandt mit Katharina Hoffmann), weisen auf eine römische Besiedlung östlich des heutigen Ortes im 2. und 3. Jahrhundert hin.

Über den großen Münzfund kann heute nur spekuliert werden. Im 2. und 3. Jahrhundert fielen mehrmals rechtsrheinische Germanen in die römische Provinz ein und verbrannten dort Häuser und Menschen. Der Besitzer hat die Münzen vermutlich vergraben, um sie zu schützen, einen Angriff durch die Germanen selbst jedoch nicht überlebt.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden am Coumontshof Brandgräber freigelegt. Eine Folgeuntersuchung des Museumstechnikers Badry im Jahr 1933 ergab, dass es sich um Steinplattengräber handelte. Östlich, parallel zur Ortsgrenze Dackscheid - Heisdorf, fand Badry eine alte Straße, die eine Römerstraße sein könnte. Über den großen, flachen Steinpflastern wurden römische Gefäßfragmente gefunden.

 

Bedeutung Ortsname "Dackscheid"

Die Namensendung „-scheid“ ist typisch für eine Ortsgründung in der Rodungsphase 12./13. Jahrhundert. „Scheid“ bedeutet Wald und damals wurden Wälder gerodet, um Siedlungen entstehen zu lassen. „Dack“ hat die Bedeutung von „dunkel oder dicht“, so dass Dackscheid „dunkler/dichter Wald“ bedeutet.

 

Kondominium

Dackscheid gehörte bis 1794 zum Kondominium (Gebiet, was von mehreren Herrschaften verwaltet wird) Pronsfeld, welches unter der gemeinsamen Landeshoheit des Kurfürstentums Trier und des Herzogtums Luxemburg stand.

Aus dem Jahr 1703 gibt es eine Aufstellung über die Häuser in Dackscheid, die zum Kondominium gezählt wurden. Von Dackscheid waren 5 Häuser dem Kurfürstentum Trier und ein Haus Hartradstein zugeordnet.

Diese Häuser waren Stockgüter, deren Familien 1780 folgende Namen hatten: Berg, Peters, Lasch, Hans, Heinen und Elsen. Stockgut war die Bezeichnung für Bauernhöfe in der Eifel, die einem besonderen Recht unterlagen.

Diese Bauernhöfe wurden von den jeweiligen Grundherren, als Erblehen an die bis 1782 leibeigenen Bauern gegeben. Die Bauern durften ein Stockgut weder teilen, noch beleihen oder verkaufen. Im Erbfall ging das Stockgut gemäß dem Anerbenrecht an ein einziges Kind über (Sohn oder Tochter), in der Regel an das älteste Kind.

Die Stockgüter gehörten also dem Grundherrn, und der Bauer trat als Verwalter des Gutes auf. Falls die Stockgut-Bauern ihren Verpflichtungen (Frondienst sowie Zehnt) nicht nachkamen, konnten sie entschädigungslos "entlehnt" werden. Umgekehrt hatten sie Schutz und Beistand durch den Grundherrn.

 

Ab 1795

1795, während der Besatzung durch französische Revolutionstruppen wurde Dackscheid dem Kanton Arzfeld im Departement der Wälder (Sitz Luxemburg) unterstellt.

1815 wurde Dackscheid aufgrund der Beschlüsse des Wiener Kongresses dem Königreich Preußen zugesprochen. Unter der preußischen Verwaltung wurde Dackscheid 1816 in den neu errichteten Kreis Prüm im Regierungsbezirk Trier eingegliedert. Dackscheid gehörte zunächst zur Bürgermeisterei Lünebach und später zum Amt Waxweiler.

 

Kapelle

Die heutige Kapelle in Dackscheid wurde 1933 erbaut. Über dem Eingangsportal der Kapelle befindet sich eine kleine Steinplatte mit einem Kreuzsymbol und der Jahreszahl 1585. Diese Platte stammt vermutlich aus der Kapelle von 1585. Der Vorgängerbau der heutigen Kapelle wurde im Jahr 1726 erbaut.

Eine besondere Geschichte hat die Glocke aus der 1933 erbauten Kapelle. Während des zweiten Weltkrieges sollte die Glocke zu Rüstungszwecken eingeschmolzen werden. Allerdings wurde nach Aushändigung des Auslieferungsbeleges vergessen, die Glocke vom Wagen zu laden. Die Glocke wurde also nicht für Rüstungszwecke verwendet, sondern kam sofort wieder nach Dackscheid zurück und wurde dort bis zum Kriegsende versteckt.