Dieckmann Heinrich Maria Prof., 1890, Kempen


Geboren am:

07.03.1890 in Kempen

Gestorben am:

11.04.1963 in Mönchengladbach

Verheiratet mit:

Maria Dieckmann geb. Lünenborg

Kinder: nicht bekannt
Geschwister: 7, darunter Josef
Eltern:

Stephan Dieckmann (*1852 - † 1935) und Christine Dieckmann (*1864 - † 1937)

Maler, Mitbegründer der sakralen Glasmalerei und Schuldirektor

Heinrich Maria Dieckmann wurde am 07.03.1890 als ältestes Kind der Eheleute Stephan und Christine Dieckmann in Kempen geboren.

Sein Vater war Oberlehrer an der Taubstummenschule in Kempen, Vizepräses des katholischen Arbeitervereins und mehrere Jahre Stadtrat.

Heinrich Maria Dieckmann wuchs mit seinen 7 jüngeren Geschwistern in einem streng katholisch geprägten Elternhaus auf. In der Verwandtschaft gab es mehrere Pfarrer und Ordensmitglieder und dadurch wurden seine pädagogischen Fähigkeiten entsprechend geprägt.


Das Kempener Gymnasium Thomaeum schloss er 1908 mit der Mittleren Reife ab und studierte von April 1908 bis März 1910 an der Krefelder Handwerker- und Kunstgewerbeschule, dem damaligen Zentrum der künstlerischen Moderne. Seine Schwerpunkte waren dekorative Malerei und Naturstudien.

Von 1910 bis 1913 besuchte er das humanistische Gymnasium in Krefeld und legte dort sein Abitur ab. Es folgte ein Studium der Kunstgeschichte von 1913 bis 1914 an der Universität München und 1914 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. In Bonn schrieb er sich wie sein Bruder Josef auch für das Fach Studium der Theologie ein.

Während des Ersten Weltkrieges kämpfte Heinrich Maria Dieckmann als Soldat und geriet in der Lorettoschlacht Mitte Mai 1915 in französische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst 1920 entlassen wurde.

1921 setzte er sein Kunstgeschichtsstudium an der Universität in Köln fort, wechselte aber 1922 wieder nach Bonn, wo er 1924 wegen mangelnder Teilnahme exmatrikuliert wurde. Seit 1923 war er nämlich an der Krefelder Handwerker- und Kunstgewerbeschule als Lehrer tätig und entsprechend vernachlässigt wurde das Studium in Bonn. 1930 wurde er Mitherausgeber der Kirchenzeitung „Weltwarte“.

Am 21.08.1930 heiratete er die aus Mönchengladbach stammende Porzellanmalerin und Stabsarzttochter Maria Lünenborg, die er im Hause ihrer Eltern in Mönchengladbach kennengelernt hatte. Kurz danach wurde er als Professor und Direktor der Handwerker- und Kunstgewerbeschule in Trier berufen, die sich unter seiner Leitung zu einer der führenden Einrichtungen in Deutschlands entwickelte. Nach Machtergreifung durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurde Heinrich Maria Dieckmann 1934 aus dem Dienst entfernt. Er zog mit seiner Familie daraufhin nach Köln, wo er als freischaffender Künstler tätig war. Das Ende des Zweiten Weltkrieges erlebte er in Bad Honnef, wohin er mit Familie wegen der Bombenangriffe auf Köln geflüchtet waren. Nach Kriegsende ging die Reise zurück nach Trier, wo er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1953 wieder als Leiter der Schule eingesetzt wurde. Nach seiner Pensionierung zog das Ehepaar in die Heimatstadt seiner Frau nach Mönchengladbach, wo er bis zu seinem Tod als Künstler tätig war. Sein Haus in Mönchengladbach wurde zum Treffpunkt für viele Künstler.

Prof. Heinrich Maria Dieckmann starb am 11.04.1963 im Alter von 73 Jahren in Mönchengladbach. Seinen Tod hat seine Ehefrau Maria nie überwunden.

Die Dieckmannstraße in seiner Heimatstadt Kempen ist heute nach ihm benannt.


 Gedenkseite 1365