Dinslaken, Deutschland


Dinslaken ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen.

  • 1917 wurde der nördliche Teil der Gemeinde Hiesfeld nach Dinslaken eingegliedert.
  • 1975 wurde der Stadtteil Eppinghoven der Stadt Walsum und ein Gebiet der Gemeinde Voerde eingegliedert.

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie Informationen zu Personen, die aus diesen Orten stammten.

Chronik

12. Jahrhundert bis 1899


Im 12. Jahrhundert wurde Dinslaken in einem Buch des Klosters Werden erstmals urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeitraum wurde ein Kastell errichtet.

1273 erhielt Dinslaken das Stadtrecht.

Da man sich in Dinslaken auf die Produktion von Tuch und Leinen konzentrierte, wurde der Stadt 1412 eine Tuchmachergilde bewilligt.

1420 wurde das Kastell aus dem 12. Jahrhundert zu einer Burg ausgebaut.

1478 erhielt die Stadt Marktrechte.

1540 trat Dinslaken der Hanse bei.

1627 wurde die Burg in Dinslaken durch niederländische Truppen eingenommen und niedergebrannt und später wiederaufgebaut.

Ab 1712 führte eine Postwagenverbindung von Düsseldorf nach Wesel über Dinslaken.

1753 wurde die Stadt Sitz eines Landgerichts.

1770 wurde der Turm der Burg durch Blitzschlag schwer beschädigt. Die Burg zum Sitz des Rentmeisters umfunktioniert.

Nach der Besatzung durch französische Truppen fiel Dinslaken 1816 an Preußen und es wurde der Kreis Dinslaken gegründet.

Am 04.05.1848 besuchte Prinz Wilhelm von Preußen (später Kaiser Wilhelm I.) Dinslaken.

1850 wurde eine Leimfabrik gegründet, später auch eine Zündkerzenfabrik.

1853 wurde die Dinslakener Burg von der Familie de Fries gekauft, die dort eine Schnapsbrennerei betrieben.

1856 wurde Dinslaken an die Eisenbahn angeschlossen. Der Postkutschenverkehr wurde daher eingestellt.

1866/1867 brach eine Cholera aus.

1873 wurde eine Eisengießerei gegründet.

1883 wurde das St.-Vinzenz-Hospital gegründet.

1890 wurden die Freiwillige Feuerwehr Dinslaken und die Ortsgruppe der SPD gegründet.

1896 wurde das neue Amtsgericht fertiggestellt.

1897 begann der Bau des Walzwerks „Deutscher Kaiser“. Im selben Jahr entstanden die ersten Männer-Turnvereine.

 

1900 - 1929


1900 wurde der Bau eines Wasser– und eines Gaswerks beschlossen. Zudem beschloss die Stadt, die Dinslakener Burg zurückkaufen.

1903 wurden die ersten Straßenlaternen aufgestellt.

Ab 1906 begann Errichtung der Zeche „Lohberg“, wo erstmals 1909 Kohle gefördert werden konnte.

1908 erschien die erste Tageszeitung Dinslakens, der „Dinslakener Generalanzeiger“.

1909 wurde Burg zum Kreishaus umgestaltet. Teile der Burg wurden jedoch durch einen Brand zerstört.

1910 eröffnete eine Volksbücherei.

1914 wurde die Straßenbahnlinie vom Bahnhof nach Lohberg in Betrieb genommen und es wurde eine Viehhalle gebaut.

1916 wurde ein neuer Bahnhof eröffnet.

1918 beschloss der Stadtrat die Bildung einer Schutzwehr.

1919 kam es bei den Wahlen zur Nationalversammlung durch Konflikte mit kommunistischen Gruppen zu Unruhen, bei der ein Arbeiter der Zeche Lohberg erschossen wurde.

1920 besetzten aufständische Arbeiter und Soldaten unter dem Namen „Rote Armee“ Dinslaken. Der Betriebsdirektor der Zeche Lohberg wurde 1920 ermordet.

1923 wurde Dinslaken wegen rückständiger Reparationszahlungen von belgischen Truppen besetzt. Die Stadt begann im selben Jahr eigenes Geld zu drucken, kurz darauf wurde jedoch auch in Dinslaken die Rentenmark eingeführt. Die allgemeinen Unruhen, insbesondere in Lohberg, setzten sich jedoch fort, es kam zu politischen Morden und der Betrieb der Zeche Lohberg kam zum Stillstand.

Nachdem 1924 die belgischen Truppen aus Dinslaken abzogen, wurde die Arbeit in der Zeche Lohberg wieder aufgenommen. 1924 besuchte Konrad Adenauer Dinslaken.

1926 fusionierten die August-Thyssen-Hütte und das Walzwerk Dinslaken zu „Vereinigte Stahlwerke AG“.

1928 entstand die Baugenossenschaft „Hausbau GmbH“.

 

Nationalsozialismus


In Dinslaken konnte man sich schon sehr früh für den Nationalsozialismus begeistern. 1930 entstand eine Ortsgruppe der NSDAP, kurze Zeit später organisierte sich die Hitlerjugend. Schon 1933 begann die systematische Diskriminierung der jüdischen Bevölkerung. Diese wurden 1935 offiziell von den Viehmärkten ausgeschlossen.

In der Reichspogromnacht am 09.11.1938 wurden die Synagoge, das jüdische Waisenhaus, Geschäfte, Wohnhäuser und Wohnungen jüdischer Bürger zerstört. Die jüdische Schule wurde geschlossen. Am darauffolgenden Tag wurden 35 jüdische Waisenkinder, deren Verbleib bis heute größtenteils nicht geklärt ist, zusammen mit einem Lehrer mit einem Leiterwagen, den die ältesten Kinder schieben mussten, aus der Stadt vertrieben. Viele Dinslakener Bewohner hatten sich hierzu versammelt, um den Judenzug live zu erleben. Jüdische Männer im Alter unter 60 Jahren, darunter hochdekorierte Soldaten des Ersten Weltkrieges, wurden ins KZ Sachsenhausen und nach Dachau deportiert. Von den ehemals etwa 250 Juden lebte 1942 niemand mehr in der Stadt.

Bereits 1940 wurde Dinslaken Ziel alliierter Luftangriffe. Insgesamt kamen in Dinslaken während des Zweiten Weltkrieges 739 Zivilisten und 165 Zwangsarbeiter ums Leben. Dinslaken wurde zu mehr als 80 Prozent zerstört. Am 24.05.1945 wurde Dinslaken von US-Truppen eingenommen. Im Mai wurde Dinslaken Teil der britischen Besatzungszone. Erste Flüchtlinge aus den von sowjetischen Truppen besetzten Ostgebieten eine neue Heimat in Dinslaken.

 

1946 bis heute


1946 ernannte die Militärregierung den neuen Kreistag. Im Oktober wurde Wilhelm Lantermann zum Bürgermeister gewählt. In Dinslaken wurde zudem eine Volkshochschule gegründet.

1947 wurde das Bandeisenwalzwerk demontiert.

1948 wurde die Müllabfuhr modernisiert. LKWs ersetzten fortan die Pferdefuhrwerke. Gas-Straßenlaternen wurde durch elektrische Laternen ersetzt.

1954 wurde die Trabrennbahn eröffnet.

1959 Heinrich Lübke als Bundestagsabgeordneter des Kreises Dinslaken zum Bundespräsidenten gewählt.

Ab 1960 wurden vor allem italienische Gastarbeiter für den Bergbau und die Industrie angeworben, später auch Griechen, Koreaner und Türken.

1973 starb Wilhelm Lantermann nach 26 Jahren Amtszeit als Bürgermeister. Dinslaken feierte 700-jähriges Stadtjubiläum.

1981 wurde zum Gedenken an die einstige jüdische Gemeinde Dinslakens Gedenkplatten aufgestellt.

Seit 1993 erinnert ein Mahnmal an die ehemals bestehende jüdische Gemeinde erinnern.

2005 wurde die Zeche Lohberg geschlossen.

2016 wurde das neue Stadtarchiv eröffnet.