Doeblin Paul, 1878, Bernkastel


Geboren:

14.10.1878 in Bernkastel

Gestorben: 22.10.1940 im Internierungslager Gurs, Frankreich
Verheiratet mit: vermutlich mit Helene Doeblin geb. Schnurmann (siehe Anmerkungen)
Kinder: Friedrich Wilhelm und Karl
Geschwister: Salomon, Albert, Carl (*1867), Eva (*1870), Otto (*1874), Ida und Fritz
Eltern: Dr. Friedrich Wilhelm Moritz Doeblin und Eleonore Doeblin geb. Isaak

Aus seinem Leben

Paul Doeblin wurde am 14.10.1878 als Sohn des Arztes Dr. med. Friedrich Wilhelm Moritz und dessen Ehefrau Eleonore Doeblin geb. Isaak in Bernkastel geboren. Er wuchs mit seinen 7 Geschwistern in Bernkastel auf. 

Über seinen beruflichen Werdegang, sein Leben ist heute nichts mehr bekannt. Paul Doeblin lebte nach seinem Fortzug aus Bernkastel in Mannheim. Dort lebte er mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen Friedrich Wilhelm Doeblin, geboren 10.08.1920 und Karl Doeblin geboren 01.01.1926 in der Mollstraße 13. Am 22.10.1940 wurde er zusammen mit seinen beiden Söhnen in das französische Internierungslager Gurs deportiert.

Das französische Camp de Gurs war vor dem Zweiten Weltkrieg das größte französische Internierungslager für politische Flüchtlinge aus Spanien und ehemalige Kämpfer des Spanischen Bürgerkrieges. Seit Oktober 1940 wurden Juden aus Südwestdeutschland ins Lager Gurs verschleppt, darunter auch Paul Doeblin mit seinen beiden Söhnen.

Paul Doeblin wurde am 22.10.1940 im Alter von 62 Jahren für tot erklärt.


Anmerkungen:

Bei Wikipedia gibt es einen Eintrag zu seinem älteren Bruder Dr. Salomon Doeblin. Darin heißt es, dass der jüngere Bruder Paul im KZ Ausschwitz zusammen mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen umgekommen sei.

Zwar wurden Juden seit August 1942 von Gurs meist über das Sammellager Drancy, nordöstlich von Paris, ins KZ Auschwitz deportiert, um dort ermordet zu werden, es fehlen jedoch Belege, dass Paul Doeblin 1942 überhaupt noch lebte und ins KZ Auschwitz deportiert wurde. Die letzten belegbaren Hinweise auf seinen Verbleib stammen aus dem Internierungslager Gurs, wo er 1940 für tot erklärt wurde.

Seine beiden Söhne Friedrich Wilhelm und Karl wurden 1942 von Gurs in das berüchtigte Sammellager Drancy gebracht und von dort ins KZ Ausschwitz deportiert, wo sie am 11.09.1942 eintrafen. Beide Söhne wurden für tot erklärt.

Der Name von Pauls Ehefrau ist nicht bekannt. Es gab in Mannheim eine Helene Doeblin, geb. Schnurmann. Sie wurde am 08.05.1888 in Mannheim geboren. Ob es sich bei Helene Doeblin tatsächlich um die Ehefrau von Paul Doeblin handelte, ist nicht belegt. Vom Alter her könnte es passen. Helene Doeblin war nach Frankreich emigriert. Sie wurde dort von den Nationalsozialisten aufgegriffen und kam in das Sammellager Drancy und wurde von dort ins KZ Ausschwitz deportiert. Sie traf am 11.09.1942 in Auschwitz ein und wurde für tot erklärt.

Für Hinweise zu den Familienmitgliedern sind wir jederzeit dankbar!


Gedenkseite 2107