Doeblin Salomon Dr. med., 1864, Bernkastel


Geboren am:

16.07.1864 in Bernkastel

Gestorben am: 14.01.1945 in Bullay
Verheiratet mit: Angelika Antonia Doeblin, geb. Stöck
Kinder: nicht bekannt
Geschwister: Albert, Eva (*1870), Carl (*1867), Otto (*1874), Ida, Paul und Fritz
Eltern: Dr. Friedrich Wilhelm Moritz Doeblin und Eleonore Doeblin geb. Isaak


Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Salomon Doeblin mit Gabriele Schmitt, der Tochter eines befreundeten Arztes auf dem Arm

Aus seinem Leben

Salomon Doeblin wurde am 16.07.1864 als erstes Kind des Arztes Dr. med. Friedrich Wilhelm Moritz und dessen Ehefrau Eleonore Doeblin geb. Isaak in Bernkastel geboren. Er wuchs mit seinen 7 Geschwistern in Bernkastel auf. Von 1876 bis 1878 besuchte er das Trarbacher Progymnasium und studierte anschließend Medizin an der Militärärztlichen Kaiser-Wilhelm-Akademie in Berlin, wo er 1888 promovierte. Seine Dissertation „Über die Einwirkung der Diphterie auf das Herz“ wurde 1889 veröffentlicht.

1889 trat er als Assistenzarzt in den aktiven Dienst der Königlich Preußischen Armee. Seinen Abschied erhielt er 1908 als Regimentsarzt des 3. Lothringischen Feldartillerie-Regiments Nr. 69 in St. Avold.

Von 1908 bis 1914 führte er die ärztliche Praxis seines im September 1907 verstorbenen Vaters weiter. 1910 starb seine Schwester Ida im Alter von 34 Jahren. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges wurde er wieder Regimentsarzt. Seit 1915 war er als Oberstabarzt Chef der Lazarette in Diedenhofen, wo die Verwundeten der Kämpfe in den Argonnen und der Schlacht um Verdun, behandelt wurden. 1915 wurde er, wie die Bernkasteler Zeitung schrieb, mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet.



Am 11.12.1915 heiratete er die 14 Jahre jüngere Angelika Antonia Stöck, Tochter des verstorbenen Apothekers Anton Stöck aus Bernkastel.

Bis Ende des Ersten Weltkrieges leitete er das Reservelazarett in Trier. In der Ehrenrangliste des ehemaligen deutschen Heeres war sein Name noch 1926 unter den hohen Sanitätsoffizieren aufgeführt. Nach Kriegsende arbeitete er wieder als niedergelassener Arzt in Bernkastel-Kues. Er war ein sehr sozial eingestellter Mensch, der bei den Mitbürgern ein hohes Ansehen genoss.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Heiratsanzeige in der Bernkasteler Zeitung
 

Das Bild rechts zeigt die Eheleute Angelika (dritte von links) und Salomon Doeblin (zweiter von links) bei einer Weinprobe im Lauenburger Keller


Nach Machtergreifung durch die Nationalsozialisten im Januar 1933 wurden zunehmend die Rechte der jüdischen Bevölkerung eingeschränkt. Die Nürnberger Gesetze untersagten auch Dr. Salomon Doeblin 1935, als jüdischer Sanitätsrat weiterhin zu praktizieren. Nach dem Novemberpogrom 1938 musste er sogar im Jahr 1939 mit seiner Frau das Haus in der Graacherstraße 22 verlassen und nach Köln fliehen, wo sie in ärmlichen Verhältnissen in einer Mansardenwohnung lebten. Die Ehe mit seiner arisch-christlichen Frau Angelika und wohl sein hoher militärischer Rang bewahrten Dr. Salomon Doeblin vor einer Deportation in ein Konzentrationslager.

Im Januar 1945 versuchte er mit seiner Frau aus dem von Bomben zerstörten Köln wieder in Bernkastel-Kues unterzukommen. Das ehemalige Haus in der Graacherstraße 22 war jedoch mit Flüchtlingen überbelegt. Daher beschlossen er und seine Frau wieder nach Köln zurückzureisen. Auf der geplanten Rückreise vom Bahnhof in Bullay wurde das Ehepaar zusammen mit weiteren 14 Personen am 14.01.1945 Opfer der Bombenangriffe der Alliierten auf die Bullayer Brücke. Das Ehepaar rettete sich in den Luftschutzkeller des Hotels Andries, welches gegen 14 Uhr von Bomben zerstört wurde.

Dr. Salomon Doeblin starb am 14.01.1945 im Alter von 80 Jahren um 14 Uhr im Hotel Andries zusammen mit seiner Ehefrau bei Bombenangriffen in Bullay. Gemeinsam wurde das Ehepaar zunächst auf dem Merler Gemeidefriedhof beigesetzt und am 08.01.1963 zusammen mit den anderen Opfern des Bombenangriffes auf den Prinzenkopf umgebettet.


Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Stolpersteine in Gedenken an die Eheleute Doeblin in Bernkastel-Kues

 



Bild links - Grabstein des Sammelgrabes für die 16 Opfer des Fliegerangriffes am 14.01.1945 in Bullay. Zu den Toten gehörten Dr. Salomon Doeblin (genannt Salli) und seine Frau Angelika.

Bilder

Alle Bilder stammen aus der Sammlung von Roland Klinger. Herzlichen Dank!


Gedenkseite 2104