Dyroff Adolf Prof. Dr. phil., 1866, Aschaffenburg


Geboren am:

02.02.1866 in Aschaffenburg

Gestorben am: 03.07.1943  in München
Verheiratet: nicht bekannt
Kinder: nicht bekannt
Geschwister: nicht bekannt
Eltern: nicht bekannt

Sein Leben

Adolf Dyroff wurde am 02.02.1866 in Aschaffenburg im Stadtteil Damm geboren.

Er studierte Philologie und promovierte in klassischer Philologie mit einer grammatischen Arbeit in Würzburg, habilitierte sich am 22.07.1899 für Philosophie in München und wurde 1901 als außerordentlicher Professor nach Freiburg im Breisgau berufen und 1903 als Ordinarius nach Bonn. Hier hat er der besonderen Verpflichtung seines Lehrstuhles entsprechend zugleich mit seiner allgemeinen philosophischen Lehrertätigkeit den Studierenden der katholischen Theologie die philosophische Ausbildung gegeben. Nachdem er zunächst in der Altertumswissenschaft sich einen Namen gemacht hatte, widmete er seine Studien in der Folgezeit dem philosophischen Weltbild der Scholastik. Seine Art war es, aus der Geschichte der mittelalterlichen Philosophie, die er in ihren antiken Ursprüngen und in

ihrem Bestand bis in die europäische Renaissance hinein philologisch-quellenkundig beherrschte, Ergebnisse für ein Entwicklungsbild der philosophischen Probleme zu holen. Seine Anspannung als akademischer Lehrer und Forscher fand ihre Ergänzung in seinem Eintreten für das Gemeinschaftsleben des Lehrkörpers. Das Rektorat der Bonner Universität hat er 1925/1926 bekleidet. Das Kurfürstliche Schloss nach den Plänen De Cottes für die Universität vollkommen auszubauen, war seine stete Anregung, die ihm zu verwirklichen gelungen ist. Die Urkunde des Bauauftrages ist mit seinem Namen gezeichnet, nachdem er die Entscheidung des Ministeriums erwirkt hatte. Als Menschen kennzeichnet ihn seine Vaterlandsliebe, mit der er in den letzten Jahren des Ersten Weltkrieges an der vordersten Heimatfront gestanden hat. Die glückliche Laune seiner fränkischen Heimat hat ihn niemals verlassen; er war ein freier Geist, ein Freund seiner Freunde.

Nach Ansicht der Nationalsozialisten war er als tiefreligiöser Mensch nicht tragbar und wurde deswegen 1934 zwangsemeritiert. Auch verhinderten die Nationalsozialisten, dass ihm die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen wurde.

Prof. Dr. phil Adolf Dyroff, geheimer Regierungsrat, starb am 03.07.1943 im Alter von 77 Jahren in München. Mit seinem Tod verlor die Universität Bonn, der er 40 Jahre als Ordinarius angehört hatte, einen ihrer ältesten und erfolgreichsten Lehrer. Prof. Dr. phil Adolf Dyroff wurde am 08.07.1943 in Aschaffenburg beigesetzt, das Traueramt fand am 10.07.1943 in der Bonner Münsterkirche statt.


Gedenkseite 1596