Ehrle Gertrud Dr., 1897, Ravensburg


Dr. Gertrud Ehrle
Geboren am:

29.04.1897 in Ravensburg

Gestorben am: 11.06.1985 in Bonn
Verheiratet: nein
Kinder: nicht bekannt
Geschwister: nicht bekannt
Eltern: nicht bekannt

Aus ihrem Leben

Gertrud Ehrle wurde am 29.04.1897 in Ravensburg geboren. Sie studierte Psychologie und Soziale Arbeit. Mit der Dissertation Aus dem Wertleben des Kleinkindes. Beobachtungen und Experimente wurde sie 1929 in Köln promoviert. Ihr Wirkungsbereich war die Katholische Frauenbewegung. Von daher war ihre Arbeit an der Zentrale des Katholischen Deutschen Frauenbundes in Köln vorgezeichnet. Jahrzehntelang hat sie dort die zeitbedingten und weit gefächerten Aufgaben im Sinne der Mitverantwortung der Frau in der Familie, im Beruf, in der Kirche und im sozialen Gemeinschaftsleben führend geprägt.

Unvergessen ist ihr Anteil an den Bemühungen um die Erhaltung des christlichen Wertbewußtseins in unserem Volk während des Dritten Reiches. Eine Aufgabe, die entscheidend dem einzelnen und insbesondere der Familie aufgetragen war und eine fundierte Bildungsarbeit

erforderte. In ganz Deutschland wirkte sie in diesem Sinne. Es ist ihr zu danken, dass in ihrer Herausgabe „Licht über dem Abgrund“, Verlag Herder, Freiburg 1951, deutlich wurde, wieviel mutige Einsatzbereitschaft in dieser „bösen Zeit“ unserer Geschichte bei den Frauen lebendig war. Aus den Erlebnissen dieser Jahre wuchsen ihre Aktivitäten um Zusammenarbeit der Frauenorganisationen mit ihren unterschiedlichen Aufgabengebieten unverzichtbar gerade in den Nachkriegsuhren zum Wiederaufbau unserer staatlichen Ordnung und des sozialen Gemeinschaftslebens.

Überzeugend war ihr steter Anruf zur mittragenden Verantwortung der Frauen für Aufgaben in Entwicklungsländern; sie wurden ihr als Mitglied im Vorstand der Weltunion katholischer Frauenorganisationen und in der Mitarbeit in anderen internationalen Gremien immer wieder neu bewusst. Ihre langjährigen Erfahrungen über die Bedeutung verantwortlicher Mitarbeit der Frau in allen Lebensbereichen führte zu ihrer Berufung als Laienauditorin beim II. Vatikanischen Konzil. Ein Höhepunkt ihrer dem Menschen dienenden Arbeit: dazu beizutragen, dass Frauen in den Entwicklungsländern aus ihrer Glaubensüberzeugung verantwortlich mitwirken um Gerechtigkeit und Friede in der Welt. Diesem Bemühen diente auch die Gründung der Wohn- und Begegnungsstätten Helfta-Kolleg in Köln und Helfta-Seminar International.

Gertrud Ehrle starb am 11.06.1985 im Alter von 88 Jahren in Bonn. Ihre Grabstätte ist im Familiengrab, Hauptfriedhof Ravensburg. 


Gedenkseite 346