Emmerich am Rhein, Deutschland


Emmerich am Rhein ist eine Hansestadt im Nordwesten Nordrhein-Westfalens und gehört zum Kreis Kleve.

Emmerich besteht aus den historischen Stadtteilen Altstadt, Leegmeer, Speelberg und den eingegliederten Gemeinden:

  • Borghees
  • Dornick
  • Elten
  • Hüthum
  • Klein-Netterden
  • Praest
  • Vrasselt

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie Informationen zu Personen, die aus diesen Orten stammten.

Chronik


Um 700 gründete Willibrord die Missionsstation Emmerich im Bistum Utrecht und weihte die erste Martinskirche

828 ist die erste urkundliche Nennung unter dem Namen Villa Embrici überliefert.

1233 erhielt Emmerich Stadtrechte.

1355 wurde Emmerich an Graf Johann von Kleve verpfändet und verblieb bei der Grafschaft, beziehungsweise beim Herzogtum Kleve.

Zwischen 1307 und 1570 stand Emmerich in enger Verbindung zur Hanse. Handel und Handwerk blühten. Neben der Brauerei begründete vor allem die Wollweberei den Wohlstand.

Seit dem 14. Jahrhundert war Emmerich von Mauern umgeben und mit Toren gesichert.

1567 fand im Emmericher Kreuzherrenkloster der Hansetag statt.

1609 wurde an der Wollenweberstraße ein neues Schulgebäude errichtet.

1672 begann der Niedergang Emmerichs mit der Besetzung der Stadt durch französische Truppen unter König Ludwig XIV. Kriegsverwüstungen, Überschwemmungen und Seuchen ließen die Stadt verarmen. Es folgten die Drangsale im Zusammenhang mit dem Spanischen Erbfolgekrieg, der Siebenjährige Krieg, die militärischen Folgen der Französischen Revolution und die napoleonischen Unterwerfungen.

1788 wurde das Jesuitengymnasium durch das Ordensverbot aufgelöst, darauf übernahmen Kreuzherren den Unterricht. Mit Napoleons I. Verbot endete der Unterricht vorläufig im Jahr 1811.

1815 gelangte Emmerich nach den Beschlüssen des Wiener Kongresses zu Preußen und wurde durch die Rheinschifffahrt und die Industrialisierung wirtschaftlich gestärkt.

1832 wurde ein Humanistisches Gymnasium eröffnet.

1856 wurde die Eisenbahnstrecke Köln-Minden eröffnet.

1857 wurde der Stadt die Rheinische Städteordnung verliehen.

1890 wurde der Telefonverkehr eingerichtet.

1905 erzeugte das städtische Elektrizitätswerk den ersten elektrischen Strom für die Stadt.

 Im Ersten Weltkrieg war Emmerich Garnisonsstadt und die größte Postüberwachungsstelle des Kaiserreiches.

Von Dezember 1918 bis 1921 war Emmerich von belgischen Truppen besetzt.


Nach Machtergreifung durch die Nationalsozialisten wurden auch in Emmerich Juden sukzessive aus ihren Berufen gedrängt, drangsaliert, verhaftet und deportiert, darunter gemäß Gedenkbuch - Das Bundesarchiv:

Abraham Joseph, Albersheim Eugen, Albersheim Curt, Andriesse Berta und Josef, Benjamin Marta, Broekman Selma, Carsch Bertha, Carsch Max, Claessen Hans, Cohen Sophia geb. Spier, Cohn Johanna, Frank Henriette, Franken Bern(h)ard, Franken David Josef, Franken Erna, Franken Herbert, Franken Julius, Franken Salomon, Franken Samuel, Gans Louis, Gans Moritz, der 8-jährige Gans Walter, Gompertz Ern(e)st, Koppel Johanna, Leyser David, Leyser Elisabeth, Leyser Julie, Liebert Rosalie, Lilienfeld Eva Bert(h)a, Löwenstein Emilie, Marchand Bert(h)a, Mehler Elise, Mehler Eugen, Meyer Lisette, Nathan Georg, Nathan Hermann geb. 1882 und Nathan Hermann geb. 1886 in Emmerich, Nathan Isaak, Nathan Karl, Nathan Max geb. 1879 und Nathan Max geb. 1888, Pienas Helena Rosalie, Risch Nathan, Risch Wilhelmine, Sander Berthold, Sänger Sabina/Sabine, Seligmann Ilse, Weiss Louise, Weissfeldt Paula, Wertheim Josephine, Weyl Henriette, Windmüller Emma und Betty van Zuiden.


Bei Bombenangriffen am 07.10.1944 durch die britische Royal Air Force wurde die Stadt fast vollständig zerstört.

Der heutige Stadtteil Elten wurde nach dem Krieg 1949 zunächst an die Niederlande abgetreten, ist seit 1963 jedoch wieder Teil der deutschen Stadt Emmerich.

Am 07.10.1960 havarierte das Schiff Tina Scarlett bei einer Katastrophe der Binnenschifffahrt mit zwei Toten und 22 zum Teil Schwerverletzten auf dem Rhein bei Emmerich. Zehn Schiffe brannten, der Rhein stand auf 300 Metern in Flammen.[1]

Am 03.09.1965 wurde die neue Rheinbrücke Emmerich eröffnet.

Zwischen 1969 und 2008 war Emmerich mit den in der Moritz-von-Nassau-Kaserne stationierten Pionierbataillonen erneut Garnisionstadt.

Seit dem 01.12.2001 heißt die Stadt offiziell „Emmerich am Rhein“.

Die Stadt Emmerich sieht sich heute als moderne Stadt, die mit der neuen Rheinpromenade einen großen Umbruch erlebte und viele Touristen anzieht.  


Quellenangabe:

[1] Wikipedia