Frankfurt am Main, Deutschland


Frankfurt am Main ist die größte Stadt in Hessen. Frankfurt bildet das Zentrum des Ballungsraumes Frankfurt, in dem mehr als 2,3 Millionen Menschen leben.

Seit dem Mittelalter gehört Frankfurt am Main zu den bedeutendsten Städten Deutschlands. Die Stadt ist heute ein bedeutender Finanzplatz und Sitz der Europäischen Zentralbank.

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie Informationen zu Personen, die aus diesem Ort stammten.

Chronik

bis 999


83 n.Chr. unter dem römischen Kaiser Domitian entsteht auf dem Domhügel eine Siedlung und eine militärische Nachschubbasis.

Um 260 besetzen Alemannen die Siedlung am Main und werden um 531 von den Franken abgelöst. Auf dem Domhügel entsteht ein fränkischer Königshof.

794 wird Frankfurt erstmals urkundlich erwähnt.

815-822 Ludwig der Fromme lässt auf dem Domhügel eine repräsentative Pfalzanlage errichten.852 wird die Pfalzkapelle eingeweiht. Sie gilt als Vorläufer des heutigen Doms.

 

1000 - 1499


Bis 1140 war die alte Pfalz verfallen und es wurde am Rande des Domhügels eine neue königliche Burganlage, der Saalhof, errichtet. Auf dem ehemaligen Gelände der Pfalz ließen sich Handwerker und Kaufleute nieder.

1147 fand die erste Königswahl in Frankfurt statt.

1150 wird erstmals die Frankfurter Messe (Herbstmesse) erwähnt

1222 gab es die erste aus Steinen gebaute Brücke über den Main.

1241 Die Frankfurter Judengemeinde geht in einem Pogrom unter. 1255 siedeln sich erneut Juden in der Stadt an.

1297 erhält Frankfurt Stadtrechte.

1320 entsteht durch Einführung einer festen Stadtsteuer die städtische Steuerverwaltung.

1329/30 Die Frankfurter Bürger erhalten im ganzen Reich Zollfreiheit. Außerdem erlaubt Kaiser Ludwig der Baier, neben der Herbstmesse eine zweite Messe abzuhalten.

1333 wird die Neustadt durch eine neue Stadtmauer und eine Landwehr gesichert.

1349 Die Frankfurter Judengemeinde geht in einem Pogrom ein zweites Mal unter. Erst 1360 siedeln sich erneut Juden in der Stadt an.

1356 wird Frankfurt zur Stätte für deutsche Königswahlen bestimmt.

1366 revoltieren die Zünfte gegen die patrizische Ratsoligarchie.

1405 erwirbt die Stadt die Häuser Zum Römer und Zum Schwan und lässt diese zum Rathaus umbauen.

1462 die Juden in Frankfurt in ein Ghetto am Rande der Stadt umgesiedelt.

1478 Auf der Frankfurter Messe sind erstmals auch Buchhändler vertreten.

 

1500 - 1899


1522/24 finden die ersten reformatorischen Predigten in Frankfurt statt.

1525 Auf dem Höhepunkt des Bauernkrieges entladen sich aufgestaute religiöse, soziale und politische Spannungen in einem Aufstand der städtischen Unterschichten. Die Aufständischen unter Führung der Zünfte fassen ihre Beschwerden in den 46 Frankfurter Artikeln zusammen.

Ab 1530 entwickelt sich Frankfurt zu einem Zentrum des Buchdrucks und Buchhandels in Europa.

1531 wird der Allgemeine Almosenkasten als weltliche Fürsorgeinstitution eingerichtet.

1533 wird die Reformation offiziell eingeführt.

1536 Frankfurt tritt dem Schmalkaldischen Bund bei.

1552 wird Frankfurt erfolglos durch sächsische und hessische Truppen belagert.

1562 durch die Wahl und Krönung Kaiser Maximilians II. gilt Frankfurt nicht mehr nur als Wahl-, sondern auch als Krönungsort für Könige.

1585 entwickelt sich mit der Festlegung von Wechsel- und Geldkursen durch Messebesucher der Börsenverkehr.

1631-1635 während des Dreißigjährigen Kriegs ziehen schwedische Truppen durch die Stadt. In der Stadt bricht die Pest aus.

1711/19 Durch zwei große Brände werden die Judengasse und große Teile der Altstadt zerstört.

1742-1745 wird Frankfurt 3 Jahre zur Residenzstadt.

1749 Johann Wolfgang Goethe wird in Frankfurt geboren.

1759 wird Frankfurt von französischen Truppen besetzt. Auf Initiative der Franzosen hin werden Straßenbeleuchtung, Straßenbeschilderung und die Nummerierung der Häuser verbessert.

1792 findet die letzte Kaiserkrönung in Frankfurt statt.

Um 1794 wird Frankfurt von französischen Revolutionstruppen besetzt. Weitere Besetzungen erfolgen 1796, 1800 und 1806.

1806 wird Frankfurt Karl Theodor von Dalberg, dem Fürstprimas des Rheinbunds, unterstellt und 1810 zum Großherzogtum erhoben. Dalberg führt in Frankfurt eine grundlegende Justiz- und Verwaltungsreform durch.

1813 Nach der Niederlage Napoleons wird Dalberg von alliierten Truppen aus Frankfurt vertrieben. Mit Wiedereinführung der reichsstädtischen Verfassung werden die meisten seiner Reformen zurückgenommen.

1815 Errichtung des Deutschen Bundes durch den Wiener Kongreß. Frankfurt wird Freie Stadt und zudem Sitz des Bundestags.

1833 mit dem Frankfurter Wachensturm wollen Studenten, Landleute und polnische Offiziere den Bundestag stürzen und die Republik einführen. Wegen schlechter Organisation und mangelnder Unterstützung durch das Bürgertum bricht der Aufstand innerhalb kürzester Zeit zusammen.

1836 schließt sich Frankfurt dem Deutschen Zollverein an.

1839 wird die erste Eisenbahnstrecke nach Frankfurt eröffnet.

1866 Frankfurt wird von Preußen annektiert.

1880 wird die Frankfurter Oper (Alte Oper) eingeweiht, deren Bau weitgehend durch Spenden reicher Bürger finanziert wurde.

1888 wird der Hauptbahnhof eingeweiht.

1888 Einweihung des Hauptbahnhofs.

1891-1912 unter dem Oberbürgermeister Franz Adickes entwickelt sich Frankfurt zu einer modernen Industrie- und Handelsstadt. Mit bedeutenden Veranstaltungen und Ausstellungen wie der Internationalen Elektrotechnischen Ausstellung 1891, knüpft man an die alte Tradition der Messen an. Neben den traditionellen Branchen, Gießereien und Metallwaren, Schriftgießereien und Druckereien, entstanden nun auch Brauereien, Chemiefabriken und die Elektroindustrie.

 

1900 - 1945


1914 wird die Frankfurter Universität gegründet.

Während des Ersten Weltkriegs bleibt Frankfurt von Zerstörungen verschont, jedoch steigt die Arbeitslosigkeit stark an. Versorgungsengpässe mit Lebensmitteln führen zu Hungersnöten in der Frankfurter Bevölkerung. Nach Ende des Krieges wird nach der Novemberrevolution einer Arbeiter- und Soldatenrat gebildet.

1925-1930 Ernst May lässt als Stadtbaurat zahlreiche neue Siedlungen errichten und schafft so das Neue Frankfurt.

1926 wird der Frankfurter Flughafen neu eingeweiht.

1938 werden in der Pogromnacht vom 09.11. auf den 10.11. die jüdische Synagoge und andere jüdische Einrichtungen zerstört.

Während des Zweiten Weltkrieges werden mehr als 9.415 Juden aus Frankfurt deportiert und in Konzentrationslagern ermordet. Über 700 entziehen sich der Deportation durch Selbstmord. Nur 367 Juden überlebten die Zeit in Konzentrationslagern.

1943/44 werden bei Luftangriffen die Innenstadt und Altstadt fast vollständig zerstört.

Am 26.03.1945 wird Frankfurt von US-Truppen eingenommen.

 

1946 bis heute


1946 mit dem Beginn der Trümmerbeseitigung durch eine großangelegte Bürgeraktion setzt in der Stadt der Wiederaufbau ein.

1947 wird Frankfurt zum Sitz des vereinigten Wirtschaftsgebiets der amerikanischen, britischen und französischen Zone. Über die hier geschaffene Bank deutscher Länder wird ein Jahr später die Währungsreform organisiert und durchgeführt.

1949 wird der zivile Luftverkehr bereits wieder aufgenommen.

1958 wird der Frankfurter Flughafen zum ersten Düsenverkehrsflughafen Deutschlands. 1959 startet das erste Düsenflugzeug von Frankfurt nach New York.

1968 eröffnet die erste U-Bahnlinie.

1972 wird der Frankfurter Verkehrsverbund (FVV) gegründet.

1984 werden das Filmmuseum und das Deutsche Architekturmuseum eröffnet.

1995 nimmt im Eurotower das Europäische Währungsinstitut (Vorläufer der Europäischen Zentralbank) die Arbeit auf.

Seit Anfang der 1980er Jahre wird das Bild der Innenstadt zunehmend von Hochhäusern bestimmt. Der Messeturm (256 m) und der 1997 fertiggestellte Commerzbanktower (258 m) zählen zu den höchsten Bürohochhäusern Europas.

2010 wird das Technische Rathaus zwischen Dom und Römer abgerissen.

2011 wird die dritte Landebahn des Frankfurter Flughafens in Betrieb genommen.

2016 Richtfest für Frankfurts "neue" Altstadt: Anstelle des früheren Technischen Rathauses entstehen Wohn- und Geschäftsbauten als Rekonstruktionen der 1944 zerstörten Vorgängerbauten.