Gangelt, Deutschland


Gangelt ist eine Gemeinde im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen. Der Ort mit seinem noch die spätmittelalterliche, befestigte Kleinstadt widerspiegelnden Ortskern liegt an der Grenze zu den Niederlanden im äußersten Westen der Bundesrepublik am Rande des Rodebachtales.

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie in Kürze Informationen zu Personen, die aus diesem Ort stammten.

Chronik


828 n. Chr. wurde Gangelt zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Der Ort war damals ein Königsgut.

1243 erhält Gangelt Stadtrechte.

Um 1250 beginnt der Bau der Stadtmauer.

1364 existierte die Burg Gangelt bereits.

Um 1420 hatte Gangelt eine befestigte Stadtmauer mit 3 Toren. Die alten Stadtmauern zeugen davon, dass Gangelt im Mittelalter ein bedeutender Ort für die Umgebung war, der durch eine Befestigung geschützt werden musste.

1472 kam Gangelt unter die Herrschaft des Herzogtums Jülich.

1543 wurde die Stadt von den Burgundern besetzt.

Um 1643 wird Gangelt während des Dreißigjährigen Krieges von den Hessen erobert und ausgeplündert.

1654 lebten bereits die ersten Juden in der Stadt.

1765 wird Gangelt von den Franzosen besetzt.

Ende des 18. Jahrhunderts verliert Gangelt die Stadtrechte.

Um 1820 wird die jüdische Synagoge erbaut.

1869 kamen die ersten Schwestern der Armen Dienstmägde Jesu Christi nach Gangelt und eröffneten ihre Niederlassung im dem heutigen Pfarrheim neben der Pfarrkirche St. Nikolaus.

1873/74 wurde das erste Krankenhaus eröffnet, in dem später auch Geisteskranke in einer gesonderten Anstalt behandelt wurden.

1877 wurde der jüdische Friedhof eröffnet.

1935 wurde ein Kindergarten in der heutigen Wallstraße errichtet.

Ab dem 14.07.1933 wurden die Patienten der Anstalt Gangelt nach dem „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ in der Regel im Krankenhaus zwangssterilisiert. Zwischen 1937 und 1944 wurden 258 Patientinnen der Anstalt Gangelt in andere Anstalten, die für die Tötungen von geistig und körperlich schwer behinderten Kindern und Jugendlichen vorgesehenen waren, transportiert und ermordet.

1938 wurde in der Pogromnacht vom 09.11. auf den 10.11. die jüdische Synagoge verwüstet, sowie wertvolle Kunstgegenstände geplündert. Im Gegensatz zu anderen Orten in Deutschland wurde die Synagoge nicht niedergebrannt, da sie zu dicht an einer Häuserzeile lag.

Seit dem 09.11.1991 gibt es in Gangelt eine Gedenktafel zur Erinnerung an die Opfer von Holocaust und „Euthanasie“.

Die Armen Dienstmägde Jesu Christi in Gangelt betreiben heute neben den Gangelter Einrichtungen Maria Hilf auch einen Kindergarten in Gangelt.