Gans Henny geb. Poli, 1901, Petershagen


Geboren am:

01.03.1901 in Petershagen

Gestorben am: 31.03.1942 im Ghetto Warschau für tot erklärt
Verheiratet mit: Paul Gans (*01.11.1899 in Emmerich - † 22.01.1942 in Hannover) 
Kinder: Ernst Gans (*09.01.1928 in Emmerich - † 31.03.1942 im Ghetto Warschau für tot erklärt) und Walter Gans (*30.10.1933 in Emmerich - † 31.03.1942 im Ghetto Warschau für tot erklärt)
Geschwister:

Selma Mindus geb. Poli (*12.01.1897 in Petershagen - † 1961 in San Diego, Kalifornien und Martin Moses (*10.07.1898 in Petershagen - † 15.08.1942 im Konzentrationslager Majdanek)

Eltern:

Meier Poli (*1861 - † Datum unbekannt) und Frieda Poli geb. Grunsfeld (*06.02.1871 in Hebenshausen - † 23.09.1942 im Vernichtungslager Treblinka)

Zusammen mit ihren beiden Söhnen ermordet

Henny Poli wurde am 01.03.1901 als Tochter der Eheleute Meier Poli und Frieda Poli geb. Grunsfeld in Petershagen geboren und wuchs dort mit ihren beiden älteren Geschwistern, ihrer Schwester Selma und ihrem Bruder Martin Moses, auf.

Am 28.10.1925 heiratete sie den jüdischen Metzger Paul Gans aus Emmerich, mit dem sie in der Kaßstraße 27 in Emmerich lebte. Am 09.01.1928 schien das Glück der Eheleute mit Geburt des ersten Sohnes Ernst und einer gut laufenden Metzgerei perfekt. Am 30.10.1933 kam der zweite Sohn, Walter zur Welt. Das Leben der Familie Gans hätte so perfekt sein können, hätte nicht Anfang 1933 ein wahnsinniger Österreicher, Adolf Hitler, mit seiner NSDAP die Macht an sich gerissen und in den Folgejahren Elend über mehr als 55 Millionen Menschen weltweit gebracht. Auch das Schicksal der Familie Gans sollte sich schon bald durch diesen Unmenschen zum Schlechten wenden.

Am 27.04.1938 musste ihr Mann Paul auf Druck der Nationalsozialisten seine Metzgerei in Emmerich schließen. Ihr Bruder Martin Moses, der Lehrer in Frankfurt war, wurde am 10.11.1938 im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert. Sie hat ihn nie wiedergesehen. Ihr Schwiegervater Moritz Gans wurde am 10.11.1941 im Ghetto Minsk ermordet.

1941 zog sie mit ihrem Mann und den beiden Söhnen nach Petershagen zu ihrer Mutter Frieda Poli. Ihr Mann Paul verstarb am 22.01.1942 im Jüdischen Krankenhaus in Hannover an Blasenkrebs.

Keine zwei Monate später wurde sie mit ihren beiden 8 und 14 Jahre alten Söhnen von den Nationalsozialisten aufgegriffen und wie Vieh in überfüllten Waggons am 30.03.1942 von Gelsenkirchen über Münster und Hannover in das Ghetto Warschau deportiert, wo sie am 31.03.1942 mit ihren Söhnen eintraf und für tot erklärt wurde.


Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Stolpersteine in der Stadt Emmerich, Kaßstr. 27 zum Gedenken an Henny Gans geb. Poli und ihre beiden Söhne Ernst und Walter - Quelle: Bürgeraktion Pro Kultur e.V.

Gedenkseite 1833