Gehling Wilhelm Josef, 1901, Montabaur


Geboren am:

24.12.1901 in Montabaur

Gestorben am: 16.05.1970 in Montabaur
Verheiratet mit: Gertrud Gehling geb. Holly
Kinder: nicht bekannt
Geschwister: 3 Brüder und 1 Schwester Else
Eltern: Philipp Gehling und Josefine Gehling geb. Roth

Aus seinem Leben

Wilhelm Josef Gehling wurde am 24.12.1901 als zweiter Sohn seiner Eltern, Philipp Gehling und Josefine, geb. Roth in Montabaur geboren und wuchs mit seinen 5 Geschwistern auf.

Nach dem Abitur studierte er an der Universität und der Musikhochschule in Köln Musikwissenschaft und Germanistik. Mit der ersten Staatsprüfung schloss er das wissenschaftliche Studium und mit der Assessor Prüfung die praktisch pädagogische Ausbildung ab.

Er war verheiratet mit Gertrud Holly. 

Als Schulmusiker wirkte er an mehreren höheren Schulen, zuletzt zwei Jahrzehnte am Staatl. Aufbaugymnasium in Montabaur.

Das Ministerium für Unterricht und Kultur in Rheinland-Pfalz betraute ihn mit dem Aufbau der Referendarausbildung der Fachrichtung Musik, berief ihn zum Fachleiter eines Studienseminars und zum Fachberater für Musik im Kultusministerium. Als Gründer und Vorsitzender des Fachverbandes Deutscher Schulmusikerzieher (VDS) in Rheinland-Pfalz und als Mitglied des Bundesvorstandes dieses Verbandes wirkte er tatkräftig für seinen Berufsstand.

Sein besonderes Interesse galt der Volksbildungsarbeit. Schon in jungen Jahren war er Referent für kulturelle Arbeit im Ketteler-Haus in Köln, der Zentrale der Katholischen Arbeiterschaft und der Werkjugend, an deren Schrifttum er mitwirkte und für die er in zahlreichen Vorträgen Bildungsarbeit leistete. Dieser Tätigkeit setzte das dritte Reich ein Ende sowie auch seiner publizistischen Arbeit auf musikkulturellem Gebiet bei den Zeitungen „Germania“ Berlin und „Kölnische Volkszeitung“ Köln.

Zu den kompositorischen Arbeiten gehören Chorwerke, Messen, Lieder, Jugendspiele, Liederbücher für Schule und Verbände und nicht zuletzt die Festspielmusik für das 1000-jährige Montabaur.

Für seine engere Heimat gründete er den Musikkreis „Burg Tabor“ für Konzerte und musikalische Volkskultur, der zum Kern der „Nassauischen Kulturstiftung“ wurde, deren Mitbegründer er war. Im Rahmen dieser Stiftung war er der Initiator eines heimatgeschichtlichen Kompendiums und der Jugend-Musikpreis-Bewerber. Auch zu den Gründern des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ gehörte er und war Vorsitzender des Landeswettbewerbs Rheinland-Pfalz und des Regionalwettbewerbs Montabaur.

Er wirkte in der Kirche und im politischen Leben. So war er Mitglied des Bezirksausschusses Montabaur der Katholischen Aktion und dessen stellvertretender Vorsitzender. Gleichzeitig war er Mitarbeiter des Bildungswerkes der Diözese Limburg und mehrere Jahre Mitglied des Hauptausschusses der Kath. Aktion der Diözese. Er gehörte zu den Mitbegründern der CDU, war Mitglied des Kreistages und des Jugendwohlfahrtsauschusses. Er wollte den Politikern die Priorität der Kulturpolitik einsichtig machen.

Wilhelm Josef Gehling starb am 16.05.1970 in Montabaur im Alter von 68 Jahren.


Gedenkseite 343