Glasmacher Heinz, 1897, Münster


Geboren am:

08.06.1897 in Münster

Gestorben am: 17.07.1996 in Wesel
Verheiratet mit: Antonie Glasmacher
Kinder: 5
Geschwister: ja, Anzahl nicht bekannt
Eltern: Engelbert Glasmacher und Mathilde Glasmacher geb. Goebels

Aus seinem Leben

Heinz Glasmacher wurde am 08.06.1897 in Münster als ältester Sohn des Preußischen Forstmeisters Engelbert Glasmacher und seiner Frau Mathilde geb. Goebels geboren.

Seine Kindheit verbrachte er auf dem Familiensitz in Balve, dem Forstamt Schloss Hainchen bei Siegen und im Forstamt Chausseehaus bei Wiesbaden.

Dort machte er 1914 ein „Kriegsabitur“ und meldete sich im allgemeinen vaterländischen Überschwang als Freiwilliger zum Militär. Den Ersten Weltkrieg überlebte er unversehrt als berittener Artillerist.


Nach dem Ersten Weltkrieg trat er in die Fußstapfen seines Vaters und studierte Forstwirtschaft in Eberswalde, Münster, München und Hannoversch-Münden. Dort wurde er in der Forstverbindung „Tanne“ aktiv, der er sich bis zu seinem Tode verbunden fühlte. Seine Wanderzeit als Forstreferendar, von der er gerne erzählte, führte ihn mit wenig Geld während der schlimmsten Inflation durch Pommern und Ostpreußen bis ins legendäre kaiserliche Jagdrevier Rominten.

1924 legte er in Berlin sein Staatsexamen ab und wurde bereits 1926 im Alter von nur 29 Jahren Staatlicher Forstmeister in Wesel. Dort war er Mitglied und Förderer in zahlreichen Vereinigungen. 12 Jahre stand er der Sozietät in Wesel vor.

Am Niederrhein, seiner neuen Heimat, lernte er auch seine Frau Antonie kennen. Sie heirateten 1939 im Xantener Dom. Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor. Das erste Kind verstarb sehr früh.

Er war mit Leib und Seele Forstmeister und hing sehr an seinem Forstamt in Wesel, das er selbst geplant und aufgebaut hatte. Alle Versetzungen und Beförderungen lehnte er ab. Forstmeister, so sagte er, sei ein Beruf ohne Ehrgeiz. Lange, bevor es das Wort „Umweltschutz“ gab, praktizierte er diesen in dem ihm anvertrauten Wald. Vehement wehrte er sich gegen Pläne zur Ansiedlung von Großindustrie in seinem Revier. Was heute unter „saurem Regen“ verstanden wird, kannte er durch die Nähe des Ruhrgebietes als „Rauchschäden“ und setzte dagegen den Bau höherer Schornsteine und den Einbau von Filtern durch. Die im Zweiten Weltkrieg zerstörten Wälder ließ er mit „rauchharten“ Baumarten wieder aufforsten.

Neben seiner Tätigkeit als Forstmann war er begeisterter Jäger und Heger. Als solcher hat er den Rotwild-Hegering im Dämmerwald gegründet, war Richter bei Trophäenschauen, Prüfer bei Jägerprüfungen und in verschiedenen Ämtern des Jagdverbandes, dessen Ehrenmitglied er war.

Nach 36 ereignisreichen Jahren als Forstamtsleiter widmete er sich nach seiner Pensionierung 1962 mit viel Energie seinem eigenen Wald, dem Forstgut „Sonnenborn“ in Balve. Dort förderte er den Bau eines modernen Forstwegenetzes und eines vorbildlichen Waldlehrpfades. Mit 89 Jahren übertrug er den Familienbesitz seinem ältesten Sohn.

Heinz Glasmacher starb am 17.07.1996 in Wesel im Alter von 99 Jahren.

 


Gedenkseite 1371