Gobbers Willi, 1926, Krefeld


Geboren am: 21.01.1926 in Krefeld
Gestorben am: 23.10.2005 in Krefeld
Verheiratet mit: Anni Gobbers
Kinder: Ursula (*1955), Willi (*1958) und Michael (*1963)
Geschwister: keine
Eltern: Willi und Henriette Gobbers

Gedenket im Gebet unserem lieben Vater

Unser lieber Vater erblickte am 21.01.1926 in der elterlichen Wohnung in Krefeld als einziges Kind von Willi und Henriette Gobbers das Licht der Welt. Es muss sich um eine sehr schwierige Geburt gehandelt haben, bis der 60 cm große und 5 kg schwere Willi es geschafft hatte.

Sein aufrechtes Wesen und tiefe Gläubigkeit wurden durch seine Eltern geprägt. Sie förderten früh den Kontakt mit katholischen Jugendgruppen in der Heimatpfarre St. Norbertus. Schon mit 7 Jahren ist er mit auf Fahrt gegangen. Durch die aktive Mitarbeit in der katholischen Jugend wurde er schon früh mit der Willkür und der Unmenschlichkeit des Nazi-Regimes konfrontiert. Trotz Verboten wurden doch Pfadfinderfahrten bis an den Brenner durchgeführt, unerlaubte Wimpel gehisst,

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Willi Gobbers - Träger des Bundesverdienstkreuzes

verbotene Lieder gesungen und Flugblätter verteilt.

1943 rettete Willi zusammen mit Gleichgesinnten in einer Nacht- und Nebelaktion die Glocke von St. Norbertus vor dem Einschmelzen und versteckte sie unter einem Kohlehaufen. Als 17-jähriger musste er zum Reichsarbeitsdienst. Nach Einsätzen in Frankreich und an der deutschen Ostfront kam er beim Kampf um Berlin im April 1945 in russische Kriegsgefangenschaft. Durch Geschick und glückliche Umstände befreite er sich und konnte im August 1945 in sein geliebtes Krefeld zurückkehren. Hier half er beim Wiederaufbau aus den Trümmern des Krieges.

An der Maschinenbauschule in Köln schaffte er als jüngster Student die Aufnahmeprüfung. Bei der katholischen Jugend in Köln lernte er seine Frau Anni kennen und schloss sie schnell in sein Herz. Er heiratete am 09.01.1954 in der Kirche Maria im Capitol, in der Domstadt Köln. Die Warmherzigkeit und Liebe seiner Frau hat ihm immer gutgetan. Die Freude über die Geburt von einer gesunden Tochter Ursula und zwei Söhnen Willi und Michael in den Jahren 1955, 1958 und 1963 war groß. Zielstrebig baute er den von seinem Vater übernommenen Handwerksbetrieb erfolgreich aus. Er entwickelte ihn zu einem handwerklich-technologisch orientierten Unternehmen. Überzeugt von der Richtigkeit seines Denkens engagierte er sich in vielen Bereichen. Er trat der CDU bei, unterstützte sie aktiv als Wahlkämpfer und vertrat sie als Mandatsträger. Als Ratsherr und Mitglied in den Ausschüssen der Stadt Krefeld gestaltete er über Jahrzehnte hinweg die Geschicke seiner Heimatstadt mit. 1978, beim erfolgreich verlaufenen Volksbegehren gegen die KO-OP Schule, funktionierte er kurzerhand seinen Firmensitz auf der Ispelsstraße zu dem „Widerstandsnest" für den ganzen Niederrhein um.

Als Stadtjugendführer bereicherte er den Krefelder Karneval mit der heute noch beliebten Kajuja-Sitzung. Viele Jahre war er Vorsitzender des Bürgervereins Süd-West in Krefeld, engagierte sich in der katholischen Kirche, der Kreishandwerkerschaft und Landeselternschaft.

Das große Engagement neben den Aufgaben in der eigenen Firma ließ oft viel zu wenig Zeit für das Private. Er hat dadurch oft seiner Frau, aber auch seinen Kindern gefehlt. Der großen Hektik in der Wohnung direkt an der Firma entfloh die Familie durch den Umzug in ein Einfamilienhaus auf dem ruhigen Meisenweg im Forstwald. Hier ließen die Eltern ihren Kindern viele Freiheiten. Das Haus war stets offen für Freunde. Auch die insgesamt 9 Enkelkinder, die in den Jahren 1988 bis 2000 geboren wurden, durften auf dem Meisenweg ihre Geburtstage mit ihren Freunden feiern. Es blieb jetzt etwas mehr Zeit für den Urlaub.

Vaters Jugendtraum von der Nordlandfahrt wurde Wirklichkeit. Die Reisen führten die Familie in die Wildnis Norwegens, Islands und Lapplands.

Durch seinen schweren Schlaganfall und die damit verbundene Abnahme an Vitalität, sowie die Krankheit seiner Frau waren später die ganz so aufregenden Reisen nicht mehr möglich. So hat er der Kreuzfahrt auf der Donau zusammen mit Mutter richtig entgegengefiebert.

Die Erfahrungen während der Zeit des Nationalsozialismus haben ihn bewegt, seine Empfindungen an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben und sie nicht vergessen zu lassen. Über seine Erlebnisse im Nationalsozialismus veröffentlichte er immer wieder Artikel in der Zeitschrift „Die Heimat", führte darüber viele Gespräche und schrieb das Buch „Treu Gott, der Kirche und dem Vaterland".

Uns Kinder erzogen unsere Eltern zur Selbständigkeit, aber auch zur Pflichterfüllung. Der Erhalt der Firma war ihnen eine Herzensangelegenheit. Sie waren überglücklich, dass alle drei Kinder dort mitgearbeitet haben. Mit viel Geduld führte Vater uns an die neuen Aufgaben heran und hat ihnen auch schon sehr früh Verantwortung übertragen. Mutters Tod hat bei Vater eine Lücke hinterlassen, die seine Kinder und Enkel nicht ausfüllen konnten. Nach fast 8-wöchigem Krankenhausaufenthalt mit mehreren Operationen war er zunächst auf dem Weg der Besserung. Als seine Kräfte plötzlich nachließen, folgte er am 23.10.2005 Mutter nach nur knapp einem Jahr.

Willi Gobbers jun.

Michael Gobbers

Ursula Linnig


 Gedenkseite 2150

Text wurde auch 2005 auf seinem Totenzettel veröffentlicht