Gensfleisch (Gutenberg) Johannes, 1400, Mainz


Geboren am: 1400
Gestorben am: 1468
Eltern:

Friedrich Gensfleisch und Else Wirich

 

Aus seinem Leben

Johannes Gensfleisch, genannt Gutenberg (nach dem elterlichen Hof) wurde zwischen 1394–1408 als drittes Kind des Patriziers und Kaufmanns Friedrich (Friele) Gensfleisch und dessen zweiter Frau Else Wirich wahrscheinlich in Mainz geboren und starb dort vor dem 26. Februar 1468.

Da sich das Geburtsdatum von Johannes Gutenberg nicht belegen lässt, legte die Gutenberg-Gesellschaft das Geburtsjahr auf 1400 fest, um im Jahr 1900 Gutenbergs 500. Geburtstag zu feiern.

1411 zog die Familie Gensfleisch kurzfristig mit hoher Wahrscheinlichkeit in ein Haus nach Eltville, um dem Streit mit den Zünften ihrem Anspruch auf die Privilegien der Steuerfreiheit und Zollfreiheit Nachdruck zu verleihen.

Die Familie kehrte allerdings bald wieder nach Mainz zurück, verließ jedoch 1413 aufgrund von Hungersnöten und den damit verbundenen Plünderungen erneut die Stadt.

 

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Statue Johannes Gutenberg
© Landeshauptstadt Mainz. Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Landeshauptstadt Mainz.

Vermutlich hat Gutenberg eine Lateinschule und eine Klosterschule besucht. Die enge Beziehung zu dem Stift St. Viktor und der spätere Eintritt Gutenbergs in die St.-Viktor-Bruderschaft legen die Vermutung nahe.

Aus dem Jahr 1420 stammt ein Dokument über Erbstreitigkeiten der Geschwister und einer Halbschwester nach dem Tod des Vaters, in dem Johannes Gutenberg namentlich erwähnt wird. Zu diesem Zeitpunkt war Gutenberg mit einem Alter von mehr als 14 Jahren rechtsmündig, da er bei den Erbstreitigkeiten nicht von einem Vormund vertreten wurde.

Zu der damaligen Zeit war es üblich, den Geburtsnamen mit dem Namen des jeweiligen Hauses zu ersetzen oder zu ergänzen. Ab 1420 wurde der Names des Hauses „zum Gutenberg“ von der Familie Gensfleisch hinzugefügt und im Laufe der Jahre ersetzte Gutenberg den Namen Gensfleisch. So wurde aus Johannes Gensfleisch der weltbekannte Johannes Gutenberg.

 

Straßburger Zeit

1434 – 1444 hielt sich Gutenberg in Straßburg auf. Belege hierzu finden sich in Gerichtsakten im Zusammenhang mit dem Dritzehn-Prozess. 1437 begann Andreas Dritzehn eine Lehre im Münz- und Goldschmiedehandwerk bei Gutenberg, der gleichzeitig auch eine Finanzierungsgesellschaft mit mehreren Anteilhabern zur Finanzierung des neuen technischen Verfahrens gründete. Gutenberg und Dritzehn sollten einen Wallfahrtsspiegel für die für 1439 geplante Aachen-Wallfahrt herstellen. Andreas Dritzehn starb 1439 und in einem Gerichtsverfahren versuchten seine Brüder, sich in die Gesellschaft einzuklagen. Die Aachen-Wallfahrt fand aufgrund einer Pest erst 1440 statt.

Zwischen 1441 und 1444 wird Gutenberg auch in den Steuerlisten der Stadt Straßburg aufgeführt.

 

Rückkehr nach Mainz und Buchdruck

Ab Oktober 1448 kann Gutenbergs Aufenthalt in Mainz belegt werden, da er bei seinem Vetter Arnold Gelthus einen Kreditvertrag über 150 Gulden abschloss. Von dem Mainzer Kaufmann Johannes Fust erhielt Gutenberg im Jahr 1449 ein Darlehen über 750 Gulden. Die Gelder wurden von Gutenberg vermutlich in den Aufbau einer Druckwerkstatt investiert.

Um 1450 waren Gutenbergs Druckexperimente so weit fortgeschritten, dass er mit dem Satz und Druck von Einblattdrucken und Büchern beginnen konnte. 1452 erhielt Gutenberg für den Druck der Bibel von Fust ein zweites Darlehen über 800 Gulden. 1455 kam es zu einem Rechtsstreit zwischen Gutenberg und Fust, der ihm vorwarf, die Gelder, die ausschließlich für den Bibeldruck bestimmt waren, zweckentfremdet zu haben.

Im Rechtsstreit unterlag Gutenberg und da er seine Schulden bei Fust nicht zurückzahlen konnte, musste er die Druckerwerkstatt mit bereits gedruckten Bibeln an Fust abtreten, der die Arbeit Gutenbergs zu Ende führte.

1465 wird Gutenberg von dem Mainzer Erzbischof Adolf II. zum Hofedelmann ernannt; erhält ein Hofkleid, 2.180 Liter Korn und 2.000 Liter Wein und wird von Diensten und Steuern befreit.

Im Jahr 1468 starb Gutenberg. Sein genauer Todestag ist nicht bekannt. Sicher ist nur, dass er vor dem 26. Februar 1468 verstarb. Die zuverlässigste Quelle hierfür ist eine notariell beglaubigte Bestätigung des Mainzer Juristen Dr. Konrad Humery, in der dieser bezeugt, vor dem 26. Februar 1468 eine Druckerpresse aus dem Erbe Gutenbergs erhalten zu haben.  


Gedenkseitennummer 42