Hamm, Deutschland


Hamm ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen.

1939 wurde die Gemeinde Mark in Hamm eingegliedert.

1968 wurden die Gemeinden Berge und Westtünnen sowie des Großteils der Gemeinde Wiescherhöfen in Hamm eingegliedert.

1975 wurden folgende Städte und Gemeinden nach Hamm eingegliedert:

  • Stadt Bockum-Hövel
  • Stadt Heessen
  • Gemeinde Uentrop (1968 aus den Gemeinden Braam-Ostwennemar, Frielinghausen, Haaren, Norddinker, Schmehausen, Uentrop, Vöckinghausen und Werries entstanden)
  • Gemeinde Rhynern ohne Hilbeck (1968 aus den Gemeinden Allen, Freiske, Hilbeck, Osterflierich, Osttünnen, Rhynern, Süddinker und Wambeln entstanden. Hilbeck wurde 1975 in die Stadt Werl eingegliedert.
  • Gemeinde Pelkum (1968 aus den Gemeinden Herringen, Lerche, Pelkum, Sandbochum, Weetfeld und Teilen von Wiescherhöfen entstanden).

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie Informationen zu Personen, die aus diesem Ort stammten.

Chronik

1226 - 1899


Hamm ist eine Planstadt, die Graf Adolf I. von der Mark 1226 gegründet und mit Stadtrechten versehen hat.

1270 bestand das Zisterzienserinnenkloster Marienhof in Hamm.

1275 wurde die erste Kapelle erbaut.

1455 entstand ein Franziskanerkloster in Hamm.

1448 trat die Verordnung, nach der niemand außerhalb der Stadt im Amte Hamm das Bäcker-, Brauer-, Schuhmacher-, Schmiede- und Schneiderhandwerk ausüben durfte, in Kraft. Die Landbevölkerung war dadurch gezwungen in Hamm einkaufen. Die Stadt erlebte eine wirtschaftliche Blüte.

Der wirtschaftliche Niedergang Hamms begann 1531 einer Pest und den 1533 beginnenden Bürgerkämpfen.

1553 hielt der Protestantismus Einzug in der Stadt. Zwei große Kirchen wurden in „Reformierte Pfarrkirche“ umbenannt.

1557 wurde die Stadt von einer Hungersnot heimgesucht.

1558 gab es einen großen Stadtbrand.

1570 verlor Hamm nach einem Streit zwischen Bäckern und Webern seine Privilegien. In der Folge begann die Selbstständigkeit Hamms zu schwinden.

1587 zog während des Spanisch-Niederländischen Krieges der spanische Feldherr Alessandro Farnese mit einem Heer bis vor die Stadt. Da Hamm sich jedoch freikaufen konnte, wurde die Stadt nicht erobert und verwüstet.

Während des Dreißigjährigen Krieges (1618 – 1648) wurde Hamm von unterschiedlichen Kriegsparteien besetzt und musste immer wieder hohe Zahlungen an die Besatzer aufbringen. Nach Kriegsende gehörte Hamm zu Brandenburg.

1650 gab es in Hamm bereits eine Buchdruckerei.

1657 wurde eine Hochschule für Rechtswissenschaften, Theologie und Philosophie gegründet.

1718 erhielt Hamm einen ständigen Magistrat anstelle des jährlich wechselnden Rates.

1741 wurden bei einem Stadtbrand mehr als 340 Häuser, das Rathaus, der Turm einer Kirche und das Stadtarchiv zerstört. In der Folge des Stadtbrandes erhielt die Stadt im Jahre 1743 eine Brandordnung.

Während des Siebenjährigen Krieges (1753 – 1763) wurden erneut Häuser in Hamm zerstört.

1722 wurde einer Kaserne errichtet.

Während der Französischen Revolution kamen viele Flüchtlinge, darunter die künftigen französischen Könige Ludwig XVIII. und den späteren Karl X nach Hamm. Hamm wurde zum Sitz ihrer Exilregierung für Frankreich.

1806 marschierten Napoleons Truppen in Hamm ein und schlugen 1808 Hamm dem Großherzogtum Berg zu.

1813 gelangte Hamm wieder in den Besitz des Hauses Hohenzollern.

Ab 1816 herrschten in der Stadt Inflation und Hungersnot.

1840 wurde Hamm an das Eisenbahnnetz angeschlossen.

1847 wurde der erste Bahnhof eröffnet und entwickelte. Die Metallindustrie siedelte sich in Hamm an.

1858 wurde ein Gaswerk für die Straßenbeleuchtung gegründet.

1876 stieß man bei Probebohrungen nach Kohle auf Sole. So entstand das Kurbad Hamm. In den Folgejahren wuchs Hamm deutlich und die Infrastruktur wurde entsprechend ausgebaut.

1891/92 Bau der Kanalisation.

1898 wurde die erste Straßenbahn in Betrieb genommen.

 

1900 bis heute


1901 war Hamm mit mehr als 30.000 Einwohnern so groß, dass es nicht mehr im Kreis Hamm verbleiben konnte. Der Stadt wurde die Kreisfreiheit zugestanden. Zur gleichen Zeit begann auch das Zeitalter der Zechen. 1908 verloren bei einem Grubenbrand 348 Menschen ihr Leben.

1913 wurde der Datteln-Hamm-Kanal fertiggestellt und 1914 wurde der Stadthafen Hamm eröffnet.

Der Erste Weltkrieg bremste die Entwicklung der Stadt. 1914 musste das mit Grundwasser vollgelaufene Bergwerk Maximilian aufgegeben werden.

1918 wurde das Gaswerk aus dem Jahr 1858 stillgelegt und die Gasversorgung von der Zeche Radbod 1920 übernommen.

Mit Ende des Krieges kam es im Zuge der Novemberrevolution zur Besetzung der Bahnhofskommandantur.

1920 lieferten sich eine aus Bergleuten bestehende „Rote Armee“ eine Schlacht mit der Reichswehr mit Toten und Verwundeten. Eine Eisenbahnbrücke wurde gesprengt und schließlich wurden drei der Führer der unterlegenen Bergleute standrechtlich erschossen.

1925 wurden die ersten Omnibusse für den Verkehr in Hamm eingesetzt.

1933 wurde der Tierpark eröffnet.

1933 kam es nach der Machtübernahme der NSDAP kam es wiederholt zu Razzien gegen Sozialdemokraten und Kommunisten und ersten Übergriffen gegen die jüdische Gemeinde.

1938 wurde in der Pogromnacht vom 09.11. auf den 10.11. die Synagoge verwüstet und musste später von den Juden selbst abgerissen werden. In dem Jahr wurde auch die heutige Autobahn A2 gebaut.

In Hamm befand sich der größte Güterbahnhof Europas. Daher war die Stadt seit 1940 bereits ein beliebtes Ziel der alliierten Luftwaffe.  

1944 kam es auf der Zeche Sachsen zu einem Grubenunglück mit 169 Toten.

Im April 1945 wurde Hamm von US-Truppen eingenommen. Mehr als 90 Prozent der Stadt waren bei Kriegsende zerstört.

Die Nachkriegsjahre waren wie überall in Deutschland vom Wiederaufbau geprägt.

1951 wurde der Tierpark aus dem Jahr 1933 wieder geöffnet.

1954 wurde die Pauluskirche neu geweiht.

1959 war das erste Hochhaus der Stadt fertiggestellt.

1960 musste das Bad Hamm aufgrund von Versiegen der Solequelle aufgegeben werden. Das Gelände wird heute als Reha-Einrichtung genutzt.

1971 wurde mit dem Bau des Kernkraftwerks THTR-300 begonnen. Der Reaktor wurde 1983 in Betrieb genommen und 1986 aus Kostengründen geschlossen.

1976 begannen die ersten Zechenschließungen in Hamm und zogen eine hohe Arbeitslosigkeit nach sich.

1977 wurden die verschiedenen Unternehmen der Strom-, Wasser- und Gasversorgung sowie des Nahverkehrs zur Stadtwerke Hamm GmbH vereinigt.

1984 fand in Hamm die erste Landesgartenschau Nordrhein-Westfalens statt. In dem Jahr kommt es auch zu Ermittlungen und zur Verhaftung des Vorstandsvorsitzenden der Hammer Bank Spadaka e.G., u. a. wegen des Vorwurfs der Beihilfe zur Steuerhinterziehung.

1985 wurde die Müllverbrennungsanlage der Stadt in Betrieb genommen.

1988 endet mit der Stilllegung der Isenbeck-Brauerei eine jahrhundertealte Brautradition.

1990 wurde die Zeche Radbod geschlossen, was zu einer weiteren hohen Arbeitslosigkeit führte. Der notwendige Strukturwandel, der sich aus dem Zechensterben ergab, ist selbst heute nicht abgeschlossen.

Seit 1990 sendet aus Hamm der Privatradiosender Lippewelle Hamm.

1991 wurde der Trockenkühlturm des 1971 erbauten Kernkraftwerks THTR-300 gesprengt.

Seit 1993 steht im Kabelfernsehen ein Offener Kanal zur Verfügung. 1993 wurde auch der Neubau des Gustav-Lübcke-Museums eröffnet mit einer der größten Ägypten-Sammlungen-

1998 wurde das Ökozentrum errichtet.

2002 wurde Hindu-Tempel der Göttin Sri Kamadchi Ampal in Hamm errichtet.

2003 wurde die SRH Fachhochschule Hamm gegründet.