Hemmerle Klaus Prof., 1929, Freiburg


Geboren am:

03.04.1929 in Freiburg

Gestorben am:

23.01.1994 in Aachen

Verheiratet:

nein

Kinder:

keine

Geschwister: nicht bekannt
Eltern: nicht bekannt

Sein Leben und Wirken bleibt uns allen ein Vermächtnis

Klaus Hemmerle wurde am 03.04.1929 in Freiburg geboren. Dort empfing er am 25.05.1952 auch die Priesterweihe. Nach zweijähriger Tätigkeit in der Pfarrseelsorge wurde er 1957 zum Dr. theol. promoviert.

Als Direktor der Katholischen Akademie in Freiburg von 1956 bis 1961 bemühte er sich um zukunftsweisende Fragestellungen. Danach wurde er Assistent des Religionsphilosophen Bernhard Welte und habilitierte sich 1967. Von 1968 bis 1974 war er Geistlicher Direktor des Zentralkomitees der deutschen Katholiken und seit 1974 bis zuletzt dessen Geistlicher Assistent. Seine Lehrtätigkeit führte ihn 1969 als Privatdozent nach Bonn, kurz darauf als Professor für Fundamentaltheologie nach Bochum und als Professor für Christliche Religionsphilosophie nach Freiburg.


Am 12.09.1975 wurde er zum Bischof von Aachen ernannt. Am 08.11.1975 empfing er im Aachener Dom die Bischofsweihe. Bei der Deutschen Bischofskonferenz hat er als Vorsitzender der Kommission IV wichtige Impulse für geistliche Berufe und kirchliche Dienste in einer modernen Welt geben können. 1987 wurde er für drei Jahre zum Mitglied des Rates der Bischofssynode in Rom gewählt. 1984 erhielt er das Verdienstkreuz Erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, 1988 die philosophische Ehrendoktorwürde der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. Nicht zuletzt wurde er als Autor zahlreicher Veröffentlichungen bekannt.

Das Hauptanliegen seines bischöflichen Wirkens war die Verwirklichung der Kirchentheologie des Zweiten Vatikanischen Konzils im Bistum Aachen. Schwerpunkte waren dabei die Feier des Sonntags -„Pastoral der Zeit" -, Kirche und Mission, Kirche und Arbeiterschaft, die Stellung der Frau in der Kirche. Der Aachener Heiligtumsfahrt 1979 gab er durch das Wort von der „Tuchfühlung mit Gott" eine zeitgerechte Deutung. Der mit der Aachener Heiligtumsfahrt verbundene Katholikentag 1986 bot ihm Gelegenheit, in konzentrierter Form sein Hauptanliegen zu vermitteln: die Weg-Gemeinschaft des Volkes Gottes im Glauben.

Dem Bistum Aachen war er nicht nur ein überaus beredter Verkünder der Botschaft Jesu, sondern ein stets zum Dialog bereiter Weggenosse, der mehr durch Weitergabe geistlicher Erfahrung als durch Verordnung oder Anweisung zur Erneuerung und Vertiefung christlicher Gemeinschaft führte.

Als junger Priester lernte er die Fokolar-Bewegung kennen. Ihn faszinierte die Gemeinschaft, die ihren Grund in Jesus Christus hat und seine Gegenwart erfahrbar macht. Hier begegnete er in einer konkreten und ihn überzeugenden Weise, wie heute das Wort Gottes gelebt werden kann. Als Bischof wollte er sein Leben davon prägen lassen. Um ihn gruppierten sich die Bischöfe, die auf Weltebene mit der Fokolar-Bewegung verbunden sind. Er war intensiv darum bemüht, die Theologie, die der Spiritualität von Chiara Lubich, der Gründerin der Bewegung, zugrunde liegt, zu erheben und ins Wort zu bringen.

Bischof Klaus Hemmerle starb am 23.01.1994 im Alter von 64 Jahren in Aachen.


Gedenkseite 1645