Herford, Deutschland


Herford ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen.

1969 wurden folgende Gemeinden in Herford eingemeindet:

  • Diebrock
  • Eickum
  • Elverdissen
  • Falkendiek
  • Herringhausen Ost (der westliche Teil, Herringhausen Dorf, gehört zur Stadt Enger)
  • Laar
  • Schwarzenmoor
  • Stedefreund

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie Informationen zu Personen, die aus diesen Orten stammten.

Chronik

789 - 1899


789 wurde Herford erstmals urkundlich erwähnt.

Um 800 entstand das Frauenstift Herford, welches Kaiser Ludwig der Fromme 823 seinem persönlichen Schutz unterstellte. Der Kaiser übertrug dem Frauenstift weitere Güter und bald darauf entwickelte sich auch eine Kaufmannssiedlung.

926 wurde das Stift von den Ungarn zerstört und anschließend neu aufgebaut.

973 bestätigt Otto der Große Herford Markt- und Zollrechte.

1011 wurde das Stift auf dem Berge als Ausbildungsstätte für die Töchter des niederen Adels gegründet.

Im Mittelalter war Herford ein bedeutendes geistliches und geistiges Zentrum und mit einer 3,5 km langen Stadtmauer eine der am besten befestigten Städte mit fünf Stadttoren und 14 Türmen, die den verschiedenen Zünften zugeordnet waren.

Um 1170 wurde eine Bürgergemeinde gebildet und das Stadtrecht entwickelt, wobei das Dortmunder Stadtrecht als Vorlage diente.

Um 1220 ist die Erwähnung eines Stadtrates nachweisbar; der Herforder Stadtrat war damit einer der ersten in Deutschland.

1224 wurde die Herforder Neustadt gegründet.

Von 1342 bis ins 17. Jahrhundert war Herford in der Hanse. Die rege kaufmännische Tätigkeit erstreckte sich früh über den gesamten Hanseraum und bis nach Flandern. Besonders wichtig waren dabei die Produktion und der Handel von Tuch.

Um 1530 setzte sich der Protestantismus in der Stadt durch, die Abtei blieb jedoch noch weitere 35 Jahre katholisch.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt mehrmals belagert und 1638 brannten viele Häuser in der Stadt ab.

1647 wurde Herford durch brandenburgische Truppen besetzt und verlor seine Selbständigkeit. Herford wurde der Grafschaft Ravensberg zugeschlagen und 1722 mit dem Fürstentum Minden zusammengefasst.

1765 wurde das Material der Stadtmauer versteigert.

Um 1800 wurde der Alte Friedhof angelegt.

1803 wurde das Stift Herford säkularisiert und der Grafschaft Ravensberg zugeschlagen.

1806 wurde Herford unter französischer Verwaltung dem 1807 neugegründeten Königreich Westphalen zugeordnet.

1815 fiel Herford aufgrund der Beschlüsse des Wiener Kongresses an Preußen und wurde 1816 zur Kreisstadt.

1847 erhielt Herford Anschluss an das Eisenbahnnetz.

1878 wurde das im Renaissancestil gebaute Rathaus auf dem Alten Markt abgerissen.

 

1900 bis heute


Während des Ersten Weltkrieges wurden das neue neobarocke Rathaus und eine neue Markthalle gebaut. Bis 2400 Soldaten des Deutschen Heeres waren in Herford stationiert. In Waisenhäusern, im Schützenhof und in den Krankenhäusern wurden Lazarette eingerichtet.

1924 wurde der Friedhof Ewiger Frieden angelegt.

1935 wurde Herford zur Garnisonsstadt, nachdem in den Jahren zuvor mehrere Kasernen gebaut worden waren.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde Herford bei Luftangriffen nur gering zerstört und der mittelalterliche Grundriss der Stadt blieb größtenteils erhalten. Am 03.04.1945 wurde Herford von US-Truppen eingenommen und wurde kurz darauf Teil der Britischen Besatzungszone. Von den Briten wurden viele Häuser für die Unterbringung der Soldaten beschlagnahmt, aber 1957 wieder zurückgegeben, nachdem ausreichend Wohnraum für die britischen Soldaten gebaut worden war.

Im Januar 1946 wurde Konrad Adenauer im Herforder Rathaus zum Vorsitzenden der CDU gewählt. Im Februar wurden große Teile der Innenstadt überschwemmt. Dabei wurden große Schäden an den Häusern angerichtet.

1948 nahm die Kirchenmusikschule für die Evangelische Kirche von Westfalen ihren Betrieb auf.

1950 erhielt die Nordwestdeutsche Philharmonie ihren Sitz in Herford.

Von 1950 bis 1957 befand sich in Herford die Hauptgeschäftsstelle des Deutschen Schaustellerbundes, der am 13. Januar 1950 in Herford gegründet worden war.

1955 wurde die großzügige Kapelle errichtet.

2005 wurde das zeitgenössische Kunstmuseum Marta eröffnet.

2008 erhielt Herford den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

2015 wurden die letzten britischen Soldaten aus Herford abgezogen wurden.