Herzog zu Sachsen Georg, 1893, Dresden


Geboren am:

15.01.1893 im Taschenbergpalais des Residenzschlosses Dresden

Gestorben am: 14.05.1943 ertrunken im Groß Glienicker See
Verheiratet: nein
Kinder: nicht bekannt
Geschwister: Prinzen Friedrich Christian und Ernst Heinrich sowie die Prinzessinnen Margarethe (1900–1962), Maria Alix (1901–1990) und Anna Monika (1903–1976)
Eltern:

Prinz Friedrich August von Sachsen (Königs Friedrich August III.) und Luise von Sachsen geb. Erzherzogin von Österreich-Toskana

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Georg von Sachsen um 1905 (vollständiger Name: Friedrich August Georg Ferdinand Albert Carl Anton Paul Marcellus)
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Priester Georg Herzog zu Sachsen kurz vor seinem Tod

Vado ad Patrem

Kurz nach Vollendung seines 50. Lebensjahres rief Gott Georg Herzog zu Sachsen auf der Höhe seiner priesterlichen Arbeit ab. Menschlich gesprochen durch einen tragischen Unfall. Sein Herzschlag machte seinem Leben beim Baden im Groß Glienicker See bei Kladow ein überraschendes Ende.

Aber er ging nicht unvorbereitet. Eine seiner letzten Aufzeichnungen, als Vorbereitung einer Ansprache, schloss: „Vado ad Patrem“. So war sein ganzes Leben ein stetes Schreiten zum Vater im Dienst seines Volkes und seiner Kirche.

Im Ersten Weltkrieg führte er als Oberstleutnant eine sächsische Brigade. Die Ereignisse nach 1918, Zusammenbruch der Monarchie, Abdankung des Kaisers und Bundesfürsten, ließen in ihm immer mehr den Gedanken reifen, als Priester Menschennot lindern zu helfen. So verzichtete er auf sein Recht der Erstgeburt als Kronprinz des Königreichs Sachsen und wurde 1924 Priester, um sich im Herbst 1925 der Gesellschaft Jesu anzuschließen. Er setzte sich bis zu seinem Tode für die Ökumene ein und hielt zahlreiche Predigten.

Während der Zeit des Nationalsozialismus widmete er sich als missliebiger Angehöriger eines ehemaligen Königshauses verstärkt der Beratertätigkeit. Darüber hinaus war er im Berliner Una-Sancta-Kreis, einem ökumenischen Gesprächs- und Widerstandskreis, tätig und mit Persönlichkeiten des Kreisauer Kreises sowie des Attentats vom 20.07.1944 bekannt.

Den vielen, denen er in seiner sächsischen Heimat und in Berlin Helfer und Freund wurde, wird er in seiner frohen, lauteren Selbstlosigkeit unvergesslich bleiben.

Georg Herzog zu Sachsen wurde in der Gruft des Hauses Wettin in der Dresdner Hofkirche der Verklärung beigesetzt.

Seine Geburt wurde mit 101 Kanonenschüssen verkündet. Am 20.01.1873 wurde Georg in der Silbernen Kapelle des Taschenbergpalais von Bischof Ludwig Wahl getauft. Taufpate war Johann Georg von Sachsen, Taufzeugen waren König Albert und dessen Gemahlin Carola sowie die Großeltern Ferdinand IV. und Maria Antonia.


Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Kronprinz Georg (links) mit seinem Bruder Friedrich Christian (rechts) - Quelle Wikipedia


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