Heuken Franz Josef, Pater Sebastian M. Heuken O.P., 1930, Münster


Geboren am:

06.07.1930 in Münster

Gestorben am: 23.03.1963 in Chaozhou, China
Verheiratet: nein
Kinder: keine
Geschwister: nicht bekannt
Eltern: nicht bekannt

Aus seinem Leben

Franz Josef Heuken wurde am 06.07.1930 in Münster geboren und verlebte seine Jugend am Wallfahrtsort Telgte. Hier besuchte er die Grundschule, hier führte er viele Jahre eine Gruppe der Pfarrjugend. Sein Abitur machte er 1951 an der Schlaun-Schule in Münster. In der Gnadenkapelle in Telgte gewann er nach und nach, wie er selber schrieb, Klarheit über seine Berufung zum Priester und Ordensmann.

Um die Welt der Menschen, denen er später das Evangelium verkünden wollte, aus eigener Erfahrung kennenzulernen, arbeitete er nach dem Abitur einige Monate auf einer Zeche in Duisburg-Hamborn unter Tage. Hier knüpfte er Verbindungen zur Christlichen Arbeiter-Jugend, für deren Einführung in Chaozhou, einer Stadt in der östlichen Provinz Guangdong in China, er noch kurz vor seinem Tod Vorbereitungen getroffen hatte.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Heuken Franz Josef, Pater Sebastian M. Heuken O.P.

Die von ihm ersehnte und im Predigerorden geschaute Harmonie zwischen kontemplativem Umgang mit Gott und aktivem Einsatz für Sein Reich auf Erden ließ ihn Dominikaner werden. Bei seiner Einkleidung am 16.09.1951 wählte er den Ordensnamen Fr. Sebastian, damit dieser tapfere Märtyrer ihm helfe, „sich nicht mit großen Worten für das Reich Gottes einzusetzen, sondern für die Wahrheit durch das Leben Zeugnis zu geben“.

Nach seinen ersten Gelübden begann er 1952 das Studium der Philosophie und Theologie an der Ordenshochschule in Walberberg. Am 17.09.1955 legte er die Ewigen Gelübde ab und wurde am 25.07.1957 durch Seine Eminenz Josef Kardinal Frings zum Priester geweiht. Nach seinen Studien in Walberberg vertiefte er in Dublin und London seine englischen Sprachkenntnisse. Im Sommer 1960 erfüllte sich endlich sein Wunsch, in die Mission nach China reisen zu dürfen. Eben erst hatte er seine chinesischen Sprachstudien in Hsinchu beendet und mit Freude und Eifer die Missionsarbeit in Chaozhou begonnen, als er auf Heimfahrt von einer Hauseinsegnung tödlich verunglückte.

Auf regennasser Straße prallte am 23.03.1963 in Chaozhou ein ins Schleudern geratener Lastwagen so hart gegen das Motorrad von Pater Sebastian, dass dieser rückwärts auf die Straße geworfen wurde und mit dem Hinterkopf auf das Pflaster schlug. Eine Missionsschwester kam gleich nach dem Unfall an die Unglücksstelle. Sie konnte mit ihm noch ein wenig beten, dann wurde er bewusstlos. Ein herbeigerufener Mitbruder spendete ihm die heilige Ölung, bevor er auf der Straße verblutete.

Unter großer Anteilnahme der chinesischen Bevölkerung wurde der 32 Jahre junge Pater Sebastian auf dem Klosterfriedhof von Kaohsiung bestattet. Sein früher Tod bedeutete für alle die ihn kannten, besonders jedoch für die Mission, einen schmerzlichen Verlust.


Gedenkseite 2122