Hillebrand Ferdinand Anton, 1880, Titz


Geboren am: 22.10.1890 in Titz
Gestorben am: 17.01.1973 in Cochem
Verheiratet mit: Käthe Schiffer aus Köln (1893 - 1969)
Kinder: nicht bekannt 
Geschwister: ja
Eltern: Dr. Bartel Hillebrand und Antonie Hillebrand geb. Sarter

1921 bis 1957 Stadtbürgermeister

Es war eine bedeutungsvolle und interessante, doch oft gar schwere Zeit, die sein Leben formte und die er mit vielem Gottvertrauen und in rastloser Tätigkeit erfolgreich durchgestanden hat.

Ferdinand Anton Hillebrand wurde am 22.10.1880 in Titz als Sohn der Eheleute Dr. Bartel Hillebrand und Antonie Hillebrand geb. Sarter geboren. Nach abgelegtem Hochschul-Diplomexamen trat er Ende 1912 in den Dienst der Strafverteidigung Düren. 1915 nahm er als Kriegsfreiwilliger am Ersten Weltkrieg teil. Als Offizier und mit dem E.K.I. ausgezeichnet, kehrte er 1918 nach Hause zurück. Bald darauf ernannte ihn der Oberbürgermeister Klotz zu seinem persönlichen Referenten und übertrug ihm gleichzeitig die Geschäftsführung des Rheinischen Städtebundes und der Vereinigung rechtskundiger Bürgermeister.

1921 wurde er als Amtsbürgermeister nach Niederzier berufen, dessen finanziellen und wirtschaftlichen Verhältnisse dem Zusammenbruch nahe waren.  Große Schwierigkeiten machten seinem Wirken die Separatisten unter dem Schutz der Spahis, den Kavallerieregimentern der französischen Armee. Trotzdem gelang es Ferdinand Anton Hillebrand die in ihn gesetzten Erwartungen in vollem Umfange zu erfüllen.

Als er 1924 als Stadtbürgermeister nach Zell gewählt wurde, litt diese Stadt noch an allen Ecken unter den Nachwirkungen der Inflation und der wirtschaftlichen Depression. Um die trostlose Lage der Winzer zu verbessern, begann er erstmalig mit dem Bau von Weinbergswegen und förderte durch gezielte Werbung den Weinabsatz, vor allem, als es ihm gelungen war, die gerichtliche Anerkennung der Zeller Schwarzen Katz als Lagename zu erreichen, womit die Grundlage für den späteren weltweiten Ruf dieses Weines gelegt worden war.  Mit viel Liebe ging er daran, Zell als Kreisstadt auszubauen.

Als er schließlich dem Druck der Nazis weichen musste, kam er 1934 im Wege der Strafversetzung als Stadtbürgermeister nach Vallendar.

Hier gelang es ihm bald, durch seinen Fleiß und Fähigkeiten immer mehr Ansehen bei der Bevölkerung zu finden. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde er von der Partei als abkömmlich erklärt und nach Polen eingezogen. Doch nach Jahresfrist holte man ihn wieder zurück, um die durch den Krieg bedingten vielen Aufgaben zu übernehmen. Als die Front zusammenbrach und die Feindtruppen über den Rhein kamen, übergab er aus eigener Initiative die Stadt den Amerikanern, die ihn für einige Zeit als Geisel festhielten, dafür die Stadt mit weiterem Beschuss verschonten, während die deutschen Truppen von rückwärts aus sein eigenes Haus zusammenschossen.

Als im Sommer 1945 die Kommunisten hochkamen, wurde der Verstorbene von den Amerikanern in Schutzhaft genommen, aber Anfang 1946 als „Nichtbetroffenen“ entlassen. Nach vorübergehender Tätigkeit als Stadtdirektor von Zell wurde er 1949 als ehrenamtlicher Bürgermeister nach Cochem gewählt. Die Stadt war über die Hälfte zerstört, Versorgungsleitungen nur notdürftig hergerichtet, die Finanzlage äußerst schwierig, da auch die einzelnen Bürger durch den großen eigenen Schaden schwer belastet waren. Dennoch griff er mutig zu und vollendete den notwendigen Aufbau auf allen Gebieten.

Nach seinem Abgang 1957 behielt er seinen Wohnsitz in Cochem bei, deren Bürger ihm in der Not lieb und wert geworden waren und geblieben sind.

Ferdinand Anton Hillebrand starb am 17.01.1973 im Alter von 82 Jahren in Cochem.


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