Hirtreiter Ludwig Franz, 1936, Straubing


Geboren am: 02.07.1936
Gestorben am: 26.10.1999
Verheiratet mit: Marion Ohlsen von 1974 - 1990
Kinder: keine
Eltern:
Geschwister:

 

Aus seinem Leben

Ludwig Franz war das vierte und jüngste Kind des Münchener Kaufmannehepaares Hirtreiter.

Schon in jungen Jahren begann er damit, um sich herum eine Legende zu entwickeln, die, wie ein ARD-Bericht im Juni 2009 aufdeckte, jedoch nichts mit seinem realen Leben zu tun hatte. So ist vieles, was der Schauspieler und Schlagersänger über seine schulische Laufbahn, seine Familie und die Anfänge seiner Künstlerkarriere erzählte, frei erfunden.

 

50er Jahre

Im Alter von 20 Jahren erhielt er 1956 an den Münchener Kammerspielen seine erste Nebenrolle als Schauspieler.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Ludwig Franz Hirtreiter alias Rex Gildo

Seine erste Filmrolle erhielt er kurz darauf in dem Film „Immer wenn der Tag beginnt“. Im Jahr 1958 spielte er erstmalig neben Conny Froboess eine Hauptrolle in dem Film „Hula-Hopp, Conny“

Im Jahr 1959 begann seine erfolgreiche Karriere als Schlagersänger. Zu diesem Zweck legte sich Ludwig Franz den Künstlernamen Rex Gildo zu. Unter dem Namen Rex Gildo hatte er mit dem Song „Sieben Wochen nach Bombay“ seinen ersten Erfolg mit Platz 13 in den deutschen Charts. Im gleichen Jahr nahm er mit Angèle Durand, der Ehefrau seines Produzenten mit dem Lied „Abitur der Liebe“ an der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest teil, scheiterte jedoch.

 

60er Jahre

Rex Gildo gelangten in den 60er-Jahren zahlreiche Hits wie z.B. "Speedy Gonzalez". Besonders beliebt war Rex Gildo im Duett mit der Dänin Gitte Haenning, das damalige Traumpaar des deutschen Schlagers. 1961 spielte er in der deutschen Uraufführung des Musicals My Fair Lady in Berlin die Rolle des Freddy. Zwischen 1960 und 1970 spielte er in 16 Filmen mit.

 

70er Jahre

Sein bekanntestes Lied und größter Erfolg war der Song „Fiesta Mexicana“, welcher 1972 veröffentlich wurde.

Erste Gerüchte über seine Homosexualität versuchte der braungebrannte Frauenschwarm 1974 durch die Heirat seiner Cousine Marion zu entkräften. Tatsächlich lebten die beiden meist getrennt voneinander. Die Ehe wurde 1990 aufgelöst.

 

80er Jahre

1981 bekam er im ZDF eine Fernsehshow unter dem Titel Gestatten: Rex Gildo. Allerdings begann in den 80er-Jahren sein Stern zu sinken – keine Filmrollen mehr und der Abstieg als Schlagerikone.

1988 starb sein langjähriger Manager und Lebensgefährte Fred Miekley. Für Rex Gildo ein schwerer Schicksalsschlag. Die Öffentlichkeit erfuhr jedoch erst davon, als Rex Gildo nach seinem Tod auf dem Münchner Ostfriedhof an der Seite von Fred Miekley beigesetzt wurde.

Ab 1989 vermehrten sich Gerüchte um eine Verhältnis mit seinem Privatsekretär Dave.

 

90er Jahre

1993 zeichnete der MDR die Show Fiesta Rexicana auf; Gastauftritte in Musiksendungen und Serien folgten. Aber statt Auftritten auf großen Bühnen waren es immer häufiger Auftritte in Bierzelten, Einkaufszentren, Betriebsfeiern oder bei Autohaus-Eröffnungen, mit denen Rex Gildo sein Geld verdiente. Zwar konnte er in den 90er Jahren mehrere musikalische Erfolge feiern, die jedoch nicht an seine großen Hits aus den 70er Jahren heranreichten. Seine Popularität ging stark zurück, gleichzeitig mehrten sich Berichte über Alkohol- und Drogenprobleme. Es gab mehrfach Rechtsstreitigkeiten mit Konzertveranstaltern, die ihm vorwarfen, er sei bei seinen Auftritten betrunken gewesen. Eines dieser Verfahren endete sogar in einem Vergleich, bei dem Rex Gildo 33% seiner Gage zurückzahlen musste.

Seinen letzten Auftritt vor 3000 Besuchern hatte Rex Gildo am 23. Oktober 1999 in einem Möbelhaus in Bad Vilbel. Nach Rückkehr von dem Auftritt stürzte er an diesem Abend aus dem zweiten Stock seiner Münchener Wohnung. Laut Medien hatte er an dem Abend Streit mit seinem Lebensgefährten Dave. Drei Tage später starb er an den Verletzungen des Sturzes, der aufgrund Zeugenaussagen als Selbstmord deklariert wurde.

Mit dem Tod von Ludwig Franz Hirtreiter endete eine erfolgreiche und tragische Künstlerkarriere, denn seine jahrelangen Erfolge hat er mit einer fast grenzenlosen Selbstverleugnung bezahlt. L. F. Hirtreiter wurde auf dem Münchener Ostfriedhof neben seinem 1988 verstorbenen Lebensgefährten Fred Miekley beigesetzt.


Gedenkseitennummer 40