Iserlohn, Deutschland


Iserlohn ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen.

  • 1883 und 1890 wurden Teile von Lössel in Iserlohn eingemeindet.
  • 1929 wurden Teile von Calle und Oestrich eingemeindet.
  • 1941 wurde der Kuhlo und das westliche Dröscheder Feld eingemeindet.
  • Seit 1956 gehören zu Iserlohn auch Gerlingsen, Hombruch und die Iserlohner Heide.
  • 1975 das Stadtgebiet mit Hennen und Letmathe, Teilen von Hemer (Griesenbrauck und Bilveringsen), Ihmert, Kesbern und Sümmern (außer Ostsümmern) zur neuen Stadt Iserlohn zusammengeführt.

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie in Kürze Informationen zu Personen, die aus diesen Orten stammten.

Chronik

985 - 1899


Die ältesten menschlichen Spuren im Gebiet des heutigen Iserlohns sind etwa 42.000 Jahre alt.  Ab 4.500 v. Chr. war das Gebiet Iserlohn besiedelt, wie zahlreiche bedeutende Funde belegen. Eine dauerhafte Besiedlung fand jedoch erst ab dem 6. Jahrhundert n. Chr. statt.

Die Pankratiuskirche, das älteste Gebäude Iserlohns wurde etwa 985 eingeweiht.

1150 erfolgt die erstmals gesicherte urkundliche Erwähnung Iserlohns.

Ab 1180 waren die Kölner Erzbischöfe Landesherren in der Gegend Iserlohns.

Mitte des 13. Jahrhunderts wurden eine landesherrliche Zitadelle und Burgmannshäuser erbaut.

Etwa 1237 erhielt Iserlohn Stadtrechte und um 1240 das Münzrecht. Um diese Zeit begann auch der Abbau von Eisenerz. Ab dem 14. Jahrhundert entstanden die ersten von Wasserkraft betriebenen Eisenhämmer.

In Urkunden von 1309 wird in Urkunden Iserlohn als eine befestigte Stadt mit eigenem Richter und Bürgermeister erwähnt, 1326 wurde erstmals ein Stadtrat erwähnt.

1448 wurden große Teile der Stadt bei einem Stadtbrand vernichtet. 1510 wurde die Stadt wieder teilweise durch Brand zerstört. Auch in den Jahren 1530, 1616, 1635, 1665, 1677, 1685 und 1712 gab es Stadtbrände, deren Ursache teils bei den metallverarbeiteten Betrieben, die mit Feuer arbeiteten, lag. Nach und nach zogen diese Betriebe ins Umland und in der Stadt ließen sich Kaufleute und Händler nieder. Die Iserlohner Kaufleute trieben Handel mit Städten in ganz Europa und teilweise darüber hinaus.

Um 1615 wurde Iserlohn vom Kurfürstentum Brandenburg übernommen und gehörte seitdem zu Preußen.

Im Innenstadtbereich wurde vom 15. bis zum 19. Jahrhundert zudem das Zinkmineral Galmei gefördert.

1690 wurden in Iserlohn erstmals Nadeln produziert und daraus entwickelte sich der für die Stadt wichtige Industriezwei der Nadel- und Drahtproduktion.

Ab dem 18. Jahrhundert wurde Iserlohn eine der wichtigsten Industriestädte Preußens. Um 1800 bildete der Raum Iserlohn mit seiner Draht-, Nadel-, Messing-, Bronze- und Seidenindustrie, zusammen mit der südlich angrenzenden Region um Altena und Lüdenscheid, eines der weltweit größten Industriegebiete. Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein war Iserlohn die größte Industriestadt Westfalens und eine der reichsten Handelsstädte Preußens. Allein der Nadelexport betrug 66 Prozent der Gesamtwirtschaft.

Um 1794 wurde Iserlohn von französischen Revolutionstruppen besetzt. Die mit der französischen Machtübernahme ging eine Kontinentalsperre einher und durch die Exportverbote litt das wirtschaftliche Wachstum der Stadt. 1808 bis 1813 gehörte Iserlohn zum Ruhrdepartement im Großherzogtum Berg.

1815 fiel Iserlohn aufgrund der Beschlüsse des Wiener Kongresses wieder an Preußen und wurde 1817 Sitz des damaligen Kreises Iserlohn. Es folgte noch einmal eine wirtschaftliche Blütezeit von etwa zwanzig Jahren. Der wirtschaftliche Aufschwung brachte soziale Probleme mit sich, da die Arbeitsbedingungen und Löhne in den Fabriken sehr schlecht waren. So wundert es auch nicht, das Iserlohn einer der Kernorte der frühen Arbeiterbewegung wurde mit den ersten Streiks in der Metallindustrie im Jahr 1840. Da die Iserlohner Metallbetriebe auf Wasserkraft angewiesen waren, für die vielen Betriebe aber nicht genügend Wasserkraft zur Verfügung stand, wanderten viele größere Betriebe ins Ruhrgebiet ab.

1833 wurde eine Station der Telegrafenlinie auf dem Iserlohner Fröndenberg errichtet.

1860 wurde der Bahnhof Letmathe eröffnet.

1865 gründete sich eine lokale Organisation des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV).

1868 wurde die Dechenhöhle entdeckt.

 

1900 - heute


1909 wurde der Danzturm gebaut.

1933 wurde der Oberbürgermeister Richard Gertenbach nach Machtübernahme durch die Nationalsozialisten ohne Angabe von Gründen „beurlaubt“. Nach dem Mordanschlag auf den führenden Nationalsozialisten Hans Bernsau kam es zu Hetzkampagnen gegen Kommunisten und ein tatverdächtiger Bewohner Iserlohns wurde zum Tode verurteilt. In der Pogromnacht vom 09.11. auf den 10.11.1938 wurden die Synagoge und viele jüdische Geschäfte zerstört.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt nur gering zerstört. Am 16.04.1945 wurde Iserlohn von US-Truppen eingenommen.

Nach Kriegsende wuchs die Stadt schnell. Es entstanden neue Wohngebieter.

1969 wurde Iserlohn Garnisonsstadt mit drei Kasernen. 1990 wurden alle Kasernen geschlossen.

Zwischen 1967 bis 1980er Jahre wurde die Innenstadt saniert und dabei auch eine Fußgängerzone eingerichtet.