Kettner Theodor Dr. med., 1873, Köln


Geboren am:

07.03.1873 in Köln

Gestorben am: 09.04.1955
Verheiratet: nicht bekannt
Kinder: nicht bekannt
Geschwister: nicht bekannt
Eltern: Dr. med. Eduard Kettner und Elisabeth Kettner geb. Prümm

Zum Gedenken an Herrn Oberregierungs-Medizinalrat Dr. med. Theodor Kettner

Als Sohn des Generalarztes Dr. med. Eduard Kettner und seiner Gattin Elisabeth, geb. Prümm, in Köln am 07.03.1873 geboren, vollendete er sein Leben am 09.04.1955 im begnadeten Alter von 82 Jahren. Ist schon ein solches Alter an sich eine Gnade, so besonders für den Arzt, der über die Hälfte der Jahre, die ihm geschenkt waren, segensreich im Dienst der Menschheit tätig war.

Er besuchte das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Köln, wurde infolge wiederholter Versetzung des Vaters aber nach Straßburg, Rastatt und Mannheim verschlagen, ehe er seine wissenschaftliche Ausbildung an der Kaiser Wilhelm Akademie für das militärische Bildungswesen in Berlin erhielt.

Als Leibarzt begleitete er dann den zur russischen Armee entsandten Prinzen Friedrich Leopold von Preußen 1905 über Moskau und auf beschwerlicher Reise durch die Wüste Gobi nach Peking zum mandschurischen Kriegsschauplatz.

Den Ersten Weltkrieg machte er als Oberstabs- und Chefarzt in der Armeegruppe Litzmann mit und stellte sein Organisationstalent 1917 bei der Einrichtung des Lazarettbetriebs in Stanislau unter Beweis. Nach Beendigung des Weltkriegs schied er mit dem Charakter eines Generaloberarztes aus dem Heer aus und wurde Regierungs-Medizinalrat beim Versorgungsamt I in Köln. So war er denn nach einer bewegten, erlebnis- und erfolgreichen Wanderzeit wieder in seine über alles geliebte Vaterstadt zurückgekehrt.

Auch als er 1938 nach 40 Jahren Dienstzeit in den Ruhestand versetzt wurde, bedeutet das nicht das Ende seiner ärztlichen und organisatorischen Tätigkeit. 1940 übertrug ihm die Stadt Köln in der schwersten Zeit als Oberregierungs-Medizinalrat die Leitung des Hilfskrankenhauses in der Breiten Straße (Kolpinghaus) und betraute ihn mit der Einrichtung der Hilfskrankenhäuser der Stadt.

1944 im Alter von 71 Jahren verließ er, als die Bombenangriffe Köln in Schutt und Asche legten, die Heimatstadt und fand Zuflucht in Honnef. Voller Sehnsucht wartete er hier darauf, nach Beendigung des Krieges in sein geliebtes Köln zurückkehren zu können. Aber erst 1954 bot sich die Gelegenheit dazu. Noch ein glückliches Jahr war ihm beschieden, in dem er mit lebhaftester Anteilnahme das Wiedererstehen seiner Vaterstadt aus den Trümmern erleben durfte. Dann schloss der Tod die Augen, die so viel Glück und Unglück sehen durften und faltete die begnadeten Hände des helfenden und immer hilfsbereiten Chirurgen zur letzten Ruhe. Ein selten guter und edler, und trotz Orden und Ehrungen immer bescheidener Mensch, voll tiefer Einblicke in die Höhen und Tiefen des Lebens ist von uns gegangen.


Gedenkseite 1038