Koblenz, Deutschland


Koblenz ist eine historische Stadt in Rheinland-Pfalz.

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie in Kürze Informationen zu Personen, die aus diesem Ort stammten.


Chronik

Die Stadt Koblenz verdankt ihren Namen dem römischen Militärlager „castellum apud Confluentes“ (Lager bei den Zusammenfließenden – gemeint sind die Flüsse Rhein und Mosel), erbaut zwischen 27 v. Chr. bis 14 n. Chr. Funde deuten jedoch auch schon auf Besiedlungen in der Mittelsteinzeit hin.

5. Jahrhundert bis 1492


Die Stadt Koblenz verdankt ihren Namen dem römischen Militärlager „castellum apud Confluentes“ (Lager bei den Zusammenfließenden – gemeint sind die Flüsse Rhein und Mosel), erbaut zwischen 27 v. Chr. bis 14 n. Chr. Funde deuten jedoch auch schon auf Besiedlungen in der Mittelsteinzeit hin.

Ende des 5. Jahrhunderts wurden die Römer von den Franken verdrängt. 585 besuchte der fränkische Merowingerkönigs Childebert II. Koblenz.

Im 9. Jahrhundert wurde Koblenz immer wieder in die Konflikte zwischen den Nachfahren Karls des Großen hineingezogen.

Erst als sich das Kurfürstentum Trier 925 dem ostfränkischen Reich anschloss, entwickelten die Trierer Erzbischöfe größeres Interesse an Koblenz. Kaiser Heinrich II. schenkte 1018 den Königshof mit allen Rechten sowie das Koblenzer Stift St. Florin der Trierer Kirche. Bis 1794 gehörte zum Kurfürstentum Trier. Die Trierer Erzbischöfe förderten den Ausbau der städtischen Infrastruktur etwa durch die Einbeziehung des Siedlungsraums entlang des Rheins in den Mauerring, die Errichtung der steinernen Moselbrücke unter Erzbischof Balduin von Luxemburg oder die Ausbildung von Gerichts- und Verwaltungsbezirken. Ein Stadtrat ist erstmals 1332 belegt.

Die wichtigsten geistlichen Einrichtungen im mittelalterlichen Koblenz waren die beiden Kanonikergemeinschaften St. Kastor und St. Florin. Unter den Stiftsherren finden sich sowohl einige spätere Trierer Erzbischöfe als auch der bedeutende Theologe und Kirchenreformer Nikolaus von Kues.

Unter Erzbischof Dietrich von Wied siedelte sich der Deutsche Ritterorden in Koblenz an. Das Ordenshaus, von dem sich die Ortsbezeichnung „Deutsches Eck“ herleitet, entstand in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kastorstift. Reformatorisches Gedankengut konnte sich in Koblenz nicht durchsetzen, vielmehr rief Erzbischof Jakob von Eltz die Jesuiten in die Stadt. Das von den Jesuiten 1582 begründete Jesuitenkolleg besteht noch heute als Gymnasium (Görres Gymnasium).

Durch die günstige Verkehrslage an Rhein und Mosel, machten immer wieder Kaiser und Könige in Koblenz Station. 1105 standen sich die Truppen von Heinrich IV. und die Truppen seinen Sohns Heinrich V. in Koblenz gegenüber. 1198 kämpften Philipp von Schwaben und Otto IV. hier um die deutsche Königswürde. Otto IV. verlor die Schlacht und kehrte 1199 nach Koblenz zurück und ließ große Teile von Koblenz niederbrennen.

1338 richtete Kaiser Ludwig der Bayer einen Fürstentag in Koblenz aus.

1492 berief König Maximilian einen Reichstag nach Koblenz ein, um von den Reichsständen Mittel im Kampf gegen die Türken und die Franzosen einzufordern.

 

16. Jahrhundert bis 1899


Im 16. Jahrhundert wurde die Burg auf dem Ehrenbreitstein zur Festung ausgebaut. Sie galt als der sicherste Ort im gesamten Kurfürstentum Trier.  Unterhalb der Festung wurde ein Residenzschloss erbaut.

Im Dreißigjährigen Krieg war Koblenz zwischen französischen und kaiserlichen Truppen heftig umkämpft. Die Aufbauarbeiten nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges machte der Pfälzische Erbfolgekrieg 1688 wieder zunichte, denn die Stadt wurde durch französischen Beschuss stark zerstört.

Während der französischen Revolution wurden französische königstreue Adelige in der Stadt aufgenommen und führten von dort eine Gegenrevolution gegen Napoleons Truppen. 1794 wurde Koblenz jedoch von Napoleons Truppen eingenommen. 1804 hielt sich Napoleon mit seiner Frau Josephine in Koblenz auf. Silvester 1813/1814 marschierten russische Truppen in Koblenz ein und beendeten die französische Herrschaft.

1815 fiel Koblenz aufgrund der Beschlüsse des Wiener Kongresses an Preußen und wurde Sitz des Oberpräsidenten der preußischen Provinz Großherzogtum Niederrhein beziehungsweise ab 1822 der Rheinprovinz. Die Festung Ehrenbreitstein wurde zur mächtigsten Festungsanlage im Westen Preußens ausgebaut. Militär und Verwaltung wurden die dominierenden Kräfte in der Stadt. Vom industriellen Aufschwung des 19. Jahrhunderts profitierte Koblenz gering, da die mächtige Festungsanlage keinen Platz für die Ansiedlung größerer Fabriken bot. 1890 stimmte das Kriegsministerium endlich der Niederlegung der einer Stadterweiterung im Wege stehenden Festungsanlage zu. Nun entstanden neue Stadtviertel mit Schulen, Kirchen und Krankenhäusern. Kurz nach der Jahrhundertwende wurden der jetzige Hauptbahnhof und der Zollhafen in Betrieb genommen.

Kaiser Wilhelm I. wohnte als Militärgouverneur von 1850 bis 1858 in Koblenz. Ihm wurde 1897 ein Reiterstatue gewidmet. Seine beliebte Frau Augusta erhielt bereits 1896 ein Denkmal in Koblenz.

 

1900 - heute


Während des Ersten Weltkriegs war Koblenz eine wichtige Zwischenstation der deutschen Truppen auf dem Weg an die Westfront. Nach Kriegsende musste das Deutsche Reich einer alliierten Besetzung der Rheinlande zustimmen. Oberste Behörde für die besetzten Gebiete war die Hohe Interalliierte Rheinlandkommission, die 1920 ihre Arbeit in Koblenz aufnahm. Die Besatzung endete 1930. Anlässlich der Feierlichkeiten zur Befreiung von der Besatzung reiste Reichspräsident von Hindenburg von Berlin an. Während der Feierlichkeiten ereignete sich die schwerste zivile Katastrophe der Stadt, denn 38 Menschen starben beim Einsturz einer Stegbrücke.

1936 war Koblenz wieder Garnisonsstadt.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden mehr als 870 Juden, Sinti und Roma aus der Stadt in Konzentrationslager deportiert. Gegen Kriegsende wurde das bis dahin größtenteils verschonte Koblenz Ziel massiver alliierter Luftangriffe und zu 87 Prozent zerstört. Am 18./19.03.1945 nahmen US-Truppen Koblenz ein. Koblenz kam zur französischen Besatzungszone. Zwar bestimmten die Franzosen Mainz als neue Landeshauptstadt in dem neu gegründeten Bundesland Rheinland-Pfalz. Der erste Landtag tagte von 1947 bis 1951 jedoch in Koblenz, da in Mainz passende Räumlichkeiten fehlten.

Nach der Gründung der Bundeswehr war Koblenz lange Zeit die größte bundesdeutsche Garnisonsstadt. Heute ist die Stadt ein wichtiger Wirtschafts- und Hochschulstandort geworden.