Köln, Deutschland


Köln ist eine 2.000 Jahre alte, im Westen Deutschlands gelegene Stadt am Rhein. Köln liegt in Nordrhein-Westfalen.

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie Informationen zu Personen, die hier gelebt haben.

Chronik


Der antike Name der Stadt, Colonia Claudia Ara Agrippinensium geht auf die römische Kaiserin Agrippina zurück: Die Gattin von Claudius wurde am Rhein geboren und ließ die römisch-germanische Siedlung am 8. Juli 50 n. Chr. zur Stadt erheben. In der Römerzeit war Köln Statthaltersitz der Provinz Germania inferior. Aus Colonia entwickelte sich der heutige Name der Stadt, wobei die Stadt im Kölner Dialekt „Kölle“ genannt wird.

 

Römerzeit

Im Januar 69 ließ sich Aulus Vitellius in Colonia von den lokalen römisch-germanischen Legionen zum Kaiser ausrufen, und erhielt das Schwert Gaius Iulius Caesars als Symbol für seinen Machtanspruch. Aulus Vitellius legte sich in dem Zusammenhang den Beinamen Germanicus zu. Danach marschierten große Teile der am Rhein stationierten römischen Truppen nach Italien.

Dieser Abzug römischer Truppen, stellte für die Römer kurze Zeit später eine gefährliche Situation dar, denn ab August 69 n. Chr. kam es zum Bataveraufstand, einer Revolte germanischer und keltischer Stämme gegen die römische Herrschaft.

Um etwa 80 n. Chr. erhielt die Stadt Colonia mit der Eifelwasserleitung einen der längsten römischen Aquädukte.

 

Frühmittelalter

Um das Jahr 455 eroberten die Franken Köln. Köln war bis Anfang des 6. Jahrhunderts die Hauptstadt eines unabhängigen fränkischen Teilreiches, ging dann im Königreich Chlodwigs I. auf und behielt seine starke Unabhängigkeit auf dem Gebiet der Ripuarier. Lange Zeit lebte die romanische Bevölkerung in der Stadt parallel zu den fränkischen Eroberern. Im Laufe des 6. bis 8. Jahrhunderts kam es zu einer vollständigen Akkulturation zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen. Die Franken übernahmen schnell die kulturellen Errungenschaften der römischen Stadtbevölkerung, zum Beispiel im Bereich der Gebäudetechnik oder der Glasherstellung. Gegen Ende der Merowingerzeit war Köln die Residenzstadt. Spätestens zu karolingischen Zeiten war der Kölner Bischof oder Erzbischof eine der wichtigsten Persönlichkeiten des Reiches.

862 wurde Köln zum ersten Mal von Wikingern angegriffen, die mit Schiffen ankamen. Es kam zu Verwüstungen und Plünderungen. Die Wikinger ließen sich anschließend dauerhaft in Waal und Lek nieder, und es entwickelte sich ein lebhaftes Handelswesen zwischen Normannen und Rheinländern. Die friedliche Zeit endete im Winter 881. Die Wikinger drangen in die Maasregion ein und plünderten zahlreiche Städte und Gemeinden. Ende Dezember erschienen mindestens drei ihrer Schiffe vor Köln und die nordischen Krieger forderten Wegegeld. Im Januar 882 zahlte Köln den Normannen nach zähen Verhandlungen einen hohen Tribut in Silber. Köln blieb daher vorerst von den Wikingern verschont. Im Februar fuhren die Wikinger dann den Rhein hinauf und plünderten Bonn, Andernach und Trier. Auf der Rückreise oder während ihres Sommerfeldzuges 882 forderten die Wikinger von den Kölnern erneut einen Tribut, den Köln jedoch nicht aufbringen konnte. Köln wurde daraufhin ebenfalls geplündert und verwüstet. Nach der Verwüstung verstärkten die Kölner die maroden Stadtmauern aus der Römerzeit. 883 konnte Köln dadurch einem erneuten Wikingerangriff standhalten.

Ab dem 10. Jahrhundert setzte eine Serie von Stiftsgründungen ein, die romanische Kirchenbauten hervorbrachten. In der Folge errang Köln unter der Führung politisch versierter Erzbischöfe einen unangefochtenen Rang als geistliches Zentrum. Die Überführung der Gebeine der Heiligen drei Könige von Mailand nach Köln durch Erzbischof Rainald von Dassel im Jahr 1164 machte die Stadt zu einem wichtigen Ziel für Pilger.

Im Hochmittelalter lebten etwa 40.000 Menschen in Köln, sodass die Stadtbefestigungen in der damals größten deutschsprachigen Stadt, mehrmals erweitert werden mussten. Ab dem Jahre 1180 wurde die damals längste Stadtmauer (7,5 km) erbaut und 1250 fertiggestellt. Sie war gewaltiger als die fast zur gleichen Zeit errichtete Mauer König Philipps II. Augustus in Paris und 7,5 km lang.

1183 wies der Erzbischof den Juden ein eigenes Gebiet zu, in dem sie einigermaßen in Frieden leben konnten. Dieses Viertel in der Altstadt, das mit eigenen Toren geschlossen werden konnte, war umrissen von der Portalgasse, der Judengasse, Unter Goldschmied und Obenmarspforten. Es war ausschließlich den Juden vorbehalten. Damit war das erste Ghetto in Köln geschaffen.

Seit dem 12. Jahrhundert führte Köln neben Jerusalem, Konstantinopel und Rom die Bezeichnung Sancta im Stadtnamen - Heiliges Köln von Gottes Gnaden, der römischen Kirche getreue Tochter. 1248 wurde mit dem Bau des Kölner Domes begonnen.

 

Spätmittelalter

Im Mai 1259 erhielt Köln das Stapelrecht, das den Kölner Bürgern ein Vorkaufsrecht aller auf dem Rhein transportierten Waren sicherte und so zum Wohlstand der Stadt beitrug. 1288 endeten die jahrelangen Kämpfe der Kölner Erzbischöfe mit den Patriziern vorläufig durch die Schlacht von Worringen. Köln gehörte daraufhin nicht mehr zum Erzstift. Der Erzbischof durfte Köln nur noch zu religiösen Handlungen betreten. Die offizielle Erhebung Kölns zur Freien Reichsstadt dauerte allerdings noch bis 1475. Die Auseinandersetzungen zwischen dem patrizischen Rat und den nicht im Rat vertretenen Zünften führte am 20. November 1371 zum blutigen Kölner Weberaufstand.

In der Bartholomäusnacht 1349 kam es zu einer Judenschlacht“. Ein aufgebrachter Mob drang in das Judenviertel ein und ermordete die meisten Juden.

1396 wurde die Patrizierherrschaft in Köln endgültig beendet. An ihre Stelle trat eine ständische Verfassung, die sich auf die Organisation der Gaffeln stützt. Am 24. Juni 1396 trat ein 48-köpfiger provisorischer Rat aus Kaufleuten, Grundbesitzern und Handwerkern zusammen. Der Stadtschreiber Gerlach von Hauwe schrieb daraufhin den so genannten Verbundbrief, der am 14. September 1396 von den 22 Gaffeln unterzeichnet und in Kraft trat und bis 1794 in Kraft blieb.

Zwischen 1424 und dem Ende des 18. Jahrhunderts durfte sich ohne Erlaubnis des Kölner Rats kein Jude in der Stadt aufhalten

 

Frühe Neuzeit

Ab 1500 gehörte Köln zum neu geschaffenen Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis, das Kölner Umland zum 1512 neu geschaffenen Kurrheinischen Reichskreis. 1582 proklamierte der Kölner Erzbischof Gebhard Truchsess von Waldburg die Gleichstellung von Katholiken und Protestanten, sagte sich von der katholischen Kirche los und heiratete später die protestantische Stiftsdame Agnes von Mansfeld. Er wurde von Papst Gregor XIII. exkommuniziert, sein Nachfolger wurde der katholische Ernst von Bayern. Hätte Gebhard Truchsess von Waldburg seine Pläne verwirklichen können, wäre die katholische Mehrheit im Kurfürstenkollegium gebrochen gewesen. Da er auf seiner Position verharrte, kam es zum Truchsessischen Krieg (Kölner Krieg), der von 1583 bis 1588 dauerte und in dessen Verlauf Deutz, Bonn und Neuss verwüstet wurden.

Im Dreißigjährigen Krieg blieb Köln unversehrt, weil sich die Stadt durch Gelder an heranziehende Truppen, von Belagerungen freikaufen konnte. Köln verdiente an dem Krieg durch Waffenproduktion und Waffenhandel gut. Während des Krieges flüchteten viele hohe Katholikenführer nach Köln, von wo aus sie versuchten, verlorene Gebiete zurückzuerobern.

Die rechtsrheinischen Stadtbezirke gehörten mit Ausnahme von Deutz bis 1802 zum Herzogtum Berg. Das Gebiet innerhalb des Bischofsweges, das in etwa den heutigen vier Stadtteilen Alt- und Neustadt entspricht, bildete die Freie Reichsstadt Köln. Die übrigen Bezirke gehörten zum Kurfürstlichen Erzstift Köln.

Köln war die einzige große freie Reichsstadt des alten Reiches, die nicht zum protestantischen Glauben konvertierte. Auch konnte der Humanismus in Köln nicht Fuß fassen. Im 18. Jahrhundert blieb Köln auch der Aufklärung gegenüber weitgehend verschlossen. Vor allem unter protestantischen Reisenden aus dem In- und Ausland wurde die Stadt zunehmend als Hochburg des intoleranten, obskurantistischen und anti-progressiven Katholizismus bezeichnet.

1852 erreichte Köln die Schwelle von 100.000 Einwohnern und wurde damit erstmals Großstadt.

Mit dem Einzug der französischen Truppen am 6. Oktober 1794 endete die Geschichte Kölns als freie Reichsstadt. Köln wurde Bestandteil der französischen Republik und 1798 in das Département de la Roer eingegliedert mit Aachen als Hauptstadt. Viele Kölner Bürger begrüßten die französischen Revolutionstruppen als Befreier, am Neumarkt wurde ein Freiheitsbaum errichtet. Die bis dahin benachteiligten Juden und protestantischen Christen wurden gleichgestellt. 1801 entstand unter französischer Verwaltung eine neue jüdische Gemeinde in Köln.

1815 wurde Köln nach den Befreiungskriegen infolge des Wiener Kongresses Teil des Königreichs Preußen.

 

Ab 1900

Im Oktober 1914 wurde Köln erstmals von britischen Luftschiffen angegriffen.

Am 28. September 1917 wurde Konrad Adenauer erstmals zum Kölner Oberbürgermeister gewählt. Am 18. Oktober 1929 wurden die Ford-Werke in Köln eröffnet.

Wie die gesamte Weimarer Republik litt Köln bis 1923 unter der Inflation. Nach der Hyperinflation 1922/23 wurde die Rentenmark wurde eingeführt und die Reichsmark Ende August 1924. Wie in vielen Orten gab es in Köln auch lokales Notgeld. Köln litt auch unter der globalen Wirtschaftskrise ab Herbst 1929. Die deutsche Bankenkrise seit Mai 1931 verschärfte die Situation in Köln.

Bei der Reichstagswahl am 06. November erhielt die NSDAP im Wahlkreis Köln-Aachen 17,4% der Stimmen, bei der erneuten Reichstagswahl am 05. März 1933 30% der Stimmen. Am 13. März 1933 übernahmen die Nationalsozialisten die Macht in Köln. Konrad Adenauer wurde zunächst beurlaubt und am 17. Juli aus seinem Amt entlassen.

Am 18. Juni 1940 fielen die ersten Bomben auf Köln. Ab Mai 1942 wurden die Luftangriffe auf Köln verstärkt. Am 29. Juni 1943 wurde Köln nachts durch Maschinen der Royal Air Force und tagsüber von Bombern der USAAF schwer getroffen. Insgesamt gab es 262 Luftangriffe, teils mit mehreren hundert Fliegern auf Köln. Die Innenstadt wurde zu 90 Prozent zerstört. Auch der Kölner Dom wurde schwer beschädigt.

Während 1939 noch circa 772.000 Menschen in Köln lebten, waren es nach Kriegsende nur noch etwa 104.000 Menschen. Von Januar bis März 1945 wurden in Köln 1800 in- und ausländische Widerstandskämpfer und etwa 8000 jüdische Kölner von den Nationalsozialisten ermordet.

Am 5. März 1945 marschierte die 1. US-Armee in Köln ein und begann an dem Tag mit der Besetzung des linksrheinischen Teils der Stadt. Die Besetzung des rechtsrheinischen Kölns erfolgte erst einige Wochen später.

Durch die Rückkehr der Zwangsevakuierten und der Ankunft Vertriebener aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten lag die Einwohnerzahl Ende 1946 bei rund 500.000 Menschen.

Mit der 1975 durchgeführten Gebietsreform überschritt die Einwohnerzahl die Millionengrenze und Köln wurde neben West-Berlin, Hamburg und München zur vierten Millionenstadt Deutschlands.