König Gustav, 1853, Herford


Geboren am:

17.04.1853 in Herford

Gestorben am: 1926 in Wiesbaden
Verheiratet mit: Marie König geb. Puhl
Kinder: Clara, Elisabeth, Käthe, Marie - starb mit 13 Monaten, August, Walter, Gustav
Geschwister: Hermann und Eduard
Eltern:

August und Marie König geb. Schumacher

Aus seinem Leben

Gustav König wurde am 17.04.1853 als ältester Sohn der Eheleute August und Marie König geb. Schumacher in Herford geboren. Sein Vater August König war Unternehmer. Ihm gehörte unter anderem auch eine Ziegelei und ein Dampfwerk. Gustav wuchs wohlbehütet mit seinen zwei jüngeren Brüdern Hermann und Eduard auf. Gustav besuchte das Friedrichsgymnasium und ging danach auf die Baugewerkeschule in Höxter, wo er seine Abschlussprüfung mit Auszeichnung bestand.

Als Berufsanfänger machte er ein Volontariat bei einem Baugeschäft mit Architekturbüro in Duisburg und wurde später dort eingestellt. Beruflich war er nun mit dem Bau von Wohnhäusern und später auch mit Fabriken betraut.

1875 begann seine militärische Ausbildung, er hatte sich für ein Jahr freiwillig gemeldet. Der Militärdienst machte ihm jedoch keinen Spaß. Nach der Ausbildung kehrte er 1876 wieder nach Duisburg zurück und lernte kurz darauf seine Frau Marie Puhl dort kennen.

Marie Puhl war katholisch, Gustav jedoch evangelisch und eine Eheschließung war zu der Zeit, wo Reichskanzler Otto von Bismarck in Rahmen des Kulturkampfes für eine Trennung des Staates von der Katholischen Kirche eintrat, nur schwer möglich. Die Ehe konnte 1878 geschlossen werden, nachdem Gustav zugestimmt hatte, seine späteren Kinder katholisch taufen zu lassen. Diese Entscheidung stellte sich später als fatal heraus. Aus der Ehe gingen 7 Kinder hervor, wobei seine Tochter Marie bereits mit 13 Monaten starb.

Nach der Hochzeit 1878 zog Gustav mit seiner Frau Marie nach Herford und ließ sich hier mit 25 Jahren als Architekt nieder. Er ließ hier auch für seine Familie die Villa König am Wilhelmsplatz bauen.

Die Stadt Herford übertrug ihm die Stelle des Stadtbaumeisters im Nebenamt. Er wurde sehr schnell sehr erfolgreich und schon bald ernannte ihn die Firma „Hoffmann Stärke“ in Bad Salzuflen zum leitenden Architekten auf Lebenszeit. Da der Kulturkampf jedoch noch nicht beendet war, forderte die evangelische Kirche plötzlich von ihm, seine Kinder evangelisch taufen zu lassen und entsprechend zu erziehen. Als Gustav dies ablehnte, da er ja bei Eheschließung der katholischen Taufe und Erziehung, zugestimmt hatte, wurde er von der evangelischen Kirche ausgeschlossen. Die Stadt Herford entließ ihn daraufhin als Stadtbaumeister und Bauunternehmer weigerten sich, seine begonnen Bauten abzuschließen. Die Arbeiter verließen seine Baustellen und Gustav stand kurz vor dem Ruin.

Erst als ein junger Bauunternehmer auf Gustav zukam und seine Bauten in Eigenregie weiterführen wollte, ging es wirtschaftlich wieder aufwärts. Schon bald hatte Gustav eines der größten Architektenbüros im damaligen Westfalen mit bis zu 14 Angestellten.

Für seinen Entwurf für die katholische Grundschule erhielt er 1900 auf der Pariser Weltausstellung die Goldmedaille.

1905 gründete er mit seinem Sohn Gustav König die Motorenfabrik Herford.

1916 starb seine Frau Marie.

In seinen letzten Lebensjahren litt Gustav an Diabetes und fuhr häufig nach Wiesbaden zur Kur.

Gustav König starb 1926 im Alter von 73 Jahren während eines Kuraufenthaltes in Wiesbaden.


Gedenkseite 1854