Köster Heinrich, 1935, Hagen


Geboren am:

20.01.1935 in Hagen

Gestorben am: 19.04.2000 in Erfurt
Verheiratet: nein
Kinder: keine
Geschwister: 2 Brüder
Eltern:

Erich Köster und Maria Köster geb. Menke

Sein Wunsch, in der Karwoche zu sterben ging in Erfüllung

Heinrich Köster wurde am 20.01.1935 in Hagen als der zweite von drei Söhnen des Elektrikers Erich Köster und seiner Frau Maria geb. Menke geboren.

Sein ältester Bruder kam 1945 als Fahrschüler bei einem Eisenbahnunglück um. Seine Mutter verstarb 1954, Heinrich war damals erst 19 Jahre alt.

Heinrich bestand im Februar 1955 am städtischen mathematisch-naturwissenschaftlichen Gymnasium in Wetter an der Ruhr das Abitur. Im April 1955 begann er in Münster ein Lehrerstudium mit den Fächern Latein, Geschichte und Religion. Nach drei Semestern wechselte er nach Innsbruck in Österreich.


Am 29.04.1957 trat er in Eringerfeld ins Noviziat der Niederdeutschen Jesuitenprovinz ein. Das sechssemestrige Studium in Pullach und ein Jahr Praktikum als Erzieher am Aloisiuskolleg in Bad Godesberg schlossen sich an.  Die folgenden vier Jahre studierte er Theologie in Frankfurt Sankt Georgen. Schon nach zwei Jahren, am 28.08.1965, durfte er mit Rücksicht auf seine schwerkranke Stiefmutter die Priesterweihe empfangen. Inzwischen hatten ihn die Ordensobern dazu bestimmt, Lehrer ein einem der Kollegien zu werden. Deshalb belegte er weitere sechs Semester Latein und Geschichte an der Universität Frankfurt.

Er, der kaum als progressiv gelten konnte, hatte in den 68er Jahren so ein Ansehen, dass man ihn zum Fachbereichssprecher wählte. Nach dem Staatsexamen in Geschichte, Politik und Theologie im Mai und in Latein im November 1970 machte er das Referendariat in Offenbach. Am 02.02.1972 begann er seinen Dienst an der Sankt-Ansgar-Schule in Hamburg, wurde 1977 Oberstufenkoordinator und am 01.01.1978 Schulleiter.

In Hamburg konnte er den längsten und nachhaltigsten Lebensabschnitt zubringen. Er war Lehrer mit Leib und Seele, kannte jeweils die über tausend Schülerinnen und Schüler mit Namen und sorgte sich um ihre großen und kleinen Probleme. Machte er bisweilen auch einen recht handfesten, ja burschikosen Eindruck, so wusste er doch Probleme sehr empfindsam und mit großem Fingerspitzengefühl zu lösen. Man konnte zu ihm Vertrauen haben und wurde nie enttäuscht. 

Pater Köster besaß ein solides theoretisches Wissen und eine umfassende Allgemeinbildung. Das hinderte ihn aber nicht, zuallererst und von ganzem Herzen Praktiker und Seelsorger zu sein. Das spürten die Eltern, die Kolleginnen und Kollegen. Ihm lag an guten Kontakten zu den katholischen Schulen Hamburgs, von wo man immer wieder bei ihm Rat und Hilfe bei verwaltungstechnischen und juristischen Fragen einholte. Da er sich zum Priester und Lehrer berufen wusste, ergab sich, dass er seit Weihnachten 1972 ständig Subsidiar am Heiligen Kreuz in Volksdorf war, „Dienstältester Kaplan Hamburgs“, wie er stolz betonte.

Im Sommer 1993 wurde er als Schulleiter an das Berliner Canisius-Kolleg versetzt. Dort schied er auf eigenen Wunsch zum 31.07.1997 aus und zog nach Erfurt um. An der Edith-Stein-Schule und in der Seelsorge konnte er drei sehr erfüllte Jahre verbringen. Im Sommer 2000 sollte er den Schuldienst in Erfurt aufgeben, um in Frankfurt in der Seelsorge und im Innendienst fuer die Mitbrüder tätig zu werden. Einmal äußerte er im Gespräch, wenn er stürbe, dann wünsche er sich dies in der Karwoche. Ob er schon ahnte, wie bald er sterben würde?

Pater Heinrich Köster starb am Karmittwoch am 19.04.2000 in Erfurt im Alter von 65 Jahren und wurde am 04.05.2000 auf dem Ordensfriedhof in Münster beerdigt.


Gedenkseite 2142