Krefeld, Deutschland


Krefeld ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen.

1901 wurde die Stadt Linn in Krefeld eingemeindet.

1907 wurden die Orte Bockum, Oppum und Verberg eingemeindet.

1929 wurde der Stadtkreis Krefeld-Uerdingen am Rhein gebildet. In diesem Zusammenhang wurden die Gemeinden Benrad, Fischeln, Forstwald (Am Vorst) Gellep-Stratum, Hülserberg und Traar in Krefeld eingemeindet und die Hodenbudberg und ein Teil Kaldenhausens (Hagschinkel) in Uerdingen eingemeindet.

1975 wird Hüls in Krefeld eingemeindet.

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie in Kürze Informationen zu Personen, die aus diesen Orten stammten.

Chronik

Von den Römern bis 1646


Die Geschichte der heutigen Stadt Krefeld setzt sich zusammen aus den Geschichten von Alt-Krefeld, Linn, Uerdingen und Hüls, die im Rahmen von Eingemeindungen zur Stadt Krefeld kamen.

Das heutige Gebiet der Stadt war bereits zur Römerzeit besiedelt und es gab um 70 n. Chr. hier ein römisches Kastell.

Um 1105 wurde Krefeld erstmals urkundlich erwähnt.

1255 erhielt Krefeld die Stadtrechte und das Hohe Schöffengericht wird eingeführt.

1293 wurde Krefeld von einem Rheinhochwasser zerstört, daher ließ der Kölner Erzbischof den Ort etwas weiter westlich neu aufbauen.

1317 hatte Krefeld einen Bürgermeister und einen Rat.

Seit 1333 gab es eine Stadtmauer.

1472 erhielt die aus dem 12. Jahrhundert stammende Dionysiuskirche einen neuen Turm.

1584 wurde Krefeld im Truchsessischen Krieg völlig zerstört und blieb für zwei Jahrzehnte nahezu unbewohnt.

1598 wurde Krefeld von den Generalstaaten und Erzherzog Albrecht VII. von Österreich für neutral erklärt. Das neutrale Krefeld wird in den Folgejahren zur Fluchtstätte von Mennoniten, die in den benachbarten katholischen Regionen wegen ihres Glaubens verfolgt wurden. Oft waren diese Andersgläubigen Handwerker und Geschäftsleute und viele wurden recht schnell sehr wohlhabend. Bei der alteingesessenen, überwiegend armen Krefelder Bevölkerung wuchs der Neid und 1646 wurden die Mennoniten der Aufrührerschaft und Verschwörung bezichtigt.

 

1656 bis 1900


1656 gründeten die Söhne des Mennoniten Adolf von der Leyen eine Seidenweberei in Krefeld.

Angriffe auf zugezogene Andersgläubige führten dazu, dass bereits 1683 die ersten 13 Familien als geschlossene Gruppe nach Amerika auswanderten und dort den Ort Germantown (heute Stadtteil von Philadelphia) gründeten. Die Stadt wuchs weiter und wurde 1693 gezielt erweitert.

1702 fiel Krefeld an Preußen.

1731 gründeten die beiden Brüder Friedrich und Heinrich von der Leyen ein eigenes Textilunternehmen, welches sich rasch zu einem Unternehmen mit Weltruf entwickelte und großen Einfluss auf die Entwicklung auf Krefeld hatte. Friedrich und Heinrich von der Leyen bezahlten Prediger für ihre Mennonitengemeinde, kauften eine neue Kirchenorgel und stifteten der Stadt ein Armenhaus.

Durch ein 1763 verliehenes Monopol an die Familie von der Leyen förderte Friedrich II. die Seidenweberei. Aufkommende Konkurrenten wurden dadurch zum Fortzug gezwungen. In Krefeld entwickelte sich eine stark ausgeprägte Textilindustrie. Diese Situation machte die Stadt Krefeld sehr wohlhabend und sie bekam ihren noch heute gültigen Beinamen „Samt- und Seidenstadt“. Bald waren 50 Prozent (4.000 Beschäftigte) der Krefelder Bevölkerung in der Seidenindustrie beschäftigt. 80 Prozent der in Krefeld produzierten Seide wurden nach Russland und Amerika exportiert.

1790 betrug das Betriebsvermögen der von der Leyens 1.280.000 Taler, was heute etwa 32 Millionen Euro entspricht. Ein Webergeselle verdiente damals umgerechnet 250 EUR im Monat, ein Seidenweber 500 EUR und ein Bandweber bis zu 750 EUR. Eine einfache Wohnung konnte man für umgerechnet 25 EUR mieten, ein Pfund Roggenbrot kostete 5 Cent. Der Wohlstand der Krefelder zog Räuberbanden an, die in und um die Stadt durch Überfälle den Menschen Angst und Schrecken einjagten.

1792 wurde Krefeld erstmals von französischen Revolutionstruppen besetzt, 1794 erfolgte die zweite Besetzung. 1802 wurde die Gewerbefreiheit nach französischem Recht eingeführt und die Räuberbanden wurden gezielt gejagt und nach Festnahme hingerichtet. 1804 besuchte Napoleon Krefeld. 1814 fiel Krefeld an Preußen. 1816 wurde Krefeld Sitz des Kreises Krefeld, der 1929 im Kreis Kempen-Krefeld aufging.

Zwischen 1817 und 1870 wurde Krefeld mehrmals erweitert. Mit der Planung der Stadterweiterung wurde Baumeister und Architekt Adolph von Vagedes 1815 beauftragt und später von seinen Söhnen fortgeführt.

1828 rebellierten Seidenweber des Unternehmens von der Leyen gegen Lohnkürzungen. Preußische Husaren schlugen die Aufständischen nieder.

1849 wurde Krefeld an das Eisenbahnnetz angeschlossen und der Bahnhof wurde gebaut.

1894 starb der Luftfahrtpionier Hermann Lattemann in Krefeld bei dem Experiment, seinen Ballon in einen Fallschirm umzuwandeln.

 

1900 bis heute


1902 besuchte Kaiser Wilhelm II. die Stadt und wurde im Gegensatz zu seinem Vater Wilhelm I. mit Jubeln begrüßt.

1918 bis 1926 wurde die Stadt nach Ende des Ersten Weltkrieges von belgischen Truppen besetzt.

In der Pogromnacht vom 09.11 auf den 10.11.1938 wurde die jüdische Synagoge in Brand gesteckt und jüdische Geschäfte wurden geplündert.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde Krefeld bei Luftangriffen stark zerstört. Mehr als 2100 Menschen starben und über 9500 Menschen wurden verletzt. Am 02.03.1945 wurde Krefeld von US-Truppen eingenommen und wurde kurze Zeit später zur britischen Besatzungszone.

In den 1950er Jahren erlebte die Stahlindustrie einen Aufschwung, der aber schon durch die erste Krise in den 1960er Jahren gedämpft wurde.

Bis 1955 lebte die Textilindustrie wieder auf, ging aber bis 2010 unter.

1983 kam es bei einem Staatsbesuch von George H. W. Bush zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei.