Lewin Ernst, 1895, Falkenburg


Geboren am:

05.07.1895 in Falkenburg

Gestorben am:

06.10.1944 im KZ Auschwitz

Verheiratet mit: Sitta Lewin geb. Friedmann
Kinder: Joachim
Geschwister: nicht bekannt
Eltern: nicht bekannt

Aus seinem Leben

Ernst Lewin wurde am 05.07.1895 in Falkenburg geboren. Während des Ersten Weltkrieges kämpfte er für sein Vaterland und wurde für seine Heldentaten mit mehreren Medaillen ausgezeichnet.

Im Dezember 1934 heiratete der Geschäftsmann Ernst Lewin Sitta Friedberg, die in Themar geboren wurde, jedoch aufgrund eines beruflich bedingten Umzuges ihres Vaters mittlerweile in Bernkastel-Kues an der Mosel lebte. Sitta zog zu ihm nach Falkenburg, eine kleine Stadt mit etwa 8.600 Einwohnern in Pommern im Nordosten Deutschlands. Am 11.10.1935 wurde ihr Sohn Joachim geboren.

Anfang 1933 hatten in Deutschland die Nationalsozialisten die Macht übernommen und die jüdische Bevölkerung wurde immer mehr schikaniert. Die Geschwister seiner Frau verließen seit 1933 Deutschland.

Ernst Lewin sah in den Nationalsozialisten jedoch keine Gefahr für sich oder für seine kleine Familie, schließlich hatte er im Ersten Weltkrieg für den Kaiser gekämpft und viele Medaillen erhalten. Deswegen glaubte er, dass das, was anderen Juden passierte, zwar eine Tragödie sei, aber er und seine Familie geschützt wären, da die Soldaten des Ersten Weltkrieges eine besondere Stellung hätten. Im Oktober 1938 flohen seine Schwiegereltern nach Luxemburg und versuchten von dort erfolglos ihn mit Frau und Kind nach Luxemburg zu holen. Nach der Pogromnacht vom 09.11. auf den 10.11.1938 wurde Ernst Lewin verhaftet und gehörte zu den 6.000 in Sachsenhausen inhaftierten Juden. Er wurde über einen Monat später, am 17.12.1938, wieder freigelassen. Die Inhaftierung in Sachsenhausen dürfte seine Überzeugung erschüttert haben, dass er und seine Familie unbeschadet das Nazi-Regime überleben würden.

Am 03.10.1942 wurde Ernst Lewin zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn von Berlin aus in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Seine Frau starb dort am 22.02.1943, angeblich an Typhus. Ernst Lewin wurde von Theresienstadt im Oktober 1944 zusammen mit seinem Sohn in das KZ Auschwitz deportiert.

Er wurde dort am 06.10.1944 im Alter von 49 Jahren zusammen mit seinem 8-jährigen Sohn ermordet.


Gedenkseite 2113