Lewin Sitta geb. Friedmann, 1903, Themar


Geboren am:

28.12.1903 in Themar

Gestorben am:

22.02.1943 im KZ Theresienstadt

Verheiratet mit: Ernst Lewin
Kinder: Joachim
Geschwister: Johanna, Friedrich, Bruno
Eltern: Hugo Friedmann und Eva Friedmann geb. Kahn

Aus ihrem Leben

Sitta wurde am 28.12.1903 als zweite Tochter der Eheleute Hugo Friedmann und Eva Friedmann, geb. Kahn in Themar geboren. Ihr Vater war in Themar Lehrer in der jüdischen Gemeinde.

1909 zog die Familie nach Bernkastel-Kues, wo ihr Vater eine neue Stelle angenommen hatte. Da ihre Mutter aus Luxemburg stammte und ein Teil der Familie ihres Vaters im Saarland wohnte, konnte sie ihre Tanten, Onkels, Cousinen und Cousins viel häufiger sehen als zuvor.

Sitta lebte bei ihren Eltern bis zu ihrer Heirat im Dezember 1934 mit Ernst Lewin, geb. 1895, einem Geschäftsmann in Falkenburg. Sie zog zu ihrem Mann nach Falkenburg, eine kleine Stadt mit etwa 8.600 Einwohnern in Pommern im Nordosten Deutschlands. Am 11.10.1935 wurde ihr Sohn Joachim geboren.

Anfang 1933 hatten in Deutschland die Nationalsozialisten die Macht übernommen und die jüdische Bevölkerung wurde immer mehr schikaniert. Ihr Bruder Friedrich wanderte bereits 1933 nach Brüssel aus. 1935 wanderten ihre Schwester Johanna mit Familie und Kindern und ihr jüngster Bruder Bruno nach Südafrika aus. Nur ihre Eltern und Sitta mit Familie blieben weiter in Deutschland. Sittas Ehemann Ernst hatte im Ersten Weltkrieg für den Kaiser gekämpft und viele Medaillen erhalten. Deswegen glaubte er, dass das, was anderen Juden passierte, zwar eine Tragödie sei, aber er und seine Familie geschützt wären, da die Soldaten des Ersten Weltkrieges eine besondere Stellung hätten. Im Oktober 1938 flohen Sittas Eltern nach Luxemburg und versuchten von dort erfolglos Sitta mit Mann und Enkelkind nach Luxemburg zu holen. Nach der Pogromnacht vom 09.11. auf den 10.11.1938 wurde ihr Mann verhaftet und gehörte zu den 6.000 in Sachsenhausen inhaftierten Juden; er wurde über einen Monat später, am 17. Dezember 1938, wieder freigelassen. Die Inhaftierung in Sachsenhausen dürfte Ernst Lewins Überzeugung erschüttert haben, dass er und seine Familie unbeschadet das Nazi-Regime überleben würden.

Am 03.10.1942 wurde Sitta Lewin zusammen mit Mann und Kind von Berlin aus in das KZ Theresienstadt deportiert. Sie starb am 22.02.1943 im Alter von 39 Jahren im KZ Theresienstadt.

Die angebliche Todesursache war eine Typhuserkrankung, wie aus der Sterbeurkunde und einem recht ausführlichen medizinischen Bericht in der Datenbank des Theresienstädter Archivs hervorgeht.

Ihr Mann und ihr Sohn wurden 1944 von Theresienstadt nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.


Gedenkseite 2111