Lübke Heinrich Dr. h. c., 1894, Enkhausen


Dr. h.c. Heinrich Lübke
Geboren am:

14.10.1894 in Enkhausen

Gestorben am: 06.04.1972 in Bonn 
Verheiratet mit: Wilhelmine Lübke geb. Keuthen
Kinder: nicht bekannt
Geschwister: 7, darunter der CDU-Politiker Friedrich Wilhelm Lübke (1887–1954)
Eltern: Friedrich-Wilhelm (Fritz) Lübke (1855–1902) und Karoline Lübke (1859–1922) geb. Becker

Aus seinem Leben

Heinrich Lübke wurde am 14.10.1894 in Enkhausen, Kreis Arnsberg geboren. Heinrich Lübke war das siebte von acht Kindern von Friedrich-Wilhelm (Fritz) Lübke und Karoline Lübke geb. Becker. Sein Vater war Schuhmacher und im Nebenerwerb Landwirt. Sein Vater starb, als er sieben Jahre alt war. 

Nach dem Besuch der Schule seines Heimatortes war er anschließend Schüler des Progymnasiums in Werl und des traditionsreichen „Petrinums" in Brilon.

Sein Studium als Vermessungs-Ingenieur wurde durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen.

Als Offizier, ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz I. und Il. Klasse, wurde er durch eine Gasvergiftung und Verschüttung schwer verwundet. 1927 machte er sein Examen als Kultur- und Vermessungs-Ingenieur in Berlin, wurde dort Direktor der „Deutschen Bauernschaft" und fand den Weg als Politiker zu der damaligen Zentrumspartei. 1929 heiratete er in Berlin-Wilmersdorf Wilhelmine Keuthen (1885–1981) aus Ramsbeck.

Von 1931 bis 1933 war er Abgeordneter und Experte für landwirtschaftliche Fragen im Preußischen Landtag. 1933 zwangen ihn die Nationalsozialisten, sein Mandat niederzulegen. 1934 wurde er auf deren Veranlassung verhaftet und war 20 Monate in Berliner Gefängnissen Gefangener der Gestapo. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte er zu den Mitgründern der CDU, wurde 1946 Abgeordneter des Kreises Arnsberg im neuen Landtag von Nordrhein-Westfalen und ab 1947 Landesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Dieses schwere Amt bekleidete er bis 1952. Danach war Heinrich Lübke Generalanwalt des Deutschen Raiffeisen-Verbandes. Von 1953 bis zu seiner Wahl zum Bundespräsidenten im Jahre 1959 war Heinrich Lübke in zwei Kabinetten Dr. Konrad Adenauers Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. 

Er lebte ein christliches Leben, welches getragen war von Liebe und Sorge für seine Mitmenschen Aus sozialer Verpflichtung fand er den Weg in die aktive Politik, in der er sich mit seinem ganzen Handeln und Tun stets der Allgemeinheit verpflichtet fühlte. Seine menschliche Einfachheit und Bescheidenheit, das Zurückstellen seiner eigenen Person, auch im Bereich der Politik, zeugen von einer wahrhaft starken Persönlichkeit. 

Er liebte sein politisches Wirken und begegnete den Menschen, gleich welchen Standes, mit Achtung und Ehrfurcht. Er liebte sein Volk und seine Heimat, wo er die prägenden Eindrücke für sein Leben empfing. Er war ein Diener der Menschen, mit klarem und festem Willen, stets gerecht in der Sache, gutherzig im Menschlichen und erfüllt von seinem Auftrag, dem er sich verpflichtet hatte.

Dr. h.c. Heinrich Lübke starb am 06.04.1972 im Alter von 77 Jahren.


Gedenkseite 556