Lüdenscheid, Deutschland


Lüdenscheid ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen.

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie in Kürze Informationen zu Personen, die aus diesem Ort stammten.

Chronik


Auch wenn das Gebiet um Lüdenscheid schon seit der Mittelsteinzeit immer mal wieder besiedelt war, entstand die heutige Stadt vermutlich im 9. Jahrhundert als sächsische Siedlung an einem Heerweg, welcher von Köln nach Soest führte. Auch die erste Kapelle, Vorgänger der Erlöserkirche, soll zu der Zeit entstanden sein.

1067 wurde das Dorf Lüdenscheid erstmals urkundlich erwähnt.

1114 wurde durch Kaiser Heinrich V. in Lüdenscheid mit dem Bau einer Burg begonnen, die bereits 1115 von Friedrich von Arnsberg zerstört wurde.

Zwischen 1268 bis 1278 erhielt Lüdenscheid Stadtrechte.

1287 ist erstmals das Vorhandensein eines Stadtrates erwähnt.

1425 erhielt Lüdenscheid Marktrechte für 3 Jahrmärkte pro Jahr, 1533 wurde das Marktrecht auf 4 Jahrmärkte pro Jahr erweitert.

1491 wurde der Bau der Kreuzkapelle fertiggestellt, 1885 erfolgte der Abriss.

1530 wurde die Stadt komplett durch einen Brand zerstört.

Zwischen 1563 und 1578 wurde in Lüdenscheid die Reformation eingeführt.

Im Mittelalter bestand in Lüdenscheid lange Zeit ein Veme-Freigericht mit überregionaler Bedeutung. Verhandelt wurden vor allem Fälle aus dem süddeutschen Raum. 1719 wurde das Veme-Freigericht in ein Vestengericht umgewandelt.

1578, 1589, 1656, 1681 wurde die Stadt durch Brände komplett zerstört. Da die Häuser meist nur aus Holz gebaut und mit Stroh oder Rohr gedeckt waren und zudem dicht aneinander standen, waren die Brände so verheerend. Auslöser für die Brände waren oft das eisenverarbeitende Gewerbe, welches 1693 vor die Stadtmauer ausgelagert wurde. 1693 wurde auch die erste städtische Feuerverordnung durch Bürgermeister Cronenberg erlassen.

Der Dreißigjährige Krieg (1618–1648) und die Pest 1634 forderten viele Todesopfer.

1720 wurden Stroh- und Rohrdächer in der Stadt verboten, dennoch wurde die Stadt 1723 wieder komplett durch einen Brand zerstört, da nach dem letzten Großbrand 1681 die Häuser mit Stroh oder Rohr aufgebaut wurden. 1723 erfolgte der Wiederaufbau unter preußischer Herrschaft und so entstanden die für die Altstadt charakteristischen Bürgerhäuser. Gleichzeitig wurde eine Bauordnung geschaffen, die den passiven Brandschutz umfangreich neu regelte.

Von 1756 bis 1763 war Lüdenscheid während des Siebenjährigen Krieges von Franzosen besetzt.

1806 bis 1813 war Lüdenscheid erneut von Franzosen besetzt, diesmal von napoleonischen Revolutionstruppen. 1813 vertrieben russische Kosaken, die mit Preußen verbündet die Franzosen aus Lüdenscheid. 1815 fiel Lüdenscheid aufgrund der Beschlüsse des Wiener Kongresses an Preußen.

1880 wurde Lüdenscheid an das Eisenbahnnetz angeschlossen.

1898 begann in einer Fabrik von Carl Berg die Produktion eines Aluminiumgerüstes sowie die Vormontage der Zeppelin-Luftschiffe.

Zwar waren die Folgen des Ersten Weltkriegs auch in Lüdenscheid zu spüren, dennoch war die Arbeitslosenquote mit 10 Prozent niedriger als in den meisten anderen Städten der Weimarer Republik.

Als Adolf Hitler im Januar 1933 zum Reichskanzler ernannt wurde, fand in Lüdenscheid anstelle einer nationalsozialistischen Kundgebung eine kommunistische Demonstration gegen die Nationalsozialisten statt. Erst Wochen später setzten die Nationalsozialisten ihren Machtanspruch gegen Widerstände der starken sozialdemokratischen und kommunistischen Kräfte in Lüdenscheid durch. Wie in anderen Städten auch wurden Politiker anderer Parteien vom Amt enthoben und verhaftet. Im April 1933 wurde Hitler dann sogar zum Ehrenbürger Lüdenscheids ernannt.

1935 wurde Lüdenscheid Garnisonsstadt, wo unter anderem das Infanterie-Regiments 60 stationiert wurde.

1940 wurden starke Flak-Verbände nach Lüdenscheid verlegt.

1944 begann in Lüdenscheid die Fertigung von Teilen der Brennkammer der V2 Bombe (Vergeltungswaffe 2).

1945 wurden kurz vor Kriegsende 14 sowjetische Häftlinge von der Gestapo ermordet. Auch Lüdenscheider Bürger fielen den Endphaseverbrechen zum Opfer. Die Lüdenscheider Paul Anton Weber und Alex Usseler wurden im März/April 1945 in Dortmund umgebracht. Drei deutsche Soldaten wurden wegen Fahnenflucht auf dem Marktplatz erhängt. Wenige Stunden vor Einmarsch der US-Truppen wurde Hermann Masalski wegen antifaschistischer Äußerungen getötet. Die Nationalsozialisten Schumann (Ex-Oberbürgermeister), der Gestapo-Chef Karl Gertenbach und Walter Borlinghaus begingen Selbstmord und entzogen sich dadurch ihrer Verantwortung. Lüdenscheid war kaum zerstört.

Infolge von Zuwanderungen von Flüchtlingen und Vertriebenen aus ehemaligen deutschen Ostgebieten wuchs die Bevölkerungszahl stark an.

Von 1971 bis 1973 fand die Internationale Kunststoffhausausstellung „IKA“ in Lüdenscheid statt.

1986 wurde das neue Kreiskrankenhaus eröffnet.