Mainz, Deutschland


Mainz ist eine Stadt am Rhein in Rheinland-Pfalz.

Mainz ist für seine schöne Altstadt mit Fachwerkhäusern und mittelalterlichen Marktplätzen bekannt.

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie Informationen zu Personen, die hier gelebt haben.

 

Chronik


Auch wenn das Stadtgebiet des heutigen Mainz schon zur letzten Eiszeit vor circa 25.000 Jahren eine Raststätte für Jäger war, sind die ersten dauerhaften Ansiedelungen keltischen Ursprungs aus der zweiten Hälfte des ersten Jahrtausends vor Christus.

Kirschgarten
© Landeshauptstadt Mainz. Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Landeshauptstadt Mainz.

Römerzeit

Um circa 13/12 vor Christus wurde durch Drusus das erste römische Lager und damit die Stadt Mainz gegründet. Mainz gehörte etwa 500 Jahre lang zum Imperium Romanum und war ab circa 89 nach Christus Hauptstadt der Provinz Germania superior und ab dem 4. Jahrhundert, Germania prima. Ab etwa 350 wurde die erste Stadtmauer in Mainz gebaut. Zu dieser Zeit war keine römische Legion mehr in der Stadt stationiert.

Um 406 wurde Mainz von Vandalen, Alanen und Sueben erobert und geplündert.

Seit etwa 450 nach Christus gab es in der Stadt eine christliche Gemeinde unter Leitung eines Bischofs.

 

Fränkische Herrschaft

480 nach dem Zerfall von Rom, gelangte Mainz unter fränkische Herrschaft.

782 wurde Mainz zum Erzbistum erhoben und entwickelte sich in der Folge zur größten Kirchenprovinz diesseits der Alpen.

Im 9. und 10. Jahrhundert erwarb sich Mainz den Titel Aurea Moguntia. Der Einfluss der Mainzer Erzbischöfe ließ diese zu Reichserzkanzlern, Landesherren des kurmainzischen Territoriums und Königswählern (Kurfürsten) aufsteigen.

 

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Dom St. Martin - gebaut nach dem Vorbild St. Peter in Rom
© Landeshauptstadt Mainz. Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Landeshauptstadt Mainz.

975 – 1011 ließ Erzbischof Willigis den Dom als Zeichen seiner Macht errichten.

1110 – 1137 wurden den Mainzer Bürgern erstmals besondere Privilegien wie Steuerfreiheit und das Recht, sich nur innerhalb der Stadt vor Gericht verantworten zu müssen, durch den Erzbischof Adalbert I. von Saarbrücken verliehen.

1160 wurden die Privilegien wieder aufgehoben, Anlass war die Ermordung des Erzbischofs Arnold von Selenhofen.

1184 lud Friedrich Barbarossa die Elite des Reiches zu einem Hoftag anlässlich der Schwertleite seiner Söhne nach Mainz. Dieses Fest gilt als das größte Fest des Mittelalters.

1188 brach Friedrich Barbarossa von Mainz zum Dritten Kreuzzug auf.

 

1212 wurde der Stauferkaiser Friedrich II. im Mainzer Dom durch Siegfried II. von Eppstein zum König gekrönt.

1235 hielt Friedrich II. in Mainz einen Reichstag ab, auf dem der „Mainzer Landfriede“ erlassen wurde.

 

Freie Stadt

Um 1240 wurden die Auseinandersetzungen zwischen den Staufern und ihren Gegnern immer stärker und die Mainzer Bürger ließen sich von beiden Seiten umwerben. Für ihre Unterstützung erhielten die Bürger 1244 von Erzbischof Siegfried III. von Eppstein ein umfassendes Stadtprivileg. Die Selbstverwaltung, Gerichtsbarkeit und Entscheidungen über neue Steuern gingen auf einen 24-köpfigen Stadtrat über. Außerdem wurde für die Bürger Mainz der Gefolgszwang in allen kriegerischen Auseinandersetzungen, die nicht zur Verteidigung der Stadt dienten, abgeschafft. Mainz wurde eine „Freie Stadt“. Allerdings blieb der Erzbischof formal weiterhin Oberhaupt von Mainz.

Bis 1462 war Mainz eine Freie Stadt. Diese Zeit gilt als Höhepunkt der Geschichte Mainz. Während dieser Zeit erreichte der politische Einfluss der Bürgerschaft in der Politik die höchste kommunale und überregionale Bedeutung, wovon die Gründung des Rheinischen Städtebundes 1254 ein deutliches Zeugnis ablegt. Handel und Gewerbe konnten in dieser Zeit nicht zuletzt unter dem Schutz des Städtebunds und der Garantie des Mainzer Landfriedens von 1235 florieren. Mainz stieg zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort auf.

 

Allerdings begann 1328 aufgrund von Konflikten mit dem Erzbischof der Niedergang der „Freien Stadt“. Die Bürger der Stadt schlugen sich in der Mainzer Stiftsfehde auf die Seite von Erzbischofs Diether von Isenburg, der sowohl den Papst als auch den Kaiser als Gegner hatte.

1462 wurde Mainz durch Adolf II., einem Konkurrenten Diethers um das Amt des Erzbischofs eingenommen. Adolf II. beendete die Zeit der Freien Stadt.

Mainz entwickelte sich zur kurfürstlichen Residenzstadt und Adelsmetropole, jedoch ohne eigene politische Bedeutung.

1477 gründete Diether von Isenburg, der als ehemaliger Gegner von Adolf II. ausgerechnet von diesem als sein Nachfolger bestimmt wurde, die von Adolf II. geplante Universität.

Um 1450 erfand der wohl bis heute bekannteste Mainzer, Johannes Gutenberg, den Buchdruck.

 

Dreißigjähriger Krieg

Die mittelalterliche Stadtbefestigung war ab der Mitte des 16. Jahrhunderts einer moderneren Festung gewichen, die die ganze Stadt umfasste. Trotz dieser Festung wurde Mainz im Dreißigjährigen Krieg von der schwedischen Armee kampflos eingenommen.

 

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Statue Johannes Gutenberg
© Landeshauptstadt Mainz. Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Landeshauptstadt Mainz.

1647 wurde Johann Philipp von Schönborn, der maßgeblich zur Beendigung des Krieges beitrug Erzbischof von Mainz.

1682 wurde in Mainz die allgemeine Schulpflicht eingeführt.

 

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). © Landeshauptstadt Mainz. Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Landeshauptstadt Mainz.
 

Barockzeit und Aufklärung

In der Barockzeit entstanden viele glanzvolle Bauten, die noch heute das Stadtbild prägen.

1763 – 1774 wurde die Stadt vom Kurfürsten Emmerich Joseph von Breidbach zu Bürresheim regiert. In dieser Zeit hielt die Aufklärung auf politischer Ebene Einzug in Mainz.

1790 kam es zum Mainzer Knotenaufstand.

1792 eroberte Frankreich das linke Rheinufer einschließlich Mainz. Der Fürstbischof Friedrich Karl Joseph von Erthal musste aus Mainz fliehen.

1793 veranlasste die französische Besatzungsmacht die Gründung der „Mainzer Republik“ und ließ erste freie Wahlen abhalten.

Im Juli 1793 wurde Mainz von den Preußen belagert. Die französischen Besatzer verließen die Stadt.

1797 wurde Mainz erneut von den Franzosen besetzt. Der Adel verließ nun die Stadt. Mainz wurde von Frankreich annektiert und als Mayence Hauptstadt des französischen Département du Mont-Tonnerre unter die Verwaltung des französischen Präfekten Jeanbon St. André gestellt.

Bis 1802 durfte mit Ausnahme von Garnisonsgemeinen sich keine evangelische Gemeinde in Mainz bilden.

1816 - 1938

1816 wurde Mainz dem Großherzogtum Hessen unterstellt. Da der Adel die Stadt Jahre zuvor bereits verlassen hatte, mutierte Mainz mehr und mehr zur Provinzstadt.

1837 entwickelte sich die bis heute überregional bekannte Mainzer Fastnacht.

1872 wurde die Erweiterung der Stadtmauer vollendet. Dadurch wurde in Mainz ein Bauboom ausgelöst und die Einwohnerzahl stiegt. Die moderne Festung aus dem 16. Jahrhundert hatte bis dahin eine Ausdehnung der Stadt verhindert und die Einwohnerzahl in der Stadt konnte kaum ansteigen. Bis zur Abschaffung der Festung lebten meist nur 30.000 Einwohner in der Stadt.

1873 ging der Bauboom kurzfristig durch einen Börsenkrach stark zurück.

1901 wurde das Gutenberg-Museum in Mainz eröffnet.

1908 wurde Mainz zur Großstadt, da die Einwohnerzahl die Grenze von 100.000 Einwohnern überschritten hatte.

Die Festung aus dem 16. Jahrhundert wurde erst kurz vor dem Ersten Weltkrieg komplett abgebaut, es kam zu vielen Eingemeindungen.

Bis 1930 nach Ende des Ersten Weltkrieges war Mainz wieder von den Franzosen besetzt. Nach Ende der Besatzungszeit wuchs Mainz durch Eingemeindungen weiter.

Am 1. November 1938 wurde Mainz kreisfreie Stadt.

 

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Schwellköpp - ein Markenzeichen der Mainzer Fastnacht sind seit dem Jahr 1927 die Schwellköpp, die satirisch überspitz typische Physiognomien von Mainzer Charakteren zeigen. Es gibt ca. 30 Unikate von den rund 25 kg schweren Pappmascheeköpfen.
 
© Landeshauptstadt Mainz. Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Landeshauptstadt Mainz.
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). © Landeshauptstadt Mainz. Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Landeshauptstadt Mainz.

1933 - heute

Die Nationalsozialisten hatten es nicht leicht in Mainz. Im Januar 1933 demonstrierte die Mehrheit der Mainzer noch gegen die Nationalsozialisten.

Jedoch wurden in Folge, die etwa 3.000 Mitglieder starke jüdische Gemeinde fast vollständig deportiert.

Bis 1942 blieb Mainz zunächst von Bombenangriffen während des Zweiten Weltkrieges verschont, jedoch wurde Mainz bis Ende des Krieges zu 80% zerstört.

Bereits am 21. März 1945 wurde die Stadt von amerikanischen Truppen besetzt. Der Krieg wurde jedoch erst am 08. Mai 1945 offiziell beendet.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Mainz erneut von den Franzosen besetzt.

 

1946 wurde die Universität neu errichtet. Die neue Universität erhielt den Namen Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Zudem wurde das Gutenberg-Stipendium ins Leben gerufen. In dem Jahr wurde Mainz durch die Verordnung Nr. 57 der französischen Besatzungsmacht zur Hauptstadt des neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz bestimmt und löste 1950 Koblenz als provisorischen Regierungssitz ab.

1976 zog das ZDF auf den Lerchenberg in Mainz. Damit begann der Ausbau zur Medienstadt.

2010 wurde die Neue Synagoge in der Mainzer Neustadt eröffnet.

2011 wurde Mainz der Titel „Stadt der Wissenschaft“ verliehen. In dem Jahr wurde auch die Grenze von 200.000 Einwohnern überschritten.


Wir danken der Landeshauptstadt Mainz herzlich für die freundliche Unterstützung.