Marl, Ruhrgebiet, Deutschland


Marl ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen.

Von 1926 bis 1975 wurden folgende Gemeinden nach Marl eingemeindet:

  • 1926 Hüls, Lenkerbeck, Löntrop (vorher Recklinghausen-Land) und die Westhälfte Sinsens (vorher Oer)
  • 1975 Teile der Gemeinde Hamm, ein Großteil der Gemeinde Polsum (ohne Bertlich) und Teile von Lippramsdorf

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie Informationen zu Personen, die aus diesen Orten stammten.

Chronik


Marl wurde erstmals urkundlich Ende des 9. Jahrhunderts erwähnt.

Im 11. Jahrhundert gab es bereits die St. Georg Kirche, die später an den Kölner Erzbischof Heribert von Köln übergeben wurde und der diese 1160 an die Abtei Deutz weitergab.

1111 errichtete die spätere Grafenfamilie von Loe die Wasserburg in Marl.

1228 gab es den ersten Priester in Marl.

1388 und 1389 wurde Marl in die Große Dortmunder Fehde verwickelt und 1423–1461 in den Bruderkrieg zwischen Adolf IV. von Kleve-Mark und Gerhard von der Mark zu Hamm.

Von 1442 bis 1449 litt Marl stark unter der Soester Fehde, bei der die Stadt Soest ihre Freiheit gegen den Erzbischof von Köln verteidigte.

Während des Jülich-Klevischen Erbfolgestreits kam es vermehrt zu Plünderungen der Marler Bauerschaften durch niederländische und spanische Truppen. Im folgenden Dreißigjährigen Krieg setzten sich die Plünderungen fort.

Zwischen 1514 unter 1706 wurden viele Frauen unter dem Vorwurf der Hexerei hingerichtet.

1705 bis 1832 ging die Wasserburg Loe an die Familie von Wiedenbrück über, deren letzte Besitzerin diese dem Freiherrn von Twickel verkaufte. 1833 wurde der ehemalige Besitz der Familie Loe weiterverkauft an Theodor Waldhausen aus Essen. 1863 wird der Besitz von Herzog von Arenberg gekauft und die Burg wurde abgerissen.

1724 wird ein Karmeliterkloster gegründet.

1820 wurde Marl zusammen mit Dorsten zur Bürgermeisterei Dorsten vereinigt. 1837 wurde Marl wieder selbstständig.

Bis 1840 lebten die Bewohner Marls überwiegend von der Landwirtschaft, in vielen Familien wurde aber auch im Nebenerwerb für Stoffhändler gewebt.

1875 wurde in Marl, Stadtteil Polsum, Kohle gefunden. Nach mehreren Bohrungen wurde 1898 von August Stein und Julius Schäfer aus Düsseldorf die erste Zeche „Auguste Victoria“ mit Sitz in Düsseldorf gegründet. Das Bergwerk gehörte zu den leistungsfähigen Förderstandorten der Deutschen Steinkohle AG und bot zeitweise rund 11.000 Menschen einen Arbeitsplatz.

1905 wurde die Zeche Brassert in Betrieb genommen.

1910 ließen sich die ersten Menschen mit jüdischem Glauben in Marl nieder. Sie waren überwiegend im Textil- und Möbelhandel tätig.

1912 gab es den ersten großen Bergarbeiterstreik aufgrund von Lohnforderungen, an dem sich 50 Prozent der Zechenarbeiter beteiligten.

1914 wurde Marl an das Eisenbahnnetz angeschlossen.

1920 besetzte die Rote Ruhrarmee Marl und lieferte sich bei Bossendorf ein Gefecht mit der Reichswehr, bei dem auch 15 unbeteiligte Kanalarbeiter umkamen.

1922 wurde der Ingenieur Philipp Rappaport beauftragt, eine Bauplanung für Marl zu entwickeln.

1923 wurde Marl von französischen und belgischen Truppen besetzt.

1936 erhielt Marl die Stadtrechte.

1938 wurde der Chemiepark Marl gegründet. In der Pogromnacht vom 09.11 auf 10.11.1938 wurden mehrere Juden schwer verletzt, Geschäfte angezündet und geplündert. Die 29 jüdischen Bewohner wurden öffentlich durch die Stadt getrieben und deportiert. Die meisten wurden im KZ Riga ermordet.

Während des Zweiten Weltkrieges waren in den Zechen und chemischen Fabriken fast 15.000 Zwangsarbeiter zur Zwangsarbeit verpflichtet. Für die Unterbringung der Zwangsarbeiter gab es mehr als 30 Lager in und um Marl.

Durch die Zechen und die Chemischen Werke wurden eine Vielzahl von Arbeitern gebraucht, die nicht allein durch die einheimische Bevölkerung gedeckt werden konnte. Daher wurden in den Betrieben und Haushalten von Marl zwischen 1939 und 1945 Ausländer und Kriegsgefangene zur Zwangsarbeit verpflichtet. In über 30 Lagern im Stadtgebiet waren 10.000 – 15.000 Kriegsgefangene und ausländische Zwangsarbeiter eingesperrt.

Am 31.03.1945 wurde Marl von US-Truppen eingenommen.

1973 starben bei einem Zugunglück in Marl 7 Menschen, weitere 44 wurden schwer verletzt.

2005 wurde der neue zentrale Busbahnhof in Betrieb genommen.

2015 wurde die Zeche „Auguste Victoria“ geschlossen.